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Nachhaltigkeitsbericht wird bald Pflicht für größere Firmen

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Wien. Rund 2.000 Unternehmen in Österreich sind spätestens ab 2025 zur Erstellung eines EU-Nachhaltigkeitsberichts verpflichtet. BDO empfiehlt, sich schon jetzt vorzubereiten.

Mit dem Inkrafttreten der neuen EU-Richtline werden ca. 2.000 Unternehmen in Österreich ab spätestens 2025 zur Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts verpflichtet. Der damit verbundene Reporting-Aufwand sei nicht zu unterschätzen, heißt es bei Kanzlei BDO.

Die mit der Erstellung eines solchen Berichts verbundene Analyse des Unternehmens biete aber die große Chance, Nachhaltigkeit langfristig im Geschäftsmodell zu verankern, sieht BDO Positives. Und natürlich ist das übergeordnete Ziel der EU-Richtlinie die Verankerung der Nachhaltigkeit in der europäischen Wirtschaft – und nicht etwa die Vermehrung von Berichts- und Beratungsaufwand.

„Umfassendes Bild machen“

„Natürlich muss die Reporting-Fähigkeit im Sinne der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sichergestellt werden; wir betrachten Nachhaltigkeit gemeinsam mit unseren Kund*innen aber viel umfassender: Wie gelingt es uns, Nachhaltigkeit im Geschäftsmodell zu verankern und das Unternehmen so am Markt und in Bezug auf Mitarbeiter*innengewinnung auch für die Zukunft optimal zu positionieren?“, schildert Jörg Schönbacher, Partner bei BDO, in einer Aussendung die Zielsetzung.

Um dieses Ziel zu erreichen, werde das Unternehmen in seiner Gesamtheit inklusive der Lieferketten und Wettbewerbslandschaft analysiert, damit Prozesse und Strategien sowie Steuerung und Controlling optimal aufgestellt werden können. Die so gewonnenen Daten bilden die Basis für die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Verankerung von Nachhaltigkeit im Geschäftsmodell

Man setze für Kund*innen ein individuelles Projekt- und Datenmanagement auf und definiere gemeinsam konkrete Ziele, um Nachhaltigkeit in der Strategie zu verankern und somit Mehrwert zu stiften, so Sebastian Freiberger, Manager bei BDO. Am Ende des Prozesses seien die Unternehmen in der Lage, die regulatorischen Anforderungen des Berichts selbständig zu erfüllen und immer wieder Verbesserungen im laufenden Geschäft vorzunehmen.

Nachhaltigkeit könne auch ein Innovationsmotor sein: Vor allem im Technologiebereich seien smarte Nischenlösungen gefragt, die in vielen Fällen zur Lösung der Klimakrise beitragen können. Neben der Suche nach Best Practice Beispielen und der Beantragung passender Förderungen, z.B. im Rahmen des Green Deals, sei man auch bemüht geeignete internationale Kooperationspartner zu finden. „Es gibt aktuell viel positiven Rückenwind aus der öffentlichen Debatte um CO2-Bepreisung und Konsument*innenverhalten. Dadurch sind nachhaltige Geschäftsmodelle stark im Aufwind, werden langfristig betrachtet und das Inte- resse an Kooperationen steigt“, so Schönbacher: „Letztlich bietet der Fokus auf Nachhaltigkeit eine umfassendere Perspektive und großes Potenzial für die Verbesserung des ganzen Unternehmens.“

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