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„Mapping ESG“: Studie analysiert 14 grüne Immo-Standards

©ejn

Regel-Dickicht. Eine globale Studie von INREV, PRI und ULI beleuchtet erstmals alle für die Immobilienbranche relevanten ESG-Vorschriften und Berichtsstandards: Es sind 14 Stück.

Die Studie ist als praktischer Leitfaden für den Umgang mit der Vielzahl von ESG-Vorschriften, Standards und Zertifizierungen gedacht. Der Report „Mapping ESG: Landscape Review of Certifications, Reporting Frameworks and Practices“ wurde laut den Angaben von der European Association for Investors in Non-Listed Real Estate Vehicles (INREV), den Principles for Responsible Investment (PRI) und dem Urban Land Institute (ULI) initiiert und von PwC mit Unterstützung einer Reihe von Experten führender Immobilienfondsmanager und Investoren durchgeführt.

Die Aufgabe

Ökologische und soziale Herausforderungen stellen die größten Risiken für unsere Gesellschaft weltweit dar. Mangels globaler Regelungen und einheitlicher Definitionen habe die Immobilienwirtschaft ihre eigenen Berichtsstandards und Gebäudezertifizierungen entwickelt, die in jüngster Zeit durch eine zunehmende Zahl regionaler und nationaler Vorschriften ergänzt wurden. Somit wird es immer schwieriger, einen Überblick über die verschiedenen Vorschriften und freiwilligen Standards zu erhalten, insbesondere bei zusätzlichen individuellen Anforderungen durch Investoren.

Nach einer Bestandsaufnahme und Interviews mit Branchenexperten untersuche die Studie den Zweck der verschiedenen ESG-Anforderungen. Sie beleuchte, wie sich diese Anforderungen überschneiden und wo es Möglichkeiten für eine Entlastung bei der ESG-Berichterstattung gibt.

Vergebliche Hoffnung auf einen Standard

Aktuell existiert kein universeller Berichtsstandard, und daran werde sich kurz- bis mittelfristig nichts ändern, so die Branchenverbände: ESG sei breit gefächert und komplex und entwickle sich als Thema aufgrund von weiteren wissenschaftlichen Erkenntnissen und einer breiteren gesellschaftlichen Akzeptanz stetig weiter. Zukünftig werden sich trotz aller Konsolidierungsbemühungen die Berichtsstandards und -rahmen an neue Anforderungen anpassen müssen.

Dementsprechend sollten Branchenteilnehmer die Standards auswählen, die ihre ESG-Strategie angemessen widerspiegeln und soziale Mindeststandards für den gesamten Lebenszyklus von Immobilien einhalten, wird geraten. Bei der Auswahl geeigneter Bestimmungen und Standards sollen Fallbeispiele helfen.

Wichtig seien etwa glaubwürdige Daten, insbesondere zu Umwelt- und Scope 1-, 2- und 3-Treibhausgasemissionen. Die Studie skizziert auch neue Best Practices, wie beispielsweise die Offenlegungspflichten der EU-Taxonomie und der SFDR (Sustainability Finance Disclosure Regulation), die einen Wechsel zu messbaren, standardisierten und vergleichbaren Daten, insbesondere für Investoren, erfordern.

Lisette van Doorn, CEO ULI Europe: „Die Immobilienbranche wird oft als rückständig und langsam reagierend im Vergleich zu anderen Anlageklassen angesehen. Diese Studie zeigt die enormen Bemühungen, die in den letzten zwei Jahrzehnten in der gesamten Branche unternommen wurden, um wegen fehlender Regelwerke Standards zu schaffen, die ermutigen. Bei der Beschleunigung der Klimaschutzmaßnahmen sollte jedoch die Warnung des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) aus dem März dieses Jahres beherzigt werden. Die Vielfalt an Normen und Vorschriften ist aktuell verwirrend. Dennoch ist es möglich, die Fortschritte der Immobilienbranche auf dem Weg zu Netto-Null zu beschleunigen. Alle Unternehmen sollten die zu ihrer ESG-Strategie und den Stakeholdern passenden Standards und Metriken nutzen.“

Die Standards

Die 14 im Report beschriebenen Standards, darunter zehn mit immobilienspezifischen Metriken, stammen aus der EU, Großbritannien, den USA, Kanada, Hongkong, Singapur, Japan und Australien:

  • ESG-Kernstandards für Unternehmen: SASB (Sustainability Accounting Standards Board), IFRS S1/S2, CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive), GRI (Global Reporting Initiative)
  • Berichtsstandards nach Themen: TCFD (Task Force on Climate-Related Financial Disclosures), CDP (zuvor Carbon Disclosure Project), CDSB (Climate Disclosure Standards Board), CBI (Climate Bonds Initiative)
  • Nachhaltigkeitsverordnungen: EU-Taxonomie, SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation)
  • Von der Branche vorgegebene Berichtsstandards: INREV (European Association for Investors in Non-Listed Real Estate Vehicles), EPRA (European Public Real Estate Association), GRESB (Global Real Estate Sustainability Benchmark)
  • Auf Grundsätzen basierende Verpflichtungen: PRI (Principles for Responsible Investment)

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