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Business, Recht

Gebäudesanierungen: Nach dem Boom kam der Crash

©ejn

Österreich. Im Vorjahr verlor der Markt für Dämmstoffe fast ein Viertel seines Volumens, so eine Branchenradar-Studie. Massive Preissteigerungen seien ein Hauptgrund.

Im Jahr 2023 verlor der österreichische Markt für Dämmstoffe fast ein Viertel seines Volumens. Rund 60 Prozent des Rückgangs waren auf rückläufige Investitionen für Gebäudesanierungen zurückzuführen, zeigen aktuelle Daten einer Marktstudie von Branchenradar.com Marktanalyse laut einer Aussendung.

Nach dem Boom kommt der freie Fall

Dass 2023 für die Dämmstoff-Branche ein schwieriges Jahr werden würde, war allen bewusst, heißt es weiter. Doch die Realität habe dann die schlimmsten Befürchtungen bei weitem übertroffen. Laut aktuellem Branchenradar Dämmstoffe in Österreich brachen im Jahr 2023 die Herstellererlöse um 23,1 Prozent gegenüber Vorjahr ein. Der Umsatz sank auf rund 351 Millionen Euro. Mit nur noch 4,7 Millionen Kubikmeter fiel die Nachfrage auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2004. Zuvor hatte die Branche dagegen echte Boomjahre erlebt: Der Umsatz lag 2021 bei 392 Mio. und 2022 sogar bei 456 Mio. Euro.

Verantwortlich für den Absturz sei allerdings nicht allein der bekanntermaßen schwächelnde Neubau, heißt es: Rund 60 Prozent des Rückgangs waren auf fehlende Investitionen in der Gebäudesanierung zurückzuführen. Insbesondere im Wohnbau war die Sanierungsbereitschaft gering. So verkürzte sich etwa bei Einfamilienhäusern der Umsatz mit Baumaßnahmen im Gebäudebestand im Jahresvergleich um mehr als 30 Prozent, nicht zuletzt weil speziell vielen privaten Haushalten eine thermische Gebäudesanierung mittlerweile einfach zu teuer sei. Im Vorjahr kosteten Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle oder den Geschoßdecken im Schnitt um mehr als dreißig Prozent mehr als noch drei Jahre davor.

Die Aussichten

Vor dem Hintergrund einer anhaltend hohen Inflation, einer pessimistischen Stimmungslage und der Verlagerung der Haushaltsausgaben in den Konsum wurden Investitionen im Gebäudebestand daher vielerorts aufgeschoben: „Im Vorjahr hat sich Österreich von den selbst gesteckten Zielen hinsichtlich der Dekarbonisierung des Gebäudebestands weit entfernt“, stellt Andreas Kreutzer, Geschäftsführer von Branchenradar Marktanalyse fest. „Es ist zu hoffen, dass die Nachjustierungen in der Förderlandlandschaft im heurigen Jahr zu einer Trendwende führen.“

Die Kontraktion des Marktes erfasste alle Dämmstoffmaterialien. Der Umsatz mit Mineralwolle und Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen sank im Jahr 2023 um zirka 15 Prozent. Mit Schaumstoffen wurde um 28 Prozent weniger umgesetzt als noch ein Jahr davor, so die Analyse.

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