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„Nachhaltigkeit ist derzeit Krisenverlierer Nr.1“

Michael Dessulemoustier ©Mazars Austria

Sparprogramme. Teure Energie, Inflation, Personalmangel: Österreichs Unternehmen sparen – und zwar bei der Nachhaltigkeit, so eine Umfrage von Steuerkanzlei Mazars.

Die Nachhaltigkeit ist damit „Krisenverlierer Nr.1“, formuliert es Mazars Austria.

Der Krisenmodus

Rekord-Energiepreise, Inflation, Lieferketten und Personalmangel: Österreichs Unternehmen kommen aus dem Krisen-Modus nur schwer heraus, heißt es dazu. Eine Folge: 61 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben aktuell ihre Nachhaltigkeitsbemühungen entweder deutlich reduziert oder komplett auf Eis gelegt. Und das obwohl neun von zehn Unternehmen angeben, Nachhaltigkeit habe in Ihrem Betrieb einen großen oder sehr großen Stellenwert. Das zeige eine qualitative Befragung von 100 Geschäftsführer*innen und Entscheider*innen mittelständischer Unternehmen österreichweit durch das Instituts TQS im Auftrag von Mazars Austria.

„Diese Entwicklung ist bedauerlich und wohl auch etwas kurzsichtig“, so Michael Dessulemoustier, Geschäftsführer von Mazars: „Wir sind überzeugt, dass Unternehmen, die jetzt nicht in Nachhaltigkeit investieren können, über kurz oder lang dieses Versäumnis spüren werden. Nachhaltigkeit ist längst nicht nur ein Thema für die ganz Großen. Nachhaltigkeits-Aspekte sind für Investor*innen, Stakeholder, Kund*innen aber auch zukünftige Mitarbeitende immer entscheidender und damit ausschlaggebend für den Unternehmenserfolg.“

Nachhaltigkeit ist in der Theorie wichtig…

91 Prozent der Befragten geben an, in ihrem Unternehmen hätte das Thema Nachhaltigkeit einen sehr großen (43 Prozent) oder großen (48 Prozent) Stellenwert. Zehn Prozent meinen sogar, Nachhaltigkeit habe einen größeren Stellenwert als Umsatz- oder Ertragsziele – für immerhin 45 Prozent ist der Stellenwert zumindest gleich groß. Jede:r zweite Befragte ist überzeugt, dass Nachhaltigkeit eine große Bedeutung hat.

An der Spitze der Nachhaltigkeits-Liste stehen Weiterbildung, Energiesparen und Arbeitszeitmodelle für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

… wird aber in der Praxis heruntergestuft

Angesichts der Dauer-Krisen sind nur 23 Prozent der mittelständischen Unternehmen bei ihren Nachhaltigkeitsbemühungen voll im Plan – bei 16 Prozent gibt es Verzögerungen und bei den angeführten 61 Prozent Reduktionen oder einen kompletten Stopp, so die Umfrage für Mazars.

 

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