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Markt für Wärmepumpen wächst rasant

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Österreich. Der Markt für Wärmepumpen hat im Jahr 2022 um rund die Hälfte zugelegt, so eine Studie von Branchenradar.com. Starkes Wachstum gab es dabei bereits vor dem Ukraine-Krieg.

Laut aktuellem Branchenradar Wärmepumpen in Österreich erhöhen sich die Herstellererlöse im Jahr 2022 voraussichtlich um rund fünfzig Prozent gegenüber Vorjahr auf rund 343 Millionen Euro. Gegenüber dem Jahr 2021 bedeutet das sogar beinahe eine Verdoppelung. Die Nachfrage nach Heizungswärmepumpen wächst 2022 um 47 Prozent gegenüber Vorjahr auf rund 45.000 Stück. Dabei setze sich der der Trend zu Luft-Wasser-Systemen ungebremst fort. Der Absatzanteil steigt von 83 auf knapp 86 Prozent.

„Üppige Förderungen, subjektive Verunsicherung“

Für den Run auf Wärmepumpen gebe es eine Reihe handfester Gründe, abgesehen von den üppigen Förderungen im Rahmen der Initiative „Raus aus Öl und Gas“ und der subjektiven Verunsicherung einer Versorgungsknappheit bei fossilen Brennstoffen. Zum einen sind Wärmepumpen umweltfreundlicher: Im Gegensatz zu klassischen Heizkesseln ist die mittels Wärmepumpen erzeugte Energie emissionsfrei und infolge des vergleichsweise hohen Ökostromanteils in Österreich zu großen Teilen regenerativ.

Das Heizen mit Biomasse erfülle diese Anforderungen dagegen nur bedingt, denn das Verbrennen von Holz verursache bezogen auf die so erzeugte Energiemenge mehr Kohlendioxid als das Verfeuern von Öl und Gas und ist nur rechnerisch „klimaneutral“, weil in den einschlägigen Ökobilanzen der Schadstoffausstoß beim Verbrennen der Kohlendioxidaufnahme lebender Bäume gegengerechnet wird.

Technische Wende

Zum anderen schiebe der irreversible Trend zu energetischen Bauweisen – unterstützt durch einschlägige Förderbestimmungen – und die daraus zunehmende Kannibalisierung des klassischen Öl- oder Gas-Heizkessels den Markt an. Denn der durch die optimierte Energieeffizienz nur mehr vergleichsweise geringe notwendige Energieeintrag (niedrige Vorlauftemperatur) könne auch von Wärmepumpen realisiert werden, die gegenüber klassischen Heizkesseln auf mittlere Sicht in Summe geringere Betriebskosten verursachen.

Zwar steigen die Strompreise im laufenden Jahr massiv, mit dem Energie- und Klimabonus federt die öffentliche Hand allerdings einen erheblichen Teil der Teuerung ab. Insofern seien die Rahmenbedingungen ausgezeichnet, dass Wärmepumpen schon in wenigen Jahren zum Heizungsstandard werden, zumindest in Eigenheimen – und in einem solchen lebt in Österreich rund die Hälfte der Bevölkerung. Tatsächlich waren die Wachstumsraten bei Wärmepumpen bereits vor der Ukraine-Krise hoch: Laut Branchenradar erzielten die Hersteller 2020 ein Umsatzplus von 9,6% und 2021 eines von 27,6%.

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