19. Okt 2022   Bildung & Uni Business Tech

Neues Green Chemistry Studium von drei Wiener Unis

Georg Reischer, Marko Mihovilovic, Sabine Baumgartner, Christa Schnabl, Sabine Seidler, Bettina Mihalyi-Schneider, Kurt Matyas ©Matthias Heisler

Nachhaltige Master. BOKU, TU Wien und Uni Wien und BOKU starten das neue gemeinsame englischsprachige Studium der Green Chemistry. Es soll auf den Studiengängen und Kompetenzen der drei Partner aufbauen.

Mit dem Wintersemester 2022 ist das neue, gemeinsame Masterstudium Green Chemistry der Technischen Universität Wien (TU), der Universität Wien und der Universität für Bodenkultur (BOKU) gestartet: Green Chemistry ist ein gemeinsam eingerichtetes voll englischsprachiges Masterstudium (4 Semester, 120 ECTS-Punkte) und beginnt jetzt in der Pilotphase, hieß es bei der feierlichen Präsentation des Gemeinschaftsprodukts.

Auf dem Foto: Georg Reischer, (TU Wien) Marko Mihovilovic (TU Wien), Sabine Baumgartner (BOKU), Christa Schnabl (Universität Wien), Sabine Seidler, (TU Wien) Bettina Mihalyi-Schneider (TU Wien), Kurt Matyas (TU Wien), ©Matthias Heisler.

Die Zahl der Studienplätze ist laut den Angaben auf 50 festgelegt. Es gibt ein Bewerbungsverfahren, bei dem entsprechende Vorkenntnisse in Chemie usw. nachgewiesen werden müssen; fachlich in Frage kommend sind laut Kursinformationen jedenfalls die Bachelorstudien Technische Chemie (TU Wien), Lebensmittel- und Biotechnologie (BOKU) und Chemie (Uni Wien).

Das neue Studium

Alle drei beteiligten Universitäten bringen dabei ihre Kernexpertisen ein, um das Querschnittsthema Grüne Chemie möglichst effizient und effektiv zu bearbeiten, heißt es: Ziel sei, die Problemlösungskapazitäten, die in der Chemie vorhanden sind, voranzutreiben und Expert*innen auszubilden, die aktuelle und kommende Herausforderungen bewältigen können.

Das Grundprogramm werde durch ein Vertiefungsprogramm ergänzt und lege den Fokus des Masterstudiums auf anwendungsorientierte Forschungsthemen. Als Basis werden die wesentlichen Aspekte der Grünen Chemie, der Nachhaltigkeit und der Kreislaufökonomie behandelt. Für die Vertiefung gibt es dann einen Wahlfachkatalog, der den Studierenden individuelle Spezialisierungen erlauben soll.

„Wesentlich ist, dass die Studierenden befähigt werden, die Auswirkungen von chemischen Verfahren auf systemischer Ebene bewerten können, um dann optimierend in diese Systeme einzugreifen. Dadurch können Ökobilanzen positiv verändert werden. Das ist über die Grenzen Österreichs hinaus möglich und nötig“, so Roland Ludwig, Senatsvorsitzender an der BOKU. An der Weiterentwicklung werde bereits gearbeitet. Geplant sind demnach ein kooperatives Doktoratsprogramm und eine postgraduale, berufsbegleitende Variante.

Die Zielrichtung

Thomas Jakl, Vertreter des Klimaschutzministeriums zum Start des neuen Masterstudiums: „Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sind gerade aktuell wichtiger denn je und damit auch im Bereich der Chemie von großer Bedeutung. Den Prinzipien der Grünen Chemie zu folgen ist essenziell, aber auch die Auseinandersetzung mit den entstehenden Folgen und veränderten Prozessen ist notwendig. Ich freue mich sehr, dass im neuen Masterstudiengang diese wichtigen Kompetenzen gebündelt werden. So werden Expert*innen ausgebildet, die ökologisch und ökonomisch klimafreundliche Innovationen hervorbringen und bereits im Zuge ihrer Ausbildung einen wertvollen Beitrag für eine gute Zukunft leisten.“

„Chemie ist dort, wo es raucht und stinkt, dieses Bild gab es noch zu meinen Studienzeiten“, erklärt Marko Mihovilovic, Dekan der Fakultät für Technische Chemie an der TU Wien. „Aber Chemie umgibt uns im Alltag, von der Kleidung bis OLED-Displays auf Handies. Wichtig ist daher, die Wahrnehmung von Chemie innerhalb unserer Gesellschaft dahin zu lenken, dass moderne Technologien wesentliche Beiträge zur Bewältigung der Herausforderungen der Nachhaltigkeitstransformation liefern können – vom Problemverursacher der Vergangenheit zum Problemlöser der Zukunft.“

Dieses Ziel verfolgen die Universität Wien, die TU Wien und die BOKU gemeinsam in der Initiative Green Chemistry. „Wir wollen nicht weniger als ein einzigartiges, trilaterales Masterstudium im mitteleuropäischen Raum etablieren, mit Wien als Zentrum der Grünen Chemie, indem wir saubere Technologie unter Anwendung von Chemie positionieren und die Kompetenzen der beteiligten Universitäten durch die hochqualifizierten Absolvent*innen in die Industrie transferieren“, beschreibt Angelika Menner, Studienprorammleitung Chemie an der Universität Wien.

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