03. Jun 2022   Bildung & Uni Business

7. Hans Tuppy-Lecture: Krebsforscherin Susan Gasser

Susan Gasser ©Christian Doninelli

Forschende im Rampenlicht. Die Schweizer Krebsforscherin Susan Gasser hält am 13.6. die Hans Tuppy-Lecture „Remembering who we are: how chromatin controls cell identity“ von Uni Wien und Akademie der Wissenschaften.

Am Montag, 13. Juni, 18 Uhr, hält Susan Gasser, Direktorin des Schweizerischen Instituts für Experimentelle Krebsforschung (ISREC) und Professorin invité an der Universität Lausanne, die 7. Hans Tuppy-Lecture der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im University of Vienna Biology Building, Djerassiplatz 1, 1030 Wien. Thema des Vortrags: „Remembering who we are: how chromatin controls cell identity“.

Zu Ehren des Ex-Rektors, früheren FWF-Chefs und Wissenschaftsministers Hans Tuppy laden die Universität Wien und die ÖAW seit 2016 abwechselnd zur „Hans Tuppy-Lecture“ ein. Dabei sollen laut den Vorgaben hervorragende Wissenschafter*innen vortragen, die einen bahnbrechenden Beitrag zu Biochemie oder Molekularbiologie geleistet haben. Organisiert werden die „Lectures“ von Dieter Schweizer, Professor emer. der Universität Wien.

Das Thema des Vortrags

In jedem Organismus ist das Genom der Spezies in jeder Zelle gleich und doch haben die Zellen unterschiedliche Größen, Formen und Funktionen. Jeder Zelltyp exprimiert einen anderen Satz von Proteinen und merkt sich bei der Zellteilung sowie während des gesamten Lebenszyklus eines Organismus, welche Gene und Proteine er exprimieren soll. Dieses Gedächtnis eines Zelltyps hängt u.a. von epigenetischen Markierungen ab und kann durch Faktoren wie Umweltstress oder Alter gestört werden.

„Altern ist keine Krankheit, sondern der unvermeidliche Gedächtnisverlust in Zellen“, so Gasser. Sie werde in ihrem Vortrag laut Universität Wien einen Überblick über das Phänomen der Bestimmung des Zellschicksals sowie dessen Verlust in alternden Organismen geben. Der Verlust der am weitesten verbreiteten epigenetischen Markierung hat nicht die Auswirkungen, die man erwartet, soviel sei verraten.

Die Vortragende

Susan M. Gasser schloss ihr Bachelorstudium an der University of Chicago ab und promovierte 1982 an der Universität Basel in Biochemie bei Gottfried Schatz. 1986 gründete sie ihr eigenes Labor am Schweizerischen Institut für Experimentelle Krebsforschung (ISREC). Im Jahr 2001 wurde sie zur Professorin für Molekularbiologie an die Universität Genf berufen. Sie entwickelte die hochauflösende Zeitraffer-Mikroskopie zur Untersuchung der Chromosomenorganisation weiter, heißt es dazu.

Von 2004 bis 2019 war Gasser Direktorin des Friedrich-Miescher-Instituts für biomedizinische Forschung in Basel. Parallel dazu war sie Professorin für Molekularbiologie an der Universität Basel. Seit 2021 ist sie Professorin invité an der Universität Lausanne und Direktorin der ISREC-Stiftung, wo sie das neue Agora-Institut für translationale Krebsforschung mitgestalte.

Viele Auszeichnungen

Susan Gasser wurde in die Académie de France, Leopoldina, EMBO, AAAS und die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften gewählt und erhielt 2011 den Inserm International Prize, 2012 den FEBS | EMBO Women in Science Award, 2013 den Weizmann Institute Women in Science Award sowie die Ehrendoktorwürde der Universität Lausanne und der Karls-Universität Prag. Von 2014 bis 2019 leitete sie das Gender-Komitee des Schweizerischen Nationalfonds und initiierte das Prima-Programm zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft.

 

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