Neuer Chef von Coeo will „Inkasso als Positiv-Erlebnis“

Christian Giehler ©Matthias Silveri

Bezahldienste. Mit einer „durchgängig positiven Customer Experience“ beim Inkasso will die coeo Gruppe am österreichischen Markt punkten. Neuer Chef ist seit Mai 2022 Christian Giehler.

Wie bereits in Deutschland und anderen Ländern will coeo Inkasso laut den Angaben mit einer Alternativ-Strategie in der Beitreibung von offenen Forderungen das Image der Branche dauerhaft verbessern, wie es heißt. Dafür seien alle Prozesse aus der Perspektive eines Konsumenten durchdacht und optimiert worden.

Buy now, pay later

Die Bereiche des „Buy now, pay later“ – vor allem Energie, Telekommunikation und Versicherungen – sind laut den Angaben die Kernbranchen des Unternehmens. Die entsprechenden Erfahrungen fließen demnach nun auch in den Marktauftritt hierzulande ein. Man sehe sich als Partner, der Unternehmen auf dem Gebiet des Forderungsmanagements mittels Optimierung und Outsourcing unterstützt.

Seit Anfang Mai 2022 leitet Christian Giehler die Geschicke von coeo in Österreich: Aktuell bearbeiten die rund 40 Mitarbeiter im Wiener Büro laut den Angaben jährlich rund 200.000 Inkassoakten. Die coeo Inkasso GmbH (Österreich), ursprünglich 2011 als KNP Financial Services gegründet, wurde 2019 übernommen. Die coeo Gruppe selbst wurde 2010 gegründet und hat Standorte in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und der Schweiz; mit insgesamt rund 500 Mitarbeitenden bearbeite man jährlich rund 4,2 Millionen Inkassoakten.

Keine raue Branche mehr

coeo konzipiere auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmte Inkasso- und Mahnprozesse. Sie ermöglichen es Konsumenten, Anliegen ergonomisch und individuell sowie so schnell und effizient wie möglich zu klären und die Forderung durch digitale Zahlmethoden auszugleichen, wird versprochen. Dabei setze man nicht nur auf technologische Modelle der Kundenanalyse, sondern berücksichtige auch zwischenmenschliche Faktoren – entgegen dem früher oft rauen Bild der Branche, wie es heißt.

„Wir möchten, dass das Inkasso zu einem integralen Teil einer positiven Customer Journey unserer Kunden wird. Unsere Strategie hat einen nachhaltigen Einfluss auf den Kundenwert“, so Sebastian Ludwig, CEO von coeo für die DACH Region. Das Unternehmen verweist u.a. auch auf gute Endkundenbewertungen auf Google bzw. hohe Ratings bei Portalen wie Trustpilot.

„Digital first meets tailor-made“

Das hauseigene Serviceportal führe Konsumenten wie durch einen Webshop und mache die Kontaktaufnahme sowie die Bezahlung und Klärung so einfach wie möglich. Ein Supportbot nimmt das Anliegen auf Wunsch entgegen und leitet den User im Dialog durch den Prozess. Oft wissen zahlungsaufgeforderte Kunden nicht mehr, welcher Kauf unbeglichen blieb, heißt es weiter: Für solche Fälle setze man auf Technologie zur schnellen Klärung – beispielsweise durch direkte Anzeige der jeweiligen Ursprungsrechnung, auf die sich die Forderung bezieht.

Zu den weiteren Features zählen die Möglichkeit einer Online-Ratenvereinbarung mit Direktzusage, Varianten der Forderungseinsicht und verschiedene digitale Zahlmethoden wie PayPal oder Apple Pay. Es bestehe auch die Möglichkeit, den ausstehenden Betrag sofort zu begleichen, ohne den Kommunikationsweg zu wechseln. Lasse sich eine Forderungsangelegenheit digital nicht lösen, sollen geschulte Mitarbeiter im persönlichen Dialog eingreifen, so coeo.

Der neue Österreich-Chef

Der neue Österreich-Geschäftsführer Christian Giehler sammelte zuvor Branchenerfahrung in leitenden Positionen in der österreichischen Inkassowirtschaft. So war er u.a. Geschäftsführer von Infoscore Austria. „Mein Wechsel zur coeo bietet mir die Möglichkeit, ein noch junges Unternehmen mit einem großen Potential in Österreich zu begleiten und unsere Interpretation von ´Forderungsmanagement am Puls der Zeit´ weiter auszubauen“, wird Giehler zitiert.

 

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