20. Mai 2022   Business Recht Tools

10 Prozent des BIP entfallen auf Berater und IT

Alfred Harl ©Caro Strasnik

Neue Zahlen. Die Betriebe aus den Bereichen Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT haben im letzten Jahr trotz Corona-Krise 40 Milliarden Euro umgesetzt.

Versammelt sind diese Unternehmen im Fachverband (FV) Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT) in der Wirtschaftskammer Österreich. Gemeinsam steigerten sie 2021 ihren Jahresumsatz auf knapp 40 Milliarden Euro, heißt es in einer Aussendung des FV. Dabei habe man im Vorjahr wie auch schon 2020 als verlässliche Partner für die heimische Wirtschaft agiert.

Zwar ist die Corona-Krise laut den Angaben nicht spurlos an den Unternehmensberater*innen, Buchhalter*innen und IT-Dienstleister*innen vorbeigegangen, aber das für 2022 prognostizierte Umsatzwachstum trat schon im Jahr 2021 ein: Der Umsatz stieg 2021 um 7,7% auf 39,95 Milliarden Euro an. Dies geht aus dem neu veröffentlichten „UBIT-Radar 2022“ hervor, der im Auftrag des UBIT von der KMU Forschung Austria erhoben wurde.

„Das Corona-Vorkrisenniveau wurde nicht nur wieder erreicht, sondern übertroffen. Das beweist deutlich, dass die UBIT-Betriebe einerseits sehr rasch und flexibel auf die Krise reagieren konnten und andererseits, dass ihr Know-how auch 2021 in anderen Branchen und Industrien stark gefragt war“, so UBIT-Obmann Alfred Harl: „Wir gehen sehr optimistisch in die Zukunft. Wir sehen, dass die UBIT-Betriebe mit einem BIP-Anteil von 10 Prozent ein starker Wirtschaftsmotor sind und gerade in Umbruchphasen wichtige Partner für zahlreiche Unternehmen darstellen.“ In diesen Zahlen sind übrigens Rechts- und Steuerberater und weitere Beratungsprofis aus anderen Wirtschaftszweigen nicht enthalten.

„Beratung als Exportschlager“

Im Jahr 2021 erwirtschafteten die UBIT-Betriebe insgesamt 9,11 Milliarden Euro im Ausland. An der Spitze der Exporterlöse liegt die IT-Branche mit 6,19 Milliarden Euro vor den Berufsgruppen Unternehmensberatung (1,51 Milliarden Euro) und Buchhaltung (0,02 Milliarden Euro). Somit wurden 23,7% des Umsatzes der Unternehmensberater*innen im Ausland erzielt; bei den IT-Dienstleister*innen sind es 20,1%, bei den Buchhalter*innen 0,7%.

Investitionen in Weiter- und Ausbildung

Ende 2021 wurden insgesamt 9.639 UBIT-Unternehmen als Arbeitergeberbetriebe gemeldet, davon sind rund 80% Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Die größte Anzahl an Arbeitgeberbetrieben stellte die Berufsgruppe IT mit 5.784 bereit, gefolgt von der Unternehmensberatung (2.989) und der Buchhaltung (866), die allesamt 104.142 Unselbstständige bei sich beschäftigen.

Besonders erwähnenswert sei die Steigerung des Investitionsvolumens um 97,4%: UBIT-Betriebe investierten 2021 insgesamt rund 3 Milliarden Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Zusätzlich wurden ca. 387 Millionen Euro in Schulungen und Ausbildungsprogramme investiert. Das meiste Geld nahm die Berufsgruppe Informationstechnologie mit 215 Mio. Euro in die Hand. Die Berufsgruppen Unternehmensberatung und Buchhaltung investierten 121 Millionen bzw. 50 Millionen Euro in die Aus- und Weiterbildung.

Buchhalter wachsen besonders kräftig

Den höchsten prozentuellen Umsatzerlösanstieg verzeichnete die Berufsgruppe Buchhaltung mit 10,3% (auf rund 2,8 Milliarden Euro), gefolgt von der Unternehmensberatung mit 10% (auf rund 6,4 Milliarden Euro). Die Informationstechnologie ist mit einer Steigerung von 7% eine weniger dynamische, gleichzeitig mit einem Gesamterlös von 30,8 Milliarden Euro aber auch die umsatzstärkste Berufsgruppe.

Erfreulich ist laut UBIT, dass jede Berufsgruppe wieder über dem Corona-Vorkrisenniveau von 2019 liegt. Diese positive Entwicklung spiegele sich auch in den Umsatzerwartungen für 2022 wider: Die Berufsgruppe Unternehmensberatung hofft auf eine (prognostizierte) Umsatzsteigerung von 13,6%. Die Berufsgruppen IT und Buchhaltung wiederum erwarten einen Umsatzzuwachs von 9,4% bzw. 3%.

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