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Business, Recht

Signa Prime und Development: Die Gläu­bi­ger­ver­samm­lungen

Justizzentrum Wien-Mitte / Handelsgericht ©ejn

Signa-Pleite. Bei zwei Gläu­bi­ger­ver­samm­lungen von Signa Prime und Sigma Development Selection gab es einen ersten Überblick über die Lage.

Bei Gläu­bi­ger­ver­samm­lungen der Signa Prime Selection AG und Signa Development Selection AG gab es gestern vorläufig grünes Licht für den Sanierungskurs: Die beiden Signa-Gesellschaften können demnach das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung fortführen.

Der Stand der Dinge bei Signa Prime Selection

Über das Vermögen der SIGNA Prime Selection AG wurde mit Beschluss des Handelsgerichtes Wien vom 28.12.2023 ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet und die Abel Rechtsanwälte GmbH zur Sanierungsverwalterin bestellt. Am 15.1.2024 fand die erste Gläubigerversammlung statt.

Aus derzeitiger Sicht der Sanierungsverwalterin ist die laufende Finanzierung des operativen Betriebs der SIGNA Prime Selection AG laut vorgelegtem Finanzplan gesichert, heißt es in einer Aussendung. Das Management der SIGNA Prime Selection AG sowie deren Berater stünden in regelmäßigem Austausch mit der Sanierungsverwalterin. Finanzielle Mittel zur Finanzierung eines Sanierungsplans könnten jedenfalls durch strukturierte Verwertung der Immobilien-Portfolios erwirtschaftet werden. Weitere Insolvenzverfahren einzelner Immobilien-Projektgesellschaften bzw. Service-Gesellschaften können zur Restrukturierung und Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe nicht ausgeschlossen werden, haben jedoch keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Fortbestand der SIGNA-Prime Selection AG, heißt es.

Sanierungsverwalter Norbert Abel: „Der weiteren Unternehmensfortführung der SIGNA Prime Selection AG sowie dem Abschluss eines Sanierungsplanes stehen nach derzeitigem Kenntnisstand keine unüberwindlichen Hindernisse entgegen. Im Interesse der Gläubiger gilt der Grundsatz: Unternehmenssanierung vor Zerschlagung.“ Sanierer Erhard Grossnigg arbeitet derzeit wie berichtet daran, bei den Gesellschaftern frische Mittel für die Signa-Gruppe hereinzuholen; von Erfolgen war bis gestern aber nichts zu hören. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung der Prime Selection findet am 26.02.2024 statt. Für den 18.03.2024 ist laut den Angaben eine Sanierungsplantagsatzung anberaumt mit der geplanten Abstimmung über den vorgelegten Sanierungsplan.

Die Lage bei Signa Development Selection

Auch die SIGNA Development Selection AG hat am 29.12.2023 beim Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Anwältin Andrea Fruhstorfer von Kanzlei ecolaw wurde vom Gericht zur Sanierungsverwalterin bestellt. Laut ihrem ersten Bericht für die Gläubigerversammlung verfügt die Schuldnerin derzeit über ausreichend liquide Mittel, um die Kosten des laufenden Fortbetriebes zu decken, was die vorläufige Fortführung des Unternehmens bis zum Ende des Sanierungsverfahrens sichere.

Der beantragte Status des Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung bleibe bestehen, da derzeit keine rechtlichen Gründe für einen Entzug der Eigenverwaltung vorliegen. Auch gebe es nach heutigem Kenntnisstand keine unüberwindbaren Hürden die gegen eine Erfüllung des Sanierungsplans sprechen, heißt es in einer Aussendung.

Weitere Insolvenzverfahren einzelner Immobilien-Projektgesellschaften bzw. Service-Gesellschaften können zur Restrukturierung und Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe nicht ausgeschlossen werden, haben jedoch keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Fortbestand der SIGNA-Development Selection AG, hält Fruhstorfer ebenso wie ihr Kollege Abel bei Signa Prime Selection fest.

„Äußerst aufwändige Aufarbeitung“

„In den letzten Wochen haben wir uns einen ersten Überblick über die komplexen Strukturen und wesentlichen Faktoren des Firmengeflechts verschafft. Die Aufarbeitung aller relevanten Informationen ist äußerst aufwendig und dauert weiterhin an. Der Fokus liegt weiter darauf, das Unternehmen zu stabilisieren, wobei eine offene und konstruktive Gesprächsbasis mit dem Vorstandsteam um Grossnigg, seinen Mitarbeiter:innen und dem zugehörigen Beraterteam besteht”, so Fruhstorfer.

Bisher haben bei der Development Selection 14 Gläubiger Forderungen in Höhe von 470.291.227,61 Euro angemeldet. Gläubiger haben bis zum 12.02.2024 Zeit, ihre Insolvenzforderungen anzumelden. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 26.02.2024 anberaumt, und die abschließende Sanierungsplantagsatzung findet laut den Angaben am 18.03.2024 statt.

Was die Gläubigerschützer sagen

Hinsichtlich der weiteren Überprüfung der Vermögenslage der beiden Signa-Gesellschaften haben die Sanierungsverwalter die Beiziehung mehrerer Sachverständiger beim Konkursgericht beantragt, hält der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) fest. Aufgrund der Komplexität des Firmengeflechts der Signa-Gruppe sei in beiden Verfahren die Aufarbeitung sämtlicher relevanter Informationen äußert aufwendig und dauere erwartungsgemäß weiterhin an. Daher könne es auch erst zu einem späteren Zeitpunkt eine Einschätzung geben, ob die Erreichung der 30 Prozent-Quote des Sanierungsplans realistisch sei. „Eine Sanierung an sich sollte jedoch aufgrund der Aktiva aus Sicht der Sanierungsverwalterin durchaus möglich sein“, so der AKV in einer Aussendung zur Signa Prime Selection AG.

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