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Business, Finanz, Recht

Acredia erwartet um 16 Prozent mehr Pleiten bis Jahresende

Gudrun Meierschitz ©Martina Draper

Insolvenzen. Die Zahl der Pleiten nimmt in Österreich stärker zu als erwartet, so Kreditversicherer Acredia. Die Prognose wird von 9 auf 16 Prozent erhöht.

Anfang dieses Jahr prognostizierte der österreichische Kreditversicherer Acredia einen Anstieg der Firmenpleiten von +9 Prozent bis Ende des Jahres. Angesichts der starken Steigerung im ersten Halbjahr und der weiterhin trüben Wirtschaftsaussichten habe man die Prognose nun auf +16 Prozent bis Ende 2024 erhöht. Erst 2025 soll eine Stabilisierung der Insolvenzdynamik auf hohem Niveau folgen, so eine Aussendung.

Lage für Unternehmen bleibt angespannt

„Die Befürchtung, dass dieses Jahr ein Realitäts-Check für die Unternehmen wird, hat sich bewahrheitet“, so Gudrun Meierschitz, Vorständin bei Acredia: „Allerdings haben diesen Check weit weniger Unternehmen bestanden als erwartet.“

Konkret mussten im ersten Halbjahr bereits 3.308 Unternehmen Insolvenz anmelden, das sind um 26 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr laut KSV1870. Dieser Anstieg wird laut der neuen Acredia-Prognose zwar nicht so steil bleiben, dennoch: „Die Aussichten für das zweite Halbjahr bleiben trüb“, so Meierschitz, „die Wirtschaft in Österreich stagniert, die Inflation sinkt langsamer als in der restlichen EU und unser wichtigster Exportpartner Deutschland steckt tief in einer Rezession.“

Vor diesem Hintergrund erhöhe Acredia seine anfängliche Insolvenzprognose von +9 Prozent auf +16 Prozent. Bis Ende 2024 werden demnach bis zu 6.250 Firmenpleiten erwartet. Gegenüber dem Jahr 2019 – also dem Jahr vor der Corona-Pandemie – wäre das ein Anstieg von +25 Prozent.

Schäden in der Kreditversicherung steigen

Der starke Anstieg der Unternehmensinsolvenzen spürt der Marktführer auch in der Schadensstatistik. „Mit Ende Mai hatten wir um 50 Prozent mehr Schadensfälle als im Vorjahreszeitraum“, berichtet Meierschitz. Besonders frappant sei, dass ein Großteil der Fälle aus Österreich stammt. Normalerweise überwiegen die Schäden aus dem Ausland, da Österreich einen hohen Exportanteil hat, heißt es weiter. „Derzeit stammen allerdings rund 60 Prozent der gemeldeten Schäden aus dem Inland, die Schadenssumme lag sogar um 450 Prozent über dem Vorjahr“, so Meierschitz.

Keine baldige Konjunkturbelebung in Sicht

Weltweit sehe die Lage nicht viel besser aus. Die aktuelle Prognose von Acredia in Zusammenarbeit mit Allianz Trade erwartet für die EU nur ein geringes Wachstum von +0,7 Prozent, weltweit wird von einem Plus von 2,8 Prozent ausgegangen. Besonders für die sieben Länder, die über der Budgetdefizitgrenze der EU liegen, dürfte es eng werden. Sie müssten ein BIP Wachstum von 1,5 Prozent erreichen, um ihren Staatshaushalt signifikant zu verbessern.

„Das Risiko einer Rezession hält in Europa an und steigt in den USA. Zwar scheint die Weltwirtschaft den Tiefpunkt überwunden zu haben, aber die Hersteller bauen noch immer überschüssige Lager ab und die Nachfrage schwächelt. Zudem herrscht große Unsicherheit über den Ausgang der Wahlen, die in den nächsten Monaten stattfinden“, analysiert Meierschitz.

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