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Business, Finanz, M&A, Recht

UBS übernimmt Credit Suisse: So reagieren Bank-Aktien

Credit Suisse-Zentrale am Paradeplatz in Zürich ©Credit Suisse

Schweiz. Die Bankenrettung hält die Finanzbranche in Atem: UBS übernimmt Credit Suisse (CS). Abgesegnet wurde die Rettung am Sonntag, der Montag zeigte dann die Reaktion der Börsen.

So verlor die Aktie des Retter UBS in den ersten Handelsstunden rund 11 Prozent (konnte sich im späteren Handelsverlauf aber wieder erholen), Credit Suisse büßte sogar 60 Prozent ein. Auch viele internationale Bank-Aktien starteten am Montag mit Verlusten in den Handel. In Deutschland gaben die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank zunächst deutlich nach. Im weiteren Tagesverlauf setzte dann aber eine Gegenbewegung ein, am Nachmittag hatten die beiden wichtigen deutschen Bank-Aktien ihre Verluste in etwa wieder aufgeholt.

Die Aktien der großen österreichischen Banken, die nach bisherigem Wissensstand ja bei der Credit Suisse nicht involviert sind, standen am Montag kaum unter Druck: Der Aktienkurs der Erste Group stieg im Laufe des Tages von unter 29 Euro auf über 30 Euro, auch die Raiffeisen-Aktie lag am Nachmittag leicht im Plus.

Die Übernahme

Die erste Reaktion der Märkte – Druck auf viele Bank-Aktien – zeigt die herrschende Nervosität, doch gibt es auch grundsätzliche Kritik an dem Deal, der jetzt unter der Oberhoheit des Schweizer Finanzministeriums, der Notenbank und der Finanzaufsicht FINMA beschlossen wurde. Demnach werden die Aktionäre der Credit Suisse 1 UBS-Aktie für je 22,48 Credit Suisse-Aktien erhalten, was ihr Eigentum mit relativ bescheidenen 3 Mrd. CHF bewertet. Vollzogen werden soll der Merger, wie die beiden Banken am Sonntag mitteilten, bis Jahresende 2023. „The merger transaction remains subject to customary closing conditions. Both parties are confident that all conditions can be met“, heißt es.

Gefragt werden die UBS-Aktionäre nicht, ob sie die CS retten wollen, und die gemeinsame Bank wird auf dem Schweizer Bankenmarkt eine dominierende Stellung haben, was ebenfalls kritisiert wird. „Die Auffanglösung für die Credit Suisse hat schwere Mängel. Das Eigentumsrecht wird geschwächt – und das Wettbewerbsrecht ausgehebelt“, schreibt beispielsweise Johannes Ritter, Korrespondent der FAZ, in einem Kommentar. Als problematisch gilt auch, dass Inhaber von eigenkapitalähnlichen Anleihen (Additional Tier 1; AT1) der Credit Suisse ihr Geld verlieren sollen. Es geht um immerhin 16 Milliarden Schweizer Franken (16,12 Mrd. Euro), Klagen seien zu erwarten, so Marktbeobachter.

Nervosität an den Märkten

Für nicht direkt betroffene Kapitalmarkt-Akteure ist vor allem die Frage spannend, wie sich die Schweizer Bankenkrise auf andere Finanzplätze auswirken wird. Trotz des zeitweise festeren Kurstrends werden viele Bankaktien in der nächsten Zeit wohl kein sanftes Ruhekissen für Anleger*innen sein, so Marktbeobachter. Das Bankenbeben stellt die Notenbanken vor ein schwieriges Dilemma, schreibt das deutsche Investmenthaus Feri in einer Analyse, die noch vor der Credit Suisse-Übernahme erstellt wurde: Die aktuellen Inflationsdaten für die Eurozone und die USA zeigen, dass der Preisdruck unverändert hoch ist und sich zu verfestigen droht, so Feri. Das wiederum erfordere von EZB, Fed & Co eigentlich eine konsequente Fortführung der geldpolitischen Straffung, denn nur so ist das Ziel der Preisstabilität zu erreichen. Kurz gesagt, die Leitzinsen müssen weiter steigen.

Auf der anderen Seite wächst damit der zinsseitige Druck auf das Finanzsystem: Die Angst besteht nun, dass nach Silicon Valley Bank und Credit Suisse noch andere Geldhäuser dadurch in Bedrängnis geraten. Die Notenbanken, so Feri, versuchen dieses Dilemma zu lösen, indem sie die Leitzinsen anheben und gleichzeitig gezielt Liquidität zur Verfügung stellen – was den Druck aber nur vorübergehend verringern könne. Der Schluss daraus: Die Finanzmärkte wissen das und spekulieren bereits jetzt darauf, dass die Notenbanken letztendlich dazu gezwungen sind, ihren Straffungskurs im Jahresverlauf abzumildern oder sogar umzukehren. Dem Finanzsystem könnten in den nächsten Monaten also noch einige „Stresstests“ bevorstehen, heißt es.

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