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Bildung & Uni, Business, Tech

Lieferketten: „Seltene Erden sind gar nicht selten“

Ralf Holzhauer ©Christof Kerkhoff / VDI

Rohstoffe & Co. In Schweden ist Europas größtes Vorkommen an Seltenen Erden entdeckt worden. Doch der Abbau, nicht die Suche ist das Problem, warnt der deutsche Ingenieursverband VDI – und fordert mehr Handy-Recycling.

In Schweden ist das bislang größte in Europa bekannte Vorkommen an Seltenen Erden entdeckt worden. Öffentlich gefeiert wurde die Entdeckung vor einigen Wochen als Schritt in Richtung Unabhängigkeit von langen, empfindlichen Lieferketten, die derzeit bei Seltenen Erden vor allem in China ihren Ausgang nehmen. Doch die Meldung hat einen Haken, heißt es in einer Aussendung der deutschen Ingenieursvereinigung VDI: Der Abbau von Seltenen Erden – und weniger die Suche nach ihnen – sei technologisch die Herausforderung, so die Vereinigung, die mit rund 135.000 Ingenieur*innen als größte ihrer Art in Europa gilt.

„Seltene Erden sind gar nicht selten“

Prof. Ralf Holzhauer vom Zentrum für Recyclingtechnik an der Westfälischen Hochschule und Vorsitzender des VDI-Fachbereichs Energie- und Umwelttechnik bemängelt, dass nur über den Abbau Seltener Erden gesprochen wird, bisher aber kein Recycling stattfindet. „Die Seltenen Erden sind zudem weder selten noch sind sie Erden. Es sind die am meisten auf der Welt vorkommenden Elemente. Leider fein verteilt, daher eine Herausforderung bei der Gewinnung“, sagt Holzhauer im VDI-Podcast „Technik aufs Ohr“.

Ohne Seltene Erden sei ein Hightech-Leben nicht denkbar. Dasselbe gelte für Windräder. „Kein Windrad ohne Magnet. Kein Magnet ohne Seltene Erden“, so Holzhauer. In Smartphones befinden sich die Ressourcen ebenfalls. „Der Fund in Schweden ist super, denn es bedarf dieser Ressourcen, um unsere Zukunftsfähigkeit zu sichern. Man muss aber auch sagen, dass in den letzten Jahren nicht unbedingt nach Seltenen Erden gesucht wurde.“ Der Abbau von Lagerstätten lohne sich erst, wenn eine gewisse Konzentration vorliege. „Beim Abbau fallen auch riesige Mengen an Wasser an. Bei uns wären meiner Meinung nach riesige Abwasserseen wie in China undenkbar“, so Holzhauer. Um europäische Vorstellungen von Umweltschutz beim Abbau Seltener Erden einzuhalten, sei großer Aufwand erforderlich.

Smartphones recyclen: „Aufklärung fehlt“

Ralf Holzhauer sieht Nachholbedarf beim Thema Recycling – auch bei größeren Materialströmen wie Magneten. „Es fehlt ein Stück weit auch an Erfassungsstrukturen.“ Wichtig seien etwa Vorhaben, um die Anreize zur Rückgabe alter Handys zu erhöhen. So habe es zwar eine Diskussion über ein Pfandsystem bei Handys gegeben, diese sei aber nicht erfolgreich verlaufen. „Bei Starterbatterien im Auto funktioniert das Pfandsystem. Die Erfassungsquote liegt bei 99%. Die Politik konnte sich aber nicht durchringen, ein solches System für Smartphones einzuführen. Aus meiner Sicht werden nur solche Lösungen helfen, um verpflichtend Produkte in Kanäle zurückzuführen“, so Holzhauer.

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