Neue „RDB Ähnlichkeitssuche“ findet passende Dokumente

Susanne Stein ©Isabella Abel

Legal Tech. Die RDB Rechtsdatenbank findet jetzt zu einem Dokument automatisch passende weitere Dokumente ähnlichen Inhalts: Das Tool wurde durch Machine-Learing auf die österreichische Rechtssprache trainiert, heißt es bei Fachverlag Manz.

Damit nehme man einen „Generationensprung“ in der juristischen Recherche vor, heißt es in einer Aussendung von Manz: Die RDB Rechtsdatenbank ist demnach seit heute um ein wesentliches Feature erweitert.

Das neue Feature in der Praxis

Die RDB finde jetzt zu einem Dokument vollautomatisch passende weitere Dokumente ähnlichen Inhalts. Möglich mache das ein Machine-Learning-Modell, das mit Unterstützung von externen NLP-Experten gemeinsam mit den Mitarbeitern des Fachverlags über ein Jahr lang für die „österreichische Rechtssprache” trainiert wurde.

„Wir beschränken uns bei NLP (Natural Language Processing), einer Facette der Künstlichen Intelligenz, nicht auf das Auslesen von Normen und Zitaten“, so Manz-Experte Alexander Feldinger. „Das System ist in der Lage, den Inhalt von Dokumenten selbsttätig zu interpretieren – in gewissem Sinn also ‚zu verstehen‘. Das ist ein Quantensprung am deutschsprachigen Rechtsmarkt.“

Bereits gestartet und anonym

Die neue Funktion ist laut den Angaben ab sofort für alle RDB-User*innen verfügbar. Sie ist völlig anonym, funktioniere also ohne jeden Bezug zum Suchverhalten der jeweiligen einzelnen Benutzer*innen, betonen Peter Guggenberger und Wolfgang Pichler aus dem Management-Team von Manz.

In einer kürzlich von einem Meinungsforschungs-Institut bei den österreichischen Anwaltskanzleien durchgeführten Befragung wurde die hohe Qualität ihrer Inhalte als zentraler Wettbewerbsvorteil der RDB erkannt, heißt es weiter: Mit der neuen „Ähnlichkeitssuche“ werde der Zugang zu diesen Inhalten nun massiv erleichtert und beschleunigt.

Die Ausbaupläne

Für die Rechtsbranche sei damit ein wichtiger erster Schritt getan; weitere sollen bei dem Traditionsverlag folgen: „Eine gute Textanalyse kann allen Praktiker*innen in der Rechtsberatung, in Gerichten und Behörden und in Unternehmen sehr viel Arbeit abnehmen. Wir werden daher weiter in diese Technologie investieren, in absehbarer Zeit könnte so eine Alternative zur klassischen Sucheingabe entstehen“, zeichnet Manz-CEO Susanne Stein-Pressl den Entwicklungspfad in die Zukunft.

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