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Rechtswissenschaften dominieren bei Compliance Managern

Marcus Sultzer ©EQS Group

München. Die EQS Group hat untersucht, welche akademischen Abschlüsse die Compliance Manager bei börsennotierten Unternehmen haben: Rechtswissenschaften dominieren vor Wirtschaftswissenschaften bei DAX- und FTSE-Unternehmen.

Für die Studie wurden laut Compliance-Softwareanbieter EQS Group für jedes Unternehmen aus dem DAX sowie die 40 umsatzstärksten Unternehmen aus dem britischen Aktienindex FTSE die Abschlüsse der Compliance Manager auf C-Level-Ebene ermittelt. Die Ergebnisse: Deutsche und britische Compliance-Führungskräfte der DAX40- und FTSE-Unternehmen haben am häufigsten ein rechtswissenschaftliches Studium abgeschlossen.

Dabei sind die Rechtswissenschaften in Deutschland mit gut 63 Prozent am stärksten vertreten. Deutsche Firmen weisen eine um mehr als 50 Prozent höhere Quote als Unternehmen in Großbritannien auf: Dort machen rechtswissenschaftliche Studiengänge 40 Prozent der akademischen Abschlüsse aus.

Wirtschaftswissenschaften auf Platz zwei

In beiden Ländern sind die Wirtschaftswissenschaften das Studienfach, das bei den Compliance-Verantwortlichen am zweithäufigsten vorkommt. Gut 23,5 Prozent der Compliance-Manager der DAX-Unternehmen haben Volks- oder Betriebswirtschaft studiert. In Großbritannien sind es 18 Prozent.

Auf Platz drei in Deutschlands Compliance-Chef-Etagen liegt das Ingenieurwesen mit knapp acht Prozent. In Großbritannien nehmen diesen Platz hingegen die medizinisch-biologischen Naturwissenschaften ein, wie Medizin, Biologie oder Biochemie, die zusammen rund acht Prozent der Studiengänge ausmachen.

In beiden Ländern sind unter den Compliance Manager auch Psychologen zu finden: In Deutschland macht dieser Abschluss 2,6 Prozent, in Großbritannien vier Prozent der absolvierten Studiengänge von Compliance Managern aus.

Das Statement

„Es ist spannend zu sehen, dass die akademischen Hintergründe der führenden Compliance-Kräfte fast ebenso vielfältig sind wie die recht neue und immer mehr an Bedeutung gewinnende Disziplin Compliance. Rechtswissenschaftliche Kenntnisse sind – wie der hohe Anteil an Jurist*innen in unserer Analyse deutlich zeigt – zwar sehr wichtig, um eine starke Compliance-Kultur innerhalb der Organisation zu etablieren, aber eben bei Weitem nicht die einzigen. Wir sind überzeugt, dass es für diese übergreifende Thematik schon in Kürze spezielle Studiengänge geben wird, die den zukünftigen Compliance-Managern neben dem rechtlichen Know-how und den ethischen Grundwerten beispielsweise auch das betriebswirtschaftliche Einmaleins vermitteln“, so Marcus Sultzer, Mitglied des Vorstands der EQS Group AG.

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