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Business, Recht, Steuer, Tech

EY-Studie: US-Konzerne dominieren bei Forschungsausgaben

Gunther Reimoser ©EY Österreich / Stefan Seelig

Wien. Die Top-Konzerne der Welt investieren derzeit stark in Forschung und Entwicklung. Die größten Investoren haben dabei ihren Sitz in den USA, so eine aktuelle Studie von EY.

169 der 500 Top-Investoren weltweit sind US-Unternehmen. Dahinter folgen Japan (86 Unternehmen), China (52) und Deutschland (31), so die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens EY.

Betrachtet man die 600 Unternehmen mit den höchsten F&E-Ausgaben weltweit, sind aus Österreich mit voestalpine und Andritz zwei Unternehmen vertreten: Voestalpine auf Rang 482 und die Andritz AG auf Rang 550. Die Ergebnisse im Detail:

  • 533 Milliarden Euro investierten die 169 Konzerne mit Sitz in den Vereinigten Staaten – ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Dahinter folgen – mit deutlichem Abstand – Firmen aus Japan (87 Milliarden Euro, plus 11 %) und Deutschland (75 Milliarden Euro; plus 6 %).
  • Seit dem Jahr 2018 steigt die Zahl der US-Unternehmen im Top-500-Ranking deutlich: Von 140 auf zuletzt 169.
  • Der Anteil Europas schrumpfte leicht von 142 auf 139 Unternehmen.
  • Vorallem aber Asien verlor an Gewicht: Die Zahl der asiatischen Konzerne im Ranking ging von 213 auf 180 zurück.

Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich: „Auch jetzt, in einer anhaltend konjunkturschwachen Phase, wird gezielt und kräftig in Forschung und Entwicklung investiert. Immerhin geht es nicht zuletzt um die technologische Führerschaft, und die ist heiß umkämpft. Kostensenkungsprogramme, die derzeit sehr wohl gang und gäbe sind, konzentrieren sich eher auf Prozesse in Verwaltung oder Produktion. F&E weiter zu treiben bleibt dagegen essenziell.“

F&E-Intensität 2023 erhöht

Über alle 500 analysierten Unternehmen hinweg stieg die F&E-Intensität, also der Anteil der F&E-Ausgaben am Umsatz, laut Studie von 7,0 auf 7,4 Prozent – am stärksten allerdings in den USA, wo der Wert von 9,2 auf 10,2 Prozent anstieg. In Europa legte er von 6,5 auf 6,6 Prozent zu, in Asien stagnierte er bei 5,3 Prozent. Die 31 deutschen Unternehmen, die sich im Ranking platzieren können, steigerten ihre F&E-Intensität leicht von 5,8 auf 5,9 Prozent.

„US-Unternehmen sind hier ganz klar die Klassenbesten, trotz eines nur leichten Umsatzwachstums und eines Gewinnrückgangs. Die Schere zwischen den USA auf der einen Seite und Europa sowie Asien auf der anderen Seite geht immer mehr auf. Immerhin könnte man salopp sagen: Die Forschungsinvestitionen der Gegenwart sind die Gewinne der Zukunft – und ohne Forschung sehen Unternehmen ihren Anspruch auf Technologieführerschaft schnell dahinschwinden“, so Reimoser: „Ohne Investition in Innovation heute kein Geschäftserfolg morgen – jetzt zu sparen wäre der völlig falsche Weg für unsere Euro-Unternehmen. Gerade bei den hohen Steuersätzen in Österreich und Deutschland müssen neue Wege erschlossen werden, um die Innovationskraft unserer Betriebe zu fördern, siehe zum Beispiel schnellere Abschreibungsmöglichkeiten, Bürokratieabbau und ein Ausdünnen des Regulierungsdschungels.“

Technologiekonzerne an der Spitze

Sieben Unternehmen in den weltweiten Top 10 der Unternehmen mit den höchsten Innovationsausgaben sitzen in den Vereinigten Staaten, sechs von ihnen sind Digitalkonzerne:

  • Amazon hatte 2023 das größte Innovationsbudget – umgerechnet etwa 79 Milliarden Euro (plus 17 %).
  • Auf dem zweiten Platz folgt die Google-Muttergesellschaft Alphabet mit Entwicklungsausgaben von 42 Milliarden Euro (plus 15 %),
  • vor Meta Platforms (Facebook, WhatsApp und Instagram) mit 36 Milliarden Euro an Forschungs- und Entwicklungsausgaben (plus 9 %).

Zwei europäische Unternehmen belegen ebenfalls Platzierungen in den Top 10:

  • Volkswagen auf Rang acht (15,8 Milliarden Euro, plus 10 %)
  • und der Schweizer Pharmakonzern Roche auf Rang zehn (14,6 Milliarden Euro, minus 7 %).

Pharmakonzerne investieren am meisten

Die höchste F&E-Intensität weisen traditionell Pharma-Unternehmen auf, bei denen der Anteil der Forschungsausgaben am Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr sogar nochmals deutlich stieg: von 15,6 auf 18,3 Prozent – führend sind auch hier die nordamerikanischen (21,6 %) vor den europäischen (17,4 %) und asiatischen Wettbewerbern (14,4 %).

Als überdurchschnittlich innovationsfreudig erweist sich Europa in erster Linie in der Automobilindstrie: Während die europäischen Automobilunternehmen 6,1 Prozent ihres Umsatzes in F&E investieren, liegt der Anteil in Asien bei 5,0 Prozent und in Nordamerika bei 3,9 Prozent.

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