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Legal Tech Barometer 2022: Das sind die Ergebnisse

Robin Schmeisser, Sophie Martinetz, Susanne Mortimore ©Maximilian Vintschgau

Wien. Legal Tech ist endgültig in Österreich angekommen, so die Studie „Legal Tech Barometer 2022“ von Future-Law, Fabasoft und LexisNexis: 90% der Befragten erwarten eine Effizienzsteigerung, doch welche Tools wofür genutzt werden unterscheidet sich stark.

Future-Law, Fabasoft und LexisNexis haben ihre aktuelle Studie „Legal Tech Barometer 2022“ veröffentlicht. Dabei wurden rund 100 Vertreter aus Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen zur aktuellen Lage der Rechtsbranche befragt. Rund zwei Drittel der Befragten sind laut den Angaben in einer leitenden Funktion tätig.

Das Ergebnis der Studie: „Das Barometer schlägt klar Richtung Digitalisierung aus“, so Sophie Martinetz, Future-Law-Gründerin und Managing Partnerin. „Mehr als 70% aller Befragten gaben an, dass die Corona-Pandemie der Rechtsbranche tatsächlich einen Digitalisierungsschub verpasst habe.“

Die Details

Die Umfrage-Ergebnisse im Detail:

  • Legal Tech kommt vor allem bei der Dokumentenverwaltung, der juristischen Recherche bzw. Legal Intelligence, im Wissensmanagement und bei der Verrechnung und Erstellung von Vorlagen zum Einsatz.
  • Wenig genutzt werden aktuell KI-basierte Lösungen zu Dokumentenextraktion, Tools zur Dokumentenautomatisierung und Digital Matter-Management.
  • Aufholbedarf ortet die Studie bei der Implementierung eigener Legal Tech-Verantwortlicher sowie beim Change Management.
  • Mehr als die Hälfte der Rechtsabteilungen und Kanzleien setzen mittlerweile auf digitales Vertragsmanagement: Darunter rund 20% auf eine Cloud-Software und etwa 33% auf eine On-Premises-Version.
  • 40% der Befragten legen für die kommenden zwölf Monate einen Schwerpunkt auf die Einführung einer smarten Lösung im Betrieb. Die größten Vorteile erwarten sich die Befragten vom „schnelleren Finden von Dokumenten“ im Archiv (74%), der „Verwendung von Vorlagen“ (59%), der „Transparenz durch Versionierung und Historie“ (50%), dem „automatisierten Fristenmanagement“ (49%) sowie den „nachvollziehbaren Prüf-, Genehmigungs- und Freigabeprozessen“ (47%).

Die weiteren Trends

„Die Ergebnisse der Studie zeigen eindeutig, wie stark die Relevanz der Digitalisierung in Rechtsabteilungen in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Dieser Trend ist gekommen, um zu bleiben“, so Robin Schmeisser, Geschäftsführer der Fabasoft International Services GmbH.

  • Laut Studie möchten rund 60% der Befragten Legal Tech nicht mehr missen. 4% erachten es als „nicht wichtig“ digital gestützt zu arbeiten.
  • Durch den Einsatz von Legal Tech wird in erster Linie eine „Steigerung der Effizienz“ erwartet (90%), gefolgt von „Zeitersparnis“ (84%) und einer „Kostenreduktion“ (65%).
  • Die Hälfte rechnet auch mit einer Qualitätssteigerung.

In den nächsten zwölf Monaten planen die meisten Rechtsabteilungen und Kanzleien laut Studie zunächst ihre Schwerpunkte auf das Vertragsmanagement, die strategische Planung und Change Management sowie auf Daten-, Finanz- und Wissensmanagement zu setzen.

Den Blick in Zukunft gerichtet, werden in den nächsten drei Jahren von 20% der Befragten „große Sprünge“ erwartet, der Großteil (60%) rechnet mit einer „langsamen, wenn auch stetigen Entwicklung“ der Digitalisierung im Rechtsbereich.

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