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Business, Finanz, Recht, Steuer

Heimische Family Offices investieren mehr in Start-ups

Georg Erdélyi ©PwC Österreich

Private Equity-Trends. Die weltweiten Investitionen von Family Offices in Startups sanken 2022 drastisch – außer in Österreich: Hier haben sie sich verdoppelt.

Nach dem Rekordjahr 2021 sind die von Family Offices getätigten Investitionen in Startups im Jahr 2022 weltweit um knapp 45 Prozent gesunken. Bei heimischen Family Offices zeigt sich aber ein gegenteiliger Trend: Diese verdoppelten ihre Investitionen. International fiel der Gesamtwert auf 161,7 Milliarden Dollar (2021: 295,1 Milliarden Dollar). Die Anzahl der Investments sank um 22 Prozent auf 4.736 (2021: 6.092), so die Ergebnisse der aktuellen „Family Office Deals“-Studie von PwC und Family Capital. Die Studie basiert laut den Angaben auf einer Analyse von weltweit 6.530 Family Offices.

„Aufgrund der jüngsten geopolitischen Turbulenzen ist die Höhe der Schecks, die an Startups übergeben wurden, gesunken. Stattdessen haben Family Offices ihren Fokus auf mittelgroße Deals gelegt und sich oft mit anderen Investoren zu Club Deals zusammengeschlossen“, so Georg Erdélyi, Partner bei PwC Österreich. Trotz des Rückgangs haben sich Family Offices zu einer wichtigen Investorengruppe für Startups etabliert, heißt es weiter: Fast ein Drittel des weltweit investierten Startkapitals stammte demnach 2022 von Family Offices.

Die großen Trends

  • Besonders beliebt bei Family Office-Investments waren demnach im vergangenen Jahr Startups in den Bereichen Software as a Service (SaaS) sowie Tech, Medien und Telekommunikation (TMT). Lösungen für Finanztechnologie (FinTechs) standen an dritter Stelle.
  • Gemessen an der Anzahl der Deals zählten 2022 vor allem die USA, Indien, Großbritannien, Deutschland und Frankreich zu den wichtigsten Zielmärkten. Das mit Abstand meiste Kapital ging an Startups mit Sitz in den USA.
  • In den vergangenen Jahren erfreuten sich vor allem Club Deals, bei denen sich Family Offices mit anderen Investoren zusammenschließen, wachsender Beliebtheit. 2021 machten sie 92 Prozent der Investitionen aus, 2022 fielen sie leicht auf 89 Prozent zurück.

Bis 2018 investierten Family Offices laut Studie überwiegend in Early-Stage-Startups. Ab 2018 konzentrierten sie sich hauptsächlich auf Later-Stage-Startups. Dies deutet laut PwC darauf hin, dass Family Offices risikoaverser geworden sind und eine Vorliebe für zuverlässigere und etabliertere Geschäftsmodelle zeigen.

Gegenteiliger Trend bei heimischen Family Offices

Österreichische Family Offices hingegen konterten den globalen Trend und investierten 2022 mehr als doppelt so viel Kapital in Startups als im Vorjahr. Während sie 2021 elf Investitionen im Gesamtwert von 64 Millionen tätigten, stieg 2022 die Investitionssumme im Rahmen von 16 Deals auf 145 Millionen Dollar an.

„In Österreich ist die geringe Anzahl der Family Office Transaktionen 2022 entsprechend des Trends der letzten Jahre weiterhin gewachsen. Zu den stärksten Industrien für heimische Family Office Transaktionen zählten 2022 Software as a Service gemeinsam mit Mobile, AI, FinTech und TMT“, so Erdélyi.

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