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Duale Führung wird in Österreich beliebter

Nadia Arouri ©PwC Österreich

Management. Laut einer Umfrage von PwC wird duale Führung in Österreich immer beliebter: Demnach sind 65 % der Führungskräfte bereit, die Chefetage zu teilen.

Der Chef als stolzer Kapitän, ganz allein auf der Kommandobrücke – dieses Bild ist für Österreichs Führungskräfte immer weniger verlockend, denn da oben kann es ungemütlich zugehen, zu zweit kommt man mit den Stürmen des Wirtschaftslebens besser zurecht. Das jedenfalls ist die Quintessenz einer aktuellen PwC-Studie. „Duale Führung wird für die heimische Chefetage immer attraktiver und beliebter. Neben dem War for Talent, ESG-Vorschriften mit strengeren Frauenquoten sowie den veränderten Anforderungen jüngerer Generationen stellt auch die Epidemie der Einsamkeit einen wesentlichen Treiber des Modells dar“, so Nadia Arouri, Leiterin des People & Culture Consulting Teams bei PwC Österreich.

Im Rahmen der Studie „Duale Führung“ von PwC und ABZ Austria wurden mittels qualitativer und quantitativer Erhebung der Status quo der dualen Führung in Österreich sowie deren Auswirkungen erhoben. Dazu wurden 177 Führungskräfte aus verschiedenen Branchen in einer Online-Umfrage befragt (quantitativ) und Interviews mit fünf Führungsduos durchgeführt (qualitativ).

„Traditionelle Führungsmodelle müssen neu gedacht werden, um Sinn bzw. Purpose als zentralen Kompass in diesen disruptiven Zeiten nutzen zu können. Das Konzept an sich ist nicht neu, jedoch war der Wunsch nach flexibleren Arbeitsmodellen nicht nur auf Mitarbeiter-, sondern auch auf Führungsebene noch nie so groß wie jetzt“, so Arouri.

Effizienzsteigerung und Arbeitgeberattraktivität

Geteilte Führung gehe mit geteilter Verantwortung und doppelter Kompetenzbündelung einher. Deshalb können zwei Führungskräfte mit den Herausforderungen agiler Arbeitswelten effizienter umgehen, heißt es. „Zudem erweist sich das Modell als geeignete Maßnahme für das Generationen-Management. Eine erfahrenere und eine Nachwuchsführungskraft können gegenseitig vom Wissensaustausch profitieren“, so Marion Koidl, Leiterin der Organisationsberatung bei ABZ Austria und Initiatorin der Studie.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Zwar übt die Mehrheit (zwei Drittel) der befragten Führungskräfte ihre Funktion derzeit noch allein aus, aber bei 19 % wurde bereits über die Einführung des dualen Modells nachgedacht.
  • Die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber durch das Angebot von dualen Führungsmodellen steigt laut PwC um 33 %.
  • Auf Seiten der Führungskräfte werden vor allem Entlastung, eine verbesserte Life-Work-Integration und Kompetenzbündelung als Vorteile genannt.
  • Als Mehrwehrt für das Unternehmen werden Perspektivenvielfalt, hochwertigere Entscheidungen sowie die Arbeitgeberattraktivität geortet. Die Befragten gaben an, dass diese Faktoren langfristig Einsparungen im Ausmaß von rund 26 % der Ressourcen bzw. Kosten einbringen.
  • Als die wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein duales Führungsmodell wurden gegenseitiges Vertrauen (26 %), offene und transparente Kommunikation (22 %) sowie die Fähigkeit, sich „die Bühne teilen zu können“ (20 %) genannt.

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