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So will Amerika beim Forschungswettlauf überholen

Gunther Reimoser ©EY Österreich

Innovation. Laut einer EY-Studie steigen die F&E-Ausgaben in den USA derzeit deutlich stärker als in Asien und Europa: Die US-Konzerne investieren um 16 Prozent mehr.

Die Forschungs- und Entwicklungsbudgets der 500 Unternehmen weltweit mit den höchsten F&E-Ausgaben stiegen laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens EY 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf umgerechnet 889 Milliarden Euro. 475 Milliarden Euro investierten dabei 164 Konzerne mit Sitz in den Vereinigten Staaten – ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Firmen aus Japan (87 Milliarden, plus 6 %) und Deutschland. Die F&E-Ausgaben der 29 deutschen Top-Investoren, die sich im Ranking platzieren, kletterten im Jahr 2022 um elf Prozent und lagen bei 68 Milliarden Euro.

Zahl der US-Konzerne legt zu

Unter den Top-Investoren weltweit finden sich laut Studie immer mehr US-Konzerne und immer weniger europäische Unternehmen. So zeigt der Bericht im Langzeitvergleich, dass seit dem Jahr 2018 die Zahl der US-Unternehmen im Top-500-Ranking stieg: 164 der 500 analysierten Unternehmen kommen aus den USA, dahinter folgen Firmen aus Japan (98) und China (38). Der Anteil Europas schrumpfte von 142 auf 133 Unternehmen.

Damit sitzt rund ein Drittel der Unternehmen mit den weltweit höchsten F&E-Ausgaben in den Vereinigten Staaten, Deutschland stellt sechs Prozent der Top-Investoren. Aus Österreich reiht sich die Voestalpine AG unter die Top 500-Unternehmen der Welt mit den höchsten Forschungs- und Entwicklungsausgaben.

Gunther Reimoser, Country Managing Partner bei EY Österreich: „Die technologische Leistungsfähigkeit und Innovationskraft von Unternehmen ist ein klarer Indikator für die heutige und zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Der Wettlauf ist allerdings im vollen Gange – und Firmen aus Europa drohen den Anschluss an die von den USA dominierte Weltspitze zu verlieren.“

Sieben US-Unternehmen in den Top 10

Sieben Unternehmen in den weltweiten Top Ten der Unternehmen mit den höchsten Innovationsausgaben sitzen in den Vereinigten Staaten, sechs von ihnen sind Digitalkonzerne:

  • Amazon hatte 2022 laut einer Schätzung das größte Innovationsbudget – umgerechnet knapp 70 Milliarden Euro (plus 31 %).
  • Auf dem zweiten Platz folgt die Google-Muttergesellschaft Alphabet mit Entwicklungsausgaben von 38 Milliarden Euro (plus 25 %),
  • vor Meta Platforms (u.a. Facebook, WhatsApp und Instagram) mit 34 Milliarden Euro an Forschungs- und Entwicklungsausgaben (plus 43 %).

Es folgen Apple (25 Milliarden, plus 20 %), Microsoft (23 Milliarden Euro, plus 18 %), Samsung Electronics (18 Milliarden, plus 10 %) und Intel (17 Milliarden Euro, plus 15 %).

Zwei europäische Unternehmen belegen ebenfalls Platzierungen in den Top Ten:

  • Roche aus der Schweiz liegt auf Platz acht (16 Milliarden Euro, plus 8 %),
  • Volkswagen auf Rang neun (14 Milliarden Euro, plus 12 %).

Dahinter folgt auf Platz zehn der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (14 Milliarden Euro, minus 1 %) – das einzige Unternehmen der Top-10, bei dem die Innovationsausgaben laut Bericht sanken.

„Sieben Unternehmen aus den USA, nur zwei aus Europa und eines aus Asien – geht es um den Faktor Innovation, sind die Top-Technologiekonzerne offenbar das Maß der Dinge. Es ist allerdings nicht so, dass alle Firmen aus den Vereinigten Staaten per se mehr Geld für Forschung ausgeben. Die europäischen Pharma-Unternehmen investieren im Durchschnitt mit 17,4 Prozent einen höheren Umsatzanteil in F&E als die US-Unternehmen, bei denen die sogenannte F&E-Intensität nur bei 14,9 Prozent liegt. Und auch bei den europäischen Automobilunternehmen liegt die F&E-Intensität mit 5,9 Prozent höher als bei den US-Wettbewerbern (3,6 %)“, so Reimoser.

Große Forschungsausgaben, hohe Margen

In zahlreichen Branchen ist laut Bericht ein deutlicher Zusammenhang von einer hohen Intensität bei Forschung und Entwicklung auf der einen und einem hohen Gewinn auf der anderen Seite zu beobachten. Zum Beispiel im Bereicht Informationstechnologie: In dieser Branche liegt die EBIT-Marge bei überdurchschnittlich stark investierenden Unternehmen demnach bei 21,6 Prozent. Bei den IT-Firmen, die relativ wenig Geld in die eigene Entwicklung stecken, liegt sie laut EY nur bei 11,9 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich demnach im Bereich Medizintechnik (21,2 % gegenüber 13,1 %) und E-Commerce (9,6 % gegenüber -0,1 %).

„Aktuelle F&E-Investitionen brauchen je nach Branche mitunter Jahre, um sich niederzuschlagen, und sie sind zudem keine Garantie für dauerhaften Markterfolg und Innovationskraft. Doch die Zahlen zeigen: Erfolgreiche Unternehmen investieren in Forschung und Entwicklung. Firmen, die dies nicht können oder nicht wollen, dürfen auch keine großen Durchbrüche am Markt erwarten. Im Gegenteil, sie drohen gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen zu geraten“, so Reimoser.

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