Open menu
x

Bequem up to date mit dem Newsletter von Extrajournal.Net!

Jetzt anmelden, regelmäßig die Liste der neuen Meldungen per E-Mail erhalten.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Newsletter-Seite sowie in unserer Datenschutzerklärung.

Business, Recht, Steuer

EY: Jedes elfte Vorstandsmitglied ist weiblich

Helen Pelzmann ©EY / Robert Herbst

Österreich. Die Anzahl weiblicher Vorstände ist zuletzt konstant geblieben, so EY: Verglichen mit dem Untersuchungsstart 2015 sind es heute 10 mehr. Bei EY selbst liegt der Partnerinnen-Anteil bei einem Fünftel.

Die Anzahl weiblicher Vorstandsmitglieder in Österreichs börsennotierten Unternehmen (Stichtag 1. Jänner 2023) ist im Vergleich zur Jahresmitte 2022 (Stichtag 1. August 2022) konstant geblieben. Somit stehen in den im Wiener Börse Index notierten heimischen Unternehmen 17 weibliche Vorstandsmitglieder 171 männlichen gegenüber. Damit hat sich der Wert im Vergleich zur letzten Erhebung nicht geändert. Bei Beginn der Untersuchungen im Juli 2015 lag der Frauenanteil in Vorständen bei 4,1 Prozent. In absoluten Zahlen ist die Anzahl an weiblichen Vorstandsmitgliedern innerhalb der letzten sieben Jahre um zehn Personen gestiegen.

Der Frauenanteil in den heimischen Aufsichtsräten ist hingegen leicht gesunken, liegt aber mit fast 30 Prozent auf dem zweithöchsten Stand im Untersuchungszeitraum. In fast neun von zehn österreichischen WBI-Unternehmen ist aktuell mindestens eine Frau im Aufsichtsrat vertreten. Somit ist in den Aufsichtsräten insgesamt der Anteil der Frauen im Vergleich zum Vorjahr von 30,4 Prozent minimal auf 29,8 Prozent gesunken: In den Aufsichtsgremien sitzen somit 157 Frauen (29,8%) und 370 Männer (70,2%). Gegenüber August 2022 ist die Zahl der weiblichen Aufsichtsratsmitglieder um sieben zurückgegangen, die der männlichen Aufsichtsräte im gleichen Zeitraum ebenfalls um sechs Mitglieder.

Zu diesen Ergebnissen kommt das „Mixed Leadership Barometer“ der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Dafür werden halbjährlich die Strukturen von Vorständen und Aufsichtsräten der im Wiener Börse Index gelisteten österreichischen Unternehmen analysiert.

„Jedes elfte Vorstandsmitglied ist weiblich“

„Der Frauenanteil bei Vorstandsmitgliedern der österreichischen börsennotierten Unternehmen ist im letzten halben Jahr zwar nicht gestiegen, aber immerhin konstant geblieben. Damit ist aktuell nur jedes elfte Vorstandsmitglied weiblich. Das zeigt den dringenden Handlungsbedarf auf und die Notwendigkeit, in den Gremien mehr Diversität sicherzustellen“, kommentiert Helen Pelzmann, Partnerin (EY Law) und Verantwortliche für die Initiative ‚Women. Fast Forward‘ bei EY Österreich, in einer Aussendung die Ergebnisse.

Um die Trendwende und die Gleichstellung von Frauen und Männern voranzutreiben, brauche es einen gemeinsamen Schulterschluss auf allen Ebenen – vor allem aber deutliche Fortschritte und Maßnahmen seitens Politik und Wirtschaft. Von Diversität geprägte Führungsteams können Unternehmen zu neuen Lösungen führen und die Innovationskraft steigern – ein wichtiger Faktor für den langfristigen Erfolg, so Pelzmann: „Die von den EU-Mitgliedsstaaten und dem europäischen Parlament vorgegebene Geschlechterquote auf Vorstandsebene ist dazu ein wesentlicher Schlüssel.“

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Ausschlaggebend für den Wandel sei es auch, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Geschlechter zu fördern: Bis auf Ausnahmen werde das Zusammenspiel von Beruf und Familie fast ausschließlich als eine Frauen, aber nicht Männer betreffende Frage diskutiert. Lenkungs- und Vereinbarkeitsmaßnahmen für Männer wie Teilzeit oder Jobsharing werden in vielen Unternehmen kaum forciert. Um Frauen in Führungspositionen zu unterstützen, müssen der Blick auf beide Geschlechter gerichtet werden und individuelle Lebensmodelle für Frauen sowie Männer gefördert werden, heißt es.

  • Die meisten Frauen sind momentan in den Chefetagen der Immobilienbranche anzutreffen, wo ihr Anteil bei 21 Prozent liegt.
  • An zweiter Stelle folgt die Konsumgüterbranche (19%),
  • an dritter Stelle die Informationstechnologie (18%) gefolgt von
  • der Finanz- und Industriebranche mit je sieben Prozent.

Keine einzige Vorständin gibt es in fünf Branchen: Energie, Automobil, Rohstoffe, Telekommunikation und Transport.

Jedes dritte Aufsichtsratsmitglied in WBI-Unternehmen ist weiblich

Der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder ist seit dem Beginn der Erhebung im Jahr 2015 in jedem Jahr kontinuierlich gestiegen, 2023 ist erstmals ein minimaler Rückgang um rund einen halben Prozentpunkt zu verzeichnen. Seitdem mit 1. Jänner 2018 die gesetzliche Genderquote von 30 Prozent in Kraft getreten ist, erhöhte sich der Frauenanteil in den Kontrollgremien der österreichischen WBI-notierten Unternehmen deutlich und kontinuierlich von 18,8 Prozent (Stichtag: Dezember 2017) auf aktuell 30,4 Prozent im August 2022.

Mit 29,8 Prozent im Jänner 2023 stagniert der Frauenanteil im Aufsichtsrat zum ersten Mal seit Einführung der verpflichtenden Quote und ist sogar leicht rückläufig. Von den derzeit 527 Aufsichtsratsmitgliedern der im WBI notierten österreichischen Unternehmen sind 157 Frauen. In 50 der 56 untersuchten Unternehmen gibt es aktuell mindestens eine Frau im Aufsichtsrat. 38 Unternehmen beschäftigen zwei weibliche Aufsichtsratsmitglieder – das sind zwei Unternehmen weniger als im Vorjahr.

„Bei der Einführung der Quotenregelung für Aufsichtsräte gab es viele Bedenken und Diskussionen. Auch wenn Quoten sicher kein Allheilmittel sind, sehen wir in diesem Fall einen ganz klaren Effekt: Seit der Einführung ist der Frauenanteil in den Kontrollgremien deutlich gewachsen. Die Quote hat die Themen Diversität und Gleichstellung weiter nach oben auf der Unternehmens-Agenda gehievt und damit ihren Zweck erfüllt, das Bewusstsein zu schärfen und gezielter nach geeigneten weiblichen Gremiumsmitgliedern zu suchen“, so Pelzmann.

Jeder vierte Aufsichtsrat unter Quotenregelung erfüllt die Quote noch nicht

Trotz deutlicher Fortschritte bei der ausgewogenen Besetzung von Aufsichtsräten gäbe es immer noch Aufholbedarf, so Pelzmann: „Die Genderquote zeigt Wirkung, es gibt 56 weibliche Aufsichtsratsmitglieder mehr als zum Zeitpunkt des Inkrafttretens und der Frauenanteil in Kontrollgremien ist von 18,8 auf 29,8 Prozent geklettert. Dieser Zuwachs ist zu einem überwiegenden Teil darauf zurückzuführen, dass jene österreichischen im WBI notierten Unternehmen, die die Quote erfüllen müssen, mehr Aufsichtsratsposten an Frauen vergeben haben. Allerdings ist das Ziel noch nicht erreicht. Fast jedes vierte verpflichtete österreichische Unternehmen muss die Frauenquote im Aufsichtsrat bei der nächsten Wahl oder Entsendung erhöhen“.

Am höchsten ist der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder derzeit mit 37 Prozent in der Transport- und Logistikbranche, wo mehr als jedes dritte Aufsichtsratsmitglied eine Frau ist. Dahinter folgen die Energiebranche (35%) und die Finanzbranche (34%). Am niedrigsten ist der Anteil weiblicher Gremiumsmitglieder mit rund 18 Prozent aktuell im Rohstoffsektor.

Frauenanteil bei den EY-Partnern ist nicht gestiegen

Traditionell weist der Big Four-Multi im Rahmen der Erhebung auch den Anteil der Chefinnen im eigenen Haus aus. Mit Stichtag 1. Jänner 2023 waren demnach von den 39 Partnern von EY Österreich acht Frauen – das entspricht einem Anteil von 21 Prozent. Zum Vergleich: Am 1. Jänner 2021 gab es ebenfalls 39 Partner bei EY Österreich, acht von ihnen weiblich.

Auf Management-Ebene liege der Frauenanteil aktuell insgesamt bei 44 Prozent. EY möchte den Frauenanteil auf Führungsebene weiter systematisch vergrößern und baut dabei auf Programme, die teilweise bereits seit mehreren Jahren schon bei der Einstellung neuer Mitarbeiter*innen ansetzen, heißt es. Der Frauenanteil in der gesamten Belegschaft von EY Österreich liegt momentan bei 53 Prozent.

Weitere Meldungen:

  1. KPMG bleibt Mieter von CA Immo am Berliner Kunstcampus
  2. Minerva Award für Fachverlag Manz in der Kategorie „Fair & Equal Pay“
  3. „City Tower Vienna“ mit Gerichten wird verkauft: Die Berater
  4. Kurzzeit-Vermietern drohen in Wien bis zu 50.000 Euro Strafe, warnt Ergo