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Business, Finanz, Recht

Investmentfonds: 27% machen auf ESG, nur 0,5% sind richtig grün

©ejn

Finanzvermögen. Die Flutwelle nachhaltiger Fonds rollt: Schon 575 Investmentfonds in Österreich haben „Nachhaltigkeitsbezug“, doch nur 10 davon sind „dunkelgrün“ gemäß SFDR, so die FMA.

Zu den großen Trends, die sich auf dem Investment-Markt auswirken, gehört neben Ukraine-Krieg und Inflation bzw. Zinsanstieg der Boom bei grünen Investments. Zunächst zu den Kriegsfolgen: Nach dem für österreichische Asset Manager besonders schwierigen Jahr 2022, bei dem die Kapitalmarktturbulenzen in Folge des Überfalls Russlands auf die Ukraine knapp mehr als € 30 Mrd. des verwalteten Vermögens vernichteten, hat im 1. Halbjahr des heurigen Jahres wieder eine langsame Erholung eingesetzt, berichtet die Finanzmarktaufsicht FMA in ihrem aktuellen Quartalsbericht.

  • Demnach stieg das Fondsvermögen in Österreich von € 200,25 Mrd. zum Jahresultimo 2022 um € 7,4 Mrd. oder 3,7% auf € 207,65 Mrd. zum 30. Juni 2023.
  • Davon entfiel ein Plus von € 4,0 Mrd. oder +2,0% allein auf das 2. Quartal.
  • Hatten die Fonds 2022 Nettomittelabflüsse von € 465 Mio. zu verkraften, so brachte 2023 wieder Nettomittelzuflüsse: im 1. Quartal waren es konkret € 166 Mio., im 2. € dann sogar 1,58 Mrd.

Aktienfonds wachsen stark, Immofonds bauen ab

Gegliedert nach Veranlagungsstrategien gab es im 2. Quartal den stärksten Vermögenszuwachs bei Aktienfonds, den größten Rückgang bei Immobilienfonds: So betrug das Fondsvermögen zum 30.6.2023:

  • bei Mischfonds € 95,0 Mrd. (+1,2% oder + € 1,1 Mrd. im Vergleich zum Vorquartal),
  • bei Rentenfonds € 55,7 Mrd. (+1,8% oder + € 1,0 Mrd.),
  • bei Aktienfonds € 40,3 Mrd. (+5,8% oder + € 2,2 Mrd.),
  • bei Immobilienfonds € 10,6 Mrd. (-3,0% oder – € 0,3 Mrd.),
  • bei kurzfristigen Rentenfonds € 4,4 Mrd. (+1,7% oder + € 75,1 Mio.),
  • bei Private Equity Fonds € 1,1 Mrd.
  • sowie € 0,4 Mrd. in sonstigen Fonds.

Zum Stichtag waren in Österreich 14 Kapitalanlagegesellschaften (KAG) und 60 Alternative Investmentfonds Manager (AIFM), gleich viele wie in den beiden Quartalen davor, zugelassen. Diese hatten 878 (+1) „Organismen zur gemeinsamen Veranlagung in Wertpapieren“ (OGAW) sowie 1.213 (+6) „Alternative Investmentfonds“ (AIF) aufgelegt. Nach Veranlagungsstrategie kategorisiert teilen sich diese in 1.139 Misch-, 428 Renten-, 355 Aktien-, 51 kurzfristige Rentenfonds, 41 Private Equity Fonds, 19 Immobilienfonds sowie 58 sonstige Fonds, in Summe also 2091 Stück.

Viele haben Nachhaltigkeitsbezug, doch nur 1% sind dunkelgrün

Bei der Marktentwicklung zeigt sich, dass immer mehr Fonds ein wenig „ESG“ in die Strategie einbauen, doch nur wenige dies strikt auslegen:

  • So sind laut FMA konkret 575 Fonds (Q1-23: 550) als Fonds mit Nachhaltigkeitsbezug nach der „Sustainable Finance Disclosure Regulation“ (SFDR) einzustufen, das ist mehr als ein Viertel aller Fonds (rund 27,5%).
  • Allerdings sind nur 10 Fonds als „dunkelgrüne Fonds“ gemäß Artikel 9 SFDR einzustufen, so die FMA.
  • Alle mehr oder weniger nachhaltigen Fonds zusammen verwalten bereits ein Fondsvermögen von € 89,48 Mrd., das sind stolze 40 Prozent des Gesamtvermögens. Davon entfallen allerdings € 87,09 Mrd. auf bloß „hellgrüne Fonds“ (Artikel 8 SFDR).

Die Herkunftsländer

Aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) waren Ende des 2. Quartals 8.040 OGAW (+10 im Vergleich zum Vorquartal) und 2.915 AIF (+172 im Vergleich zum Vorquartal) ausländischer KAG und AIFM zum Vertrieb in Österreich notifiziert. Nach Herkunftsländern seien dabei insbesondere Luxemburg, Irland, Deutschland und Frankreich hervorzuheben.

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