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Business, Finanz, Recht, Steuer

Österreich hat die teuersten Neubau-Wohnungen in Europa, so Deloitte

Gabriele Etzl ©Angelika Schiemer

Immobilien-Preissprünge. Bei freifinanzierten Neubau-Wohnungen liegt Österreich mittlerweile auf Platz 1 in Kontinentaleuropa, so eine aktuelle Deloitte-Studie. Nur Israel ist noch teurer.

Die Preise für neue Wohnungen stiegen hierzulande im Vorjahr trotz eines etwas abgekühlten Marktes weiter an. Die Deloitte Analyse des europäischen Immobilienmarktes zeige: Österreich liegt bei den in der Studie untersuchten Ländern mittlerweile auf Platz 2 der teuersten Immobilienstandorte in Bezug auf freifinanzierte Neubauwohnungen. Nur in Israel kostet Wohnungseigentum noch mehr: Das Land wird von Big Four-Multi Deloitte im Rahmen der hauseigenen Märkte-Aufteilung jetzt im Deloitte Property Index Europa mitbetrachtet und liegt daher vor Österreich auf Platz 1, was das Preisniveau betrifft.

Österreich hat also den recht unkomfortablen Spitzenplatz auf dem europäischen Kontinent, was die Preise für neu errichtete freifinanzierte (d.h. nicht geförderte bzw. gemeinnützige) Wohnungen betrifft. Dafür punktet die Alpenrepublik mit relativ erschwinglichen Stadtwohnungen und einer hohen Zahl an Bauvorhaben, so Deloitte.

Die Preise im Vergleich

Laut dem diesjährigen „Deloitte Property Index“ mit 27 analysierten Ländern verzeichnet Österreich die zweithöchsten Immobilienpreise bei freifinanzierten Neubauwohnungen im Ländervergleich, mit durchschnittlich EUR 4.925,- pro Quadratmeter im Jahr 2022.

  • Ranking-Neueinsteiger Israel übertrifft das noch mit EUR 5.701,- pro Quadratmeter.
  • Nachbarland Deutschland liegt mit 4.800,- auf Platz 3, ist also um einige Prozent leistbarer als Österreich.
  • Am günstigsten kommt man in Bosnien und Herzegowina zu Eigentum: Hier liegt der Durchschnittspreis bei EUR 1.237,- pro Quadratmeter.

„Die Immobilienpreise in Österreich sind im Vergleich zur letzten Studie leicht gestiegen. Gleichzeitig ist die Nachfrage am Wohnungsmarkt zurückgegangen“, so Gabriele Etzl, Partnerin und Immobilienexpertin bei Deloitte Legal: „Vor allem jüngere Menschen können sich den Traum vom Eigenheim aufgrund der neuen, strengeren Richtlinien der Finanzmarktaufsicht und der allgemeinen Teuerungen sehr oft nicht mehr erfüllen. Ohne Lockerung der KIM-Verordnung sowie einem Eingreifen der Wohnbauförderung wird sich daran so schnell nichts ändern.“

Stadtwohnung in Österreich vergleichsweise preiswert

Auch im Städtevergleich liegt Israel mit seinen Immobilienpreisen vorne: Tel Aviv ist mit EUR 14.740,- pro Quadratmeter die teuerste Stadt im Ranking und verdrängt damit den bisherigen Spitzenreiter Paris auf Platz 2. In der französischen Hauptstadt zahlt man 14.622,- pro Quadratmeter – und damit mehr als das Dreifache vom Landesdurchschnitt. Auf Platz 3 folgt München mit EUR 11.400,- pro Quadratmeter.

Wien hingegen bleibe eine der erschwinglicheren europäischen Städte für Wohnungseigentum. Die Hauptstadt liegt mit einem Quadratmeterpreis von EUR 6.284,- rund 28% über dem Österreichschnitt. Besonders günstig kauft es sich hierzulande in Graz: Die steirische Landeshauptstadt liegt mit 3.705 Euro rund 25% unter den durchschnittlichen Immobilienpreisen.

Anders schaut es beim Thema Mieten aus: Zwar ist der Mietzins aufgrund der Inflation überdurchschnittlich angestiegen, Wien macht mit 9,10 Euro pro Quadratmeter dem Ruf als mieterfreundliche Stadt aber nach wie vor alle Ehre – und liegt mit den Mietpreisen hinter Linz (10,8 Euro/qm) und Graz (11,20 Euro/qm). In die Erhebung wurden Mietpreise von Neubau- und Bestandswohnungen miteinbezogen, jedoch mit Ausnahme von gemeinnützigen Objekten. „Grund für die im Durchschnitt niedrigeren Mieten in Wien ist vor allem der für die Hauptstadt typische Altbaubestand mit den regulierten Richtwertmieten“, so Etzl.

Die Neubaupläne und der Ausblick

Beim Thema Wohnbauvorhaben sei man hierzulande stark unterwegs: Im Schnitt wurden im Vorjahr 6,47 Projekte pro 1.000 Einwohner initiiert. Europa-Schlusslicht ist Italien mit 1,02 Wohnbauvorhaben pro 1.000 Einwohner.

Die steigenden Zinsen, die restriktiveren Kreditvergaberichtlinien und die allgemeine Verunsicherung haben die Nachfrage in den vergangenen Monaten freilich gedrosselt. „Die hohen Preissteigerungen der letzten Jahre dürften damit vorerst einmal vorbei sein“, erwartet Etzl.

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