03. Jun 2022   Business Finanz

Versicherer spüren Markt-Turbulenzen durch Ukraine-Krieg

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Österreich. Die Versicherungsunternehmen haben im 1. Quartal 2022 die Prämien kräftig gesteigert, so die FMA. Die Gewinne sind jedoch unter Druck.

  • Konkret haben die österreichischen Versicherungsunternehmen im 1. Quartal das eingenommene Prämienvolumen, verglichen mit dem 1. Quartal 2021, um +6,96% auf € 6,26 Mrd. erhöht.
  • Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) hat in diesem Zeitraum um € -220,21 Mio. auf € 102,21 Mio. abgenommen.

Der Rückgang der Eträge war laut aktuellem FMA-Quartalsbericht zur Versicherungsbranche darauf zurückzuführen, dass das versicherungstechnische Ergebnis um € -191,82 Mio. (-88,97%) auf € 23,78 Mio. zurückgegangen ist, und das Finanzergebnis um € -259,73 Mio. (-48,47%) auf € 276,18 Mio. sank.

Die Summe aller Assets zu Marktwerten (exklusive Kapitalanlagen der fondsgebundenen und indexgebundenen Lebensversicherung) lag wegen der Kapitalmarktturbulenzen in Folge des Angriffskrieges Russlands auf sein Nachbarland Ukraine zum 31. März 2022 bei € 111,87 Mrd., ein Rückgang um € 4,81 Mrd. oder -4,1% gegenüber dem Jahresultimo 2021.

„Rückgang der Ertragskraft, aber nach wie vor gute Kapitalbasis“

Aufgegliedert nach Versicherungssparten sieht es so aus:

  • Das Prämienvolumen der Schaden- und Unfallversicherung legte um +8,34% auf 4,11 Mrd. Euro zu,
  • jenes der Lebensversicherung um +4,1% auf € 1,48 Mrd.
  • und das der Krankenversicherung um +5,12% auf € 671 Mio. zu.

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle beliefen sich im Berichtszeitraum auf € 3,98 Mrd., das entspricht einem Plus von 2,21% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal, so die FMA.

Kennzahlen gut, stille Reserven etwas gedrückt

Die „Umsatz-Rendite“ (EGT zu Prämien) als wesentliche Kennzahl der Ertragskraft nahm im 1. Quartal 2022 im Jahresabstand um 467 Basispunkten ab, blieb aber mit +1,99% nach wie vor im positiven Bereich. Die Eigenmittelausstattung der Versicherungsunternehmen sei weiterhin gut: Im Berichtszeitraum wiesen 67% der Unternehmen einen Solvabilitätsgrad (SCR) von über 200% aus, womit sie über mehr als doppelt so hohe Finanzmittel verfügten, als zur Erfüllung aller Verpflichtungen erforderlich ist.

Allerdings nahmen die stillen Reserven der Kapitalanlagen (ohne jene der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung) im Quartalsvergleich laut FMA um -19,86% auf € 19,34 Mrd. ab. Die Reservequote betrug damit zum Ende des Berichtzeitraumes 20,58%.

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