Bildung & Uni, Business, Tech

TU Wien startet MBA zu Lieferketten mit US-Uni Caltech

Wolfgang Güttel ©TU Wien

Postgraduate. Die TU Wien startet ein MBA-Studium mit dem California Institute of Technology (Caltech): „Operations & Supply Chain Management“ beginnt im Herbst 2023.

Die Academy for Continuing Education (ACE), der postgraduale Weiterbildungsarm der TU Wien, und das California Institute of Technology (Caltech) bieten künftig einen gemeinsamen MBA zu Operations & Supply Chain Management an (Start im Wintersemester 2023). „Besonders die aktuellen Verwerfungen der globalen Supply Chains und die Veränderungen im Produktionsbereich durch die zunehmende Technisierung stehen im Mittelpunkt der Kooperation mit Caltech“, so Univ.-Prof. Wolfgang Güttel, Dean der TU Wien ACE.

Die Krisen der Lieferketten studieren und reparieren

Eine Reihe an Faktoren, darunter nach wie vor die Covid-19-Pandemie, verursacht aktuell eine Supply-Chain-Krise und somit Handelsspannungen in vielen Teilen der Welt, erinnert die TU Wien in einer Aussendung: Das neue Joint MBA Programm soll den Teilnehmer*innen zu verstehen helfen, wie der Waren- und Materialfluss innerhalb einer Lieferkette verwaltet und optimiert werden kann.

Dies könne ihnen helfen, potenzielle Engpässe und Störungen frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen, wodurch die Effizienz gesteigert und Kosten gesenkt werden können. Durch ihr Verständnis von Logistik und Lieferkettenmanagement können die Studierenden des Operations & Supply Chain Management MBAs dazu beitragen, dass Waren und Materialien zum richtigen Zeitpunkt und zu angemessenen Kosten dorthin geliefert werden, wo sie benötigt werden, lautet der Anspruch. Dies sei besonders in Krisenzeiten wichtig, wenn das reibungslose Funktionieren der Lieferketten für Wirtschaft und Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist.

Eine Uni mit NASA-Connections

Die Kooperation mit dem California Institute of Technology soll den ACE Studierenden die Möglichkeit bieten, an einer der bekanntesten Universitäten Amerikas einen Einblick in den Aufbau globaler Lieferketten und in aktuelle Trends wie Back- oder Reshoring zu bekommen, so die TU Wien. Das Betreuungsverhältnis an der Caltech ist in den Augen der meisten zentraleuropäischen Unis recht ungewöhnlich: Die in Pasadena angesiedelte Hochschule hat bloß 2.400 Studierende (aber 3.500 Beschäftigte) und gehört zum kleinen Kreis der sogenannten „Eliteunis“, mit entsprechend guten Positionen in einschlägigen Rankings.

Der Caltech-Campus ©Caltech

Auch der persönliche Bekanntenkreis, den Absolvent*innen solcher Institutionen erwerben, wird häufig als Argument für die recht üppigen Kursgebühren ins Treffen geführt – ein „globales Netzwerk von inspirierenden thought leaders“, formuliert es die TU Wien in der Kursbeschreibung. Ein bekanntes Institut der Caltech ist zum Beispiel das JPL (Jet Propulsion Laboratory), das Satelliten und Raumsonden für die NASA entwickelt.

Zielgruppe und Kosten

Der englischsprachige Kurs ist 90 ECTS-Punkte schwer und bringt (bei erfolgreicher Teilnahme) den Abschluss „Executive Master of Business Administration (EMBA) in Management & Technology“. Die Dauer ist auf drei Semester plus Master-These ausgelegt und soll Berufsprofis ansprechen (studiert wird geblockt in Modulen). Die Kosten schlagen mit 32.900 Euro zu Buche, womit sich der Kurs im Vergleich weit oben unter den Postgraduate-Programmen einreiht. Reise- sowie Aufenthaltskosten sind darin nicht enthalten.

Die Statements

„Wir sind begeistert, unseren Teilnehmer*innen den umfangreichen Zugang zum Wissensschatz einer der weltweit führenden Technologie-Universitäten der Welt im wirtschaftlich prosperierenden Kalifornien zu eröffnen“ so Univ.-Prof. Wolfgang Güttel, Dean der ACE: „Wir schaffen damit zukunftsorientierte Weiterbildungsmöglichkeiten, um durch die Ausweitung der Analyse- und Handlungsfähigkeiten unserer Teilnehmer*innen deren Karrierechancen substanziell zu verbessern.“

Univ.-Prof. Kurt Matyas, Vizerektor der TU Wien und Lehrgangsleiter des neuen MBAs, wird zitiert: „Wir freuen uns sehr, diese Chance für unsere Studierenden zu schaffen, die internationale Erfahrungen sammeln möchten. Durch die Kooperation mit Caltech werden die Teilnehmer*innen in der Lage sein, ihre akademischen Kenntnisse und Fähigkeiten auf eine völlig neue Art und Weise zu erweitern und so tonangebend bei der Gestaltung zukünftiger globaler Logistikprozesse zu sein.“

    Weitere Meldungen:

  1. Rina Alluri neue UNESCO-Lehrstuhlinhaberin in Innsbruck
  2. Seestadt Aspern: Wechsel in der Führungsetage
  3. Marion Winkler leitet Wiener Whistleblower-Meldestelle
  4. Info-Event: Internationales Wirtschaftsrecht 2023