Jahresupdate „BEEyond“ für Lexis360 bringt neue Tools

Paul Kampusch, Andreas Geyrecker, Susanne Mortimore ©Robert Schlenz / LexisNexis

Österreich. LexisNexis launcht im November das Jahresupgrade seiner Recherchelösung Lexis 360: Mit „BEEyond“ kommen neue Werkzeuge.

Bei dem Jahresupdate 2022 steht die Rechtsrecherche im Zentrum, heißt es bei dem Informationsanbieter. Die Neuheiten wurden dem Fachpublikum jetzt auf der LexisNexis-Hausmesse LexCon 2022 auf Einladung von LexisNexis Österreich-Geschäftsführerin Susanne Mortimore vorgestellt. Ab Mitte November werden sie laut den Angaben schrittweise in Lexis 360 freigeschalten.

Die neuen Tools

Kernpunkt aktueller Datenbank-Werzeuge ist die Sammlung, Strukturierung und Vernetzung von Fachinhalten durch Tax- und Legal Intelligence. Dabei verspreche das „BEEyond“-Update den Userinnen und Usern einen weiteren Schritt hin zum „Finden“ statt zum „Suchen“, hieß es bei der Präsentation seitens Andreas Geyrecker (Director Product Management & Development) und Paul Kampusch (Director Content Management). Daher auch die Namensgebung: Fleißig wie eine Biene soll das hauseigene Datenbank-Tool unterwegs sein, wird versprochen.

Konkret sollen verbesserte Algorithmen der SmartSearch Suche relevantere, präzisere und schnellere Ergebnisse liefern und bis zu 80% schneller zu einer Antwort führen, wie es heißt. Viel verspricht sich der Fachverlag dabei auch von den neuen „Lexis SmartSearch HitMaps“: Die Ergebnisliste von Lexis 360 bietet künftig zusätzlich neben der normalen Ansicht auch eine Kurzansicht nur mit Dokumentüberschriften, sowie eben die neuen Lexis SmartSearch HitMaps.

Letztere zeigen auf einem Balken mit farblichen Markierungen an, wie oft und wo ein Suchbegriff im Dokument vorkommt. Ein Klick auf die Markierung zeigt dann den entsprechenden Auszug aus dem Dokument. So sollen die User möglichst auf einen Blick feststellen können, wie relevant eine Fundstelle ist – u.a. anhand der Häufigkeit und zeitlichen Nähe sowie durch die Voransicht.

Antworten bevor die Frage gestellt wurde?

Um die Erwartungen an Legal Tech- und Tax Tech-Tools ging es dann auch bei der von Michael Köttritsch (Die Presse) moderierten Podiumsdiskussion, an der Dieter Altenburger (Partner, Jarolim Partner), Gerhard Schiesterl (Steuerberater, KPS Unternehmensberatung GmbH) sowie die LexisNexis-Profis Geyrecker und Kampusch teilnahmen.

So hofft Anwalt Altenburger, dass Tools wie Lexis360 künftig die Intention des Users gleich bei der Eingabe des Stichworts erraten und – ähnlich wie gewisse Suchmaschinen-Riesen – in vorauseilendem Gehorsam Antwortmöglichkeiten vorschlagen werden. Auch Bedienung durch Spracheingabe sei eine vielversprechende Möglichkeit. Angesichts des Rechts- und Steuerthemas „nicht trivial“, hieß es dazu beim Gastgeber – doch es werde an weiteren Verbesserungen gearbeitet.

Steuerprofi Schiesterl wiederum wünscht sich, dass möglichst umfassende Inhalte über die Datenbank-Tools zugänglich sind. Das betrifft natürlich auch Inhalte von Partnern – und daran werde ebenfalls laufend gearbeitet, so Kampusch. Bei dem Event wurden neue Partner-Abkommen mit Fachverlagen vorgestellt.

Werden die Tools zu clever?

Die launig vorgetragene Befürchtung der Diskutanten, dass die Tools einmal zu schlau werden könnten, lieferte dann den durchaus ernsten Hintergrund für einen Impulsvortrag von Univ.-Prof. Sabine T. Köszegi (Professor of Labor Science and Organization, TU Wien). Ihr ging es dabei nicht um außer Kontrolle geratene theoretische AIs der Zukunft, sondern um die schon jetzt auftretenden Probleme bei nicht sachgerechter Anwendung der sogenannten Künstlichen Intelligenz.

Betitelt mit „Leveraging human capabilities with AI?!“ schilderte sie u.a. die Probleme, die sich ergeben, wenn KI-Anwendungen beispielsweise mit „Biased Information“ trainiert werden und damit Vorurteile verewigen. Auch die Problematik, dass KI-Entscheidungen häufig dazu führen, dass menschliche Anwender diese nicht mehr hinterfragen bzw. analysieren können, wird von den Regulatoren zunehmend kritisch betrachtet. So plant die EU bekanntlich gesetzliche Regelungen für entsprechende KI-Algorithmen. Auf den Punkt gebracht erhebt Köszegi die Forderung, bei aller KI-Experimentierfreude – die zweifellos viel Nutzen bringen werde – den Menschen nicht aus dem „Loop“ zu entlassen. Auch der beste Algorithmus kann nicht denken, mahnt die TU-Professorin: Er rechne nur, habe aber keine Ahnung zu welchem Zweck.

 

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