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Business, Recht, Tools

KSV1870 startet „Sustainable Collection“ bei Schuldnern

Peter Hanke, Ricardo Jose Vybiral ©Anna Rauchenberger

Wien. Mit „Sustainable Collection“ will der KSV1870 verschuldeten Menschen helfen. Zugleich sei sie eine ESG-Lösung für Unternehmen.

In Kooperation mit der Social City Wien helfe der KSV1870 mit dem neuen Service „Sustainable Collection“ verschuldeten Menschen, heißt es in einer Aussendung. Unterstützt wird Sustainable Collection von der Stadt Wien, so Stadtrat Peter Hanke: „Mit den Betroffenen wird pragmatisch eine Lösung erarbeitet, deren Ziel es ist, die Schuldenspirale schon in ihren Anfängen zu unterbrechen.“

Die Menschen zahlen später

Das Grundproblem ist klar: Das Leben ist teuer geworden, die finanzielle Lage vieler Menschen in Österreich ist angespannt. Die Unternehmen bleiben davon nicht unberührt, wie aus einer aktuellen KSV1870 Umfrage hervorgehe:

  • 20% der teilnehmenden KSV1870 Mitglieder berichten, dass sich das Zahlungsverhalten ihrer Privatkundinnen und Privatkunden verschlechtert hat.
  • 55% geben an, dass es schwieriger geworden ist, sie zum Zahlen ihrer Rechnungen zu bewegen.
  • 21% davon buchen Forderungen nun sogar schneller aus als im Vorjahr.

Der KSV1870 reagiere auf diese Entwicklung mit „Sustainable Collection“. Bleiben die ersten Inkassoschritte ergebnislos und können Betroffene anhaltend Rechnungen nicht zahlen, dann vermittelt der KSV1870 an die Social City Wien. Diese zeige im Rahmen von Beratungen Lösungen auf.

Ins Konto schauen und Wege suchen

Der Service helfe jenen Privatpersonen, die nachweislich nur unzureichende finanzielle Mittel aufbringen können, um ihre Inkassoschulden vollumfänglich zu begleichen. Mit Einwilligung der säumigen Zahler bringe ein PSD2-Kontocheck des KSV1870 Klarheit darüber, wie der finanzielle Spielraum tatsächlich aussieht; es wird also ein prüfender Blick in die Bankverbindungen des oder der Schuldner:in geworfen.

Auf dieser Basis werde eine für beide Seiten akzeptable, realistische Zahlungsvereinbarung getroffen oder die Betroffenen werden an die Social City Wien vermittelt. Dort angekommen, werden die Klientinnen und Klienten durch eine respektvolle, prozess- und zielorientierte Beratung unterstützt.

„Ein Inkassobrief mehr bringt manchmal kein Ergebnis“

„Wir beobachten im Inkasso schon länger, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die zwar ihre Schulden bereinigen möchte, jedoch fehlen häufig die finanziellen Mittel dazu. Ein Inkassobrief mehr bringt in diesen Fällen kein Ergebnis. So ehrlich muss man sein“, so Walter Koch, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH. Zudem gehe aus der Befragung hervor, dass 54% der Unternehmen bemerken, dass Privatpersonen aktuell weniger kaufen (können) bzw. weniger Geld ausgeben als im Vorjahr zur selben Zeit. „Was die Verschuldungssituation betrifft, ist die Anpassung der Finanzen natürlich wichtig, aber bei den großen Kostentreibern wie Miete, Energie und Nahrungsmittel ist das nur bedingt möglich. Daher haben wir uns überlegt, wie ein dem Maßstab der Nachhaltigkeit entsprechendes sozial- bzw. lösungsorientiertes Inkasso aussehen kann“, so Koch.

Bei der Social City Wien handelt es sich um eine unabhängige österreichweit agierende Plattform für soziale und nachhaltige Entwicklung mit Sitz in Wien.  „Für uns ist es wichtig, Menschen in prekären finanziellen Situationen auf Augenhöhe zu begegnen und sie lösungsorientiert auf ihrem Weg der Entschuldung zu begleiten. Nur so schaffen wir es, gemeinsam die ersten Schritte für eine nachhaltige Veränderung zu setzen“, so Richard Vrzal, Geschäftsführer der Social City Wien.

Eine ESG-Lösung für Unternehmen

„Sustainable Collection“ sei auch für die wachsende Zahl von Unternehmen interessant, die das Thema Environmental Social Governance (ESG) auf ihrer Agenda haben. Falle die Entscheidung der Auftraggeber für Sustainable Collection, dann verpflichte sich dieser zu einer sozialorientierten Forderungsbetreibung, bei der den Betroffenen keine Mehrkosten entstehen.

Durch attraktive und leistbare Lösungen (Zahlungsvereinbarungen, Stundungen etc.) bieten sie ihren Schuldnerinnen und Schuldnern einen Ausweg, oder wissen sie in den Beratungsgesprächen gut betreut. In jedem Fall komme es im Rahmen dieses Prozesses zu einem Ergebnis für beide Seiten. „Der standardisierte Prozess des Inkassounternehmens wird durch den individuellen Beratungsansatz der Social City Wien ergänzt. Zwei Partner, die ihr Handwerk verstehen, vereinen ihre Stärken und ihre Netzwerke und schaffen ein völlig neues Leistungsangebot“, so Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG.

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