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Business, M&A, Recht, Steuer

Immo-Bericht von ULI und PwC: Die Zins-Sorgen bremsen

©ejn

Frankfurt. Hohe Inflation, steigende Zinsen sowie unzureichende Finanzierungsmöglichkeiten bremsen den globalen Immobilienmarkt, so ein neuer Bericht von ULI und PwC.

Die Studie beschreibt die Erwartungen weltweit führender Unternehmen im Immobiliensektor für das aktuelle Jahr, heißt es in einer Aussendung: Der vom Urban Land Institute (ULI) und Beratungsmulti PwC erstellte Bericht soll als Indikator für die Stimmung in der globalen Immobilienbranche sowie für Investitions- und Entwicklungstrends weltweit dienen.

Die Aussichten

Nach den Angaben ist der Ausblick für die Immobilienbranche – global gesehen, in den einzelnen Regionen kann das Bild anders sein – durch erhebliche Unsicherheiten geprägt, die durch weiter steigende Zinsen und den Mangel an verfügbarem Fremd- und Eigenkapital verursacht werden. Dies führe zu einer geringen Liquidität, Bedenken bezüglich der Refinanzierung laufender Darlehen und einer insgesamt abwartenden Haltung der Branche.

Eine Schlüsselfrage ist, ob ein Mietwachstum vor dem Hintergrund einer stagnierenden Wirtschaft, eines sich abkühlenden Konsumklimas, eines anhaltenden Strukturwandels und eines steigenden Investitionsbedarfs realisierbar ist, heißt es. Die Folgen der Geldpolitik der Zentralbanken und der steigenden langfristigen Zinssätze werden sich erst noch in vollem Umfang zeigen, aber der Rückzug institutioneller und privater Anleger aus Fonds beunruhige die Immobilienbranche. Bei den institutionellen Anlegern sei der Rückzug teilweise eine Reaktion darauf, dass in ihren Portfolien die Aktienkurse sinken und demnach die Immobilienquote zu hoch ist.

Bei den Zinsen muss Klarheit herrschen

Das größte Hindernis für den Abschluss von Transaktionen in diesem Jahr ist die Preisfindung. Haupttreiber dafür ist die Ungewissheit darüber, wo und wann sich die Zinssätze einpendeln werden. Die Preise für Logistikimmobilien hingegen scheinen sich auf den wichtigsten Märkten weitgehend stabilisiert zu haben und die Hoffnung, dass die langfristigen strukturellen Veränderungen im Einzelhandel nun eingepreist sind, wächst. Auf den Büroimmobilienmärkten aber bestehe weiterhin große Unsicherheit.

Lisette van Doorn, CEO des ULI Europe: „Die Verantwortlichen in der Immobilienbranche stellen sich auf die voraussichtlich länger anhaltenden höheren Zinssätze ein und müssen eine neue Normalität mit höheren Finanzierungskosten und minimalem Kapitalwachstum akzeptieren. Der Erfolg – Betriebsführung und Mietwachstum – hängt davon ab, dass die Investments zweckmäßig und ESG-konform sind. Die Branche kann nicht länger abwarten und hoffen, dass die Bau- und Finanzierungskosten sinken, denn die Nutzer werden ihre Gesamtkosten bei der Erneuerung des Mietvertrags kritisch überprüfen. Die Anpassung an ihre Flächen- und ESG-Strategien ist entscheidend: Wird nicht gehandelt, kann dies sehr bald zu einem Verlust von Mieteinnahmen führen.“

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