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So geht es Vorsorgewohnungen beim Zinsanstieg

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Immobilien. Der Markt für Vorsorgewohnungen ging 2022 deutlich zurück, 2023 entwickelt sich ähnlich. Aber die Preise sehen gut aus, so Immo-Berater EHL.

Das jahrelange Wachstum des Markts für Vorsorgewohnungen hat, ausgelöst durch den steilen Zinsanstieg im Vorjahr, eine Unterbrechung erfahren. Der jetzt publizierte „EHL Vorsorgewohnungsmarktbericht Frühjahr 2023“ der EHL Immobilien Gruppe weist konkret für 2022 einen Rückgang des Marktvolumens von 1.778 auf rund 1.550 Einheiten (-13,1 Prozent) aus. Auch heuer und 2024 rechnet EHL mit einem Rückgang der Verkaufszahlen.

Die Kaufpreise pro Quadratmeter stiegen 2022 hingegen nochmals deutlich auf 4.930 Euro an und sollen dieses Niveau laut EHL auch zumindest halten. Während für den Rückgang im Vorjahr die Zurückhaltung der Anleger nach dem Zinsschock im Frühjahr verantwortlich war, ist für die für heuer und 2024 erwarteten rückläufigen Zahlen ein deutlich geringeres Angebot verantwortlich, heißt es: Die hohen Baupreise und die gestiegenen Finanzierungskosten haben demnach bereits im Vorjahr zu einer Verschiebung zahlreicher Projektstarts geführt und diese werde sich nun in deutlich weniger Wohnungsfertigstellungen niederschlagen.

Weiterer Rückgang im dreistelligen Bereich

„Wir rechnen für heuer und 2024 mit einem Rückgang der Transaktionszahlen auf rund 1.200 Einheiten“, so Karina Schunker, Geschäftsführerin der EHL Wohnen, in einer Aussendung anlässlich der Veröffentlichung des EHL Vorsorgewohnungsmarktberichts: „Hingegen sehen wir keine Tendenz zu nennenswerten Preisrückgängen, da das Angebot deutlich stärker zurückgeht als die Nachfrage und auch die Vermietungsperspektiven wegen des insgesamt rückläufigen Wohnungsneubaus sehr gut sein werden.“

Dabei zähle vor allem die hohe Energieeffizienz als Pluspunkt: Der Energiebedarf ist bei Neubauwohnungen, die energieeffizient geplant sind, geringer und das schlage sich auch in der Mietnachfrage nieder. Mittel- und langfristig werde der stärkste Treiber für private Immobilieninvestitionen aber die Inflation sein. „Immobilien sind seit jeher der beste und beliebteste Schutz gegen inflationäre Tendenzen“, so Schunker: „Die klar negativen Realzinsen sichern Vorsorgewohnungen exzellente Veranlagungsperspektiven und sichere, nachhaltige Renditen. Daher sind wir überzeugt, dass Vorsorgewohnungen auf Dauer mehr denn je gefragt sein werden.“

Nicht nur auf Wien sehen

EHL rechne auch mit einer deutlichen Veränderung der Marktstruktur. Zwar werde Wien weiterhin mit großem Abstand der wichtigste Teilmarkt bleiben, aber andere Städte holen spürbar auf. Neben dem Wiener Umland (dem „Speckgürtel“) gewinnen Landehauptstädte wie Graz, Linz und Klagenfurt an Bedeutung. Diese Märkte werden zwar immer vergleichsweise klein sein, trotzdem seien sie für Anleger um nichts weniger attraktiv als der etablierte, große Markt in Wien, so EHL.

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