Whistleblower-Gesetze, ESG & Co auf der ECEC 2022

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Umwälzungen. Die Hinweisgeberschutzgesetze stehen vor dem Start, in Deutschland wie in Österreich: Bei Europas größter Compliance-Konferenz ECEC geht es um die Auswirkungen auf die Praxis.

Ende Juli hat das deutsche Bundeskabinett einen Regierungsentwurf für das Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) beschlossen, voraussichtlich Ende des Jahres wird es Kraft treten: Damit wird die einschlägige EU-Richtlinie in Deutschland in wenigen Wochen umgesetzt. Im neuen Regierungsentwurf gibt es Anpassungen bei einem wichtigen Themenbereich, nämlich der Frage, wie mit anonymen Meldungen umgegangen werden soll: Internen Meldestellen werde nun empfohlen, anonyme Hinweise zu berücksichtigen, „soweit dadurch die vorrangige Bearbeitung nichtanonymer Meldungen nicht gefährdet wird“, heißt es beim Tools-Anbieter EQS Group.

Anonyme Hinweise sind wichtig

Auch in Österreich liegt ein Entwurf zum Hinweisgeberschutzgesetz vor, der u.a. am Compliance Solutions Day 2022 (22.9.) Thema sein wird: Im Gegensatz zu Deutschland zeigte sich Österreich anonymen Hinweisen gegenüber schon früh weitgehend offen, was laut EQS Country Manager Mirco Schmidt begrüßenswert ist: Bei ihrer ersten Kontaktaufnahme wollen Whistleblower nämlich meist anonym sein, sodass die Möglichkeit dazu eine wichtige Senkung der Hemmschwelle bedeutet, so Schmidt.

Im Zuge der kommenden Gesetze können Compliance-Projekte, wie z. B. die Einführung eines internen Meldekanals, große Veränderungen in Unternehmen anstoßen, heißt es bei der EQS Group weiter, die dazu ein White Paper über Change-Management für Compliance-Projekte veröffentlicht hat. Ein Fokus liegt dabei auch auf der nötigen Kommunikationsstrategie, die die relevanten Stakeholder – darunter auch die Belegschaft – an Bord holen muss.

Größte Compliance-Konferenz ECEC kommt

Die Whistleblower sind auch auf der ECEC ein wichtiges Thema: Die ECEC, von der EQS Group organisiert und laut den Angaben Europas größte Compliance und Ethik-Konferenz, findet von 11.-12. Oktober 2022 online statt. Zu den aktuell geplanten rund 40 Keynotes, Vorträgen, Panel Diskussionen u.a. gehört auch die „Break-out Session Germany“ (11.10. ab 15h). Weitere Break-out Sessions behandeln die Britischen Inseln, Frankreich, Italien und Spanien.

Zu den weiteren Compliance-Schwerpunkten auf der ECEC gehören Supply Chain (Lieferkettengesetz), ESG (Nachhaltigkeit), Greenwashing u.a.: So spricht etwa Ursula Bittner, Spezialistin bei Greenpeace Österreich, über „Sustainability & Compliance – Do we need regulations for a better world?“. Und Benjamin Schorn, Chef des Institute for Governance & Psychology, stellt die provokante Frage „Why do we get corrupt?“.

 

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