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Bildung & Uni, Business

Warum Führungskräfte Mitarbeitern oft unrealistische Ziele vorgeben

Forschung. Warum Chefs manchmal unrealistische Ziele setzen, diese Frage nahm eine Studie der WU Wien unter die Lupe. Die Empfehlung: Führungskräfte sollten die eigenen Erfahrungen nicht überbewerten.

„Zu den Aufgaben von Führungskräften gehört es, mit ihren Mitarbeitern Ziele zu vereinbaren. Gut gesetzte Ziele erhöhen die Motivation, erleichtern die Planung und fördern die Koordination im Unternehmen. Doch werden die Ziele zu hoch oder zu niedrig angesetzt, tritt genau das Gegenteil ein. Die Motivation sinkt und mit ihr das Vertrauen in die Führungskraft“, so Studienautor Christoph Feichter, Assoziierter Professor am Institut für Unternehmensführung der WU Wien.

„Diese Gefahr besteht oft bei Führungskräften, die wegen hoher Performance befördert wurden. Sie verlangen von ihren Mitarbeitern bei den gleichen Aufgaben eine ebenso hohe Performance. Doch in den meisten Fällen ist das kontraproduktiv“, so der Studienautor. Zu dieser Erkenntnis kam Feichter durch eine Reihe von Experimenten, heißt es weiter:

  • Im ersten gab er Teilnehmern einfache Aufgaben, für deren Lösung sie einen kleinen Geldbetrag erhielten.
  • Anschließend wurde ein Teil der Probanden innerhalb des Experiments zu Führungskräften ernannt. Sie mussten den anderen Ziele vorgeben und erhielten Geld, wenn diese Ziele erreicht wurden.
  • Das Experiment zeigte, dass Probanden, die bei einer Aufgabe selber besonders gute Leistungen erbracht hatten, in Folge bei der gleichen Aufgabe den anderen Teilnehmern höhere Ziele setzten, auch wenn sie über die schwächere Leistung der anderen Probanden informiert wurden.

Eigene Erfahrungen werden überbewertet

„Wir Menschen neigen dazu, unsere eigenen Erfahrungen überzubewerten. Das Problem dabei ist, dass Erfolg von vielen Faktoren abhängt – nicht zuletzt vom Zufall“, so Feichter.

Um das zu zeigen, machte der Studienautor ein zweites Experiment: Manche Probanden bekamen nach dem Zufallsprinzip besonders einfache oder besonders schwierige Aufgaben zu lösen. In ihrer Rolle als Führungskraft setzten sie im Anschluss unrealistisch niedrige oder hohe Ziele, woraufhin sich die anderen Probanden weniger motiviert fühlten und schneller aufgaben.

„Je deutlicher man Führungskräften bewusst macht, dass sie nicht von sich auf andere schließen können, desto geringer ist der Effekt ausgeprägt“, so Feichter. Das tat Feichter beim zweiten Experiment: Er informierte einen Teil der Probanden darüber, dass ihre Aufgaben im Vergleich besonders leicht waren – woraufhin sie realistischere Ziele setzten. „Das zeigt, wie wichtig es ist, als Führungskraft Demut zu zeigen das eigene Denken zu hinterfragen“, so Feichter.

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