KI & Co. Big Four-Multi EY integriert KI in die Wirtschaftsprüfung, das Wiener Unternehmen webLyzard nimmt an einem EU-Forschungsprojekt teil und eine Garten-App geht ins Crowdfunding.
EY integriert KI in Prüfungsplattform
EY investiert im Rahmen eines vierjährigen Programms eine Milliarde US-Dollar in die Integration von Künstlicher Intelligenz in seine globale Prüfungsplattform. Die neuen KI-gestützten Funktionen unterstützen weltweit mehr als 160.000 Prüfungsprojekte und sind Teil der laufenden Transformation der Wirtschaftsprüfung bei EY, heißt es in einer Aussendung. Ziel ist es, die Qualität der Abschlussprüfung zu steigern, das Vertrauen in die Kapitalmärkte zu stärken sowie die Prüfungserfahrung für Mandanten und Teams zu modernisieren. Stefan Uher, Leiter der Wirtschaftsprüfung bei EY Österreich, ist sicher, dass Künstliche Intelligenz die Abschlussprüfung grundlegend verändern werde: „Durch den gezielten Einsatz von GenAI schaffen wir mehr Effizienz, Transparenz und Qualität in der Prüfung.“
Ein zentrales neues Tool ist dabei „EYQ Assurance Knowledge“, das auf generativer KI basiert und intelligente Suchvorgänge sowie Zusammenfassungen von Inhalten aus Rechnungslegung und Prüfung ermöglicht. Weitere Neuerungen sind KI-unterstützte Checklisten, die Vorschläge für regulatorische Anforderungen generieren. Verbesserungen beim Tool EY Financial Statement Tie Out sollen außerdem die Nachverfolgung von Änderungen in Finanzberichten erleichtern. Insgesamt werden 2025 mehr als 30 neue oder weiterentwickelte Funktionen eingeführt. Damit soll sowohl die Arbeit der Prüfenden als auch das Mandantenerlebnis verbessert werden.
webLyzard koordinert EU-Forschungsprojekt
Das Wiener Deep Tech-Unternehmen webLyzard koordiniert das EU-Forschungsprojekt MultiPoD, das auf die Förderung digitaler Bürgerbeteiligung abzielt. Ziel des Projekts ist es, kulturelle und sprachliche Barrieren mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu überwinden und so einen offenen, mehrsprachigen Raum für politische Diskussionen zu schaffen. MultiPoD entwickelt dafür kulturspezifische Sprachmodelle und Wissensgraphen, die den Austausch über Grenzen hinweg erleichtern sollen. Die Open-Source-Plattform „Decidim“, die bereits europaweit für digitale Bürgerbeteiligung genutzt wird, wird im Rahmen des Projekts um neue KI-Funktionen erweitert.
Ein zentrales Anliegen sei es, ausgewogene und faktenbasierte Debatten zu ermöglichen sowie Minderheiten und unterrepräsentierte Gruppen besser einzubinden. Das Projekt wird von einem Konsortium aus Organisationen aus 7 EU-Ländern getragen, darunter Forschungseinrichtungen und Technologieanbieter. Digitale Technologien und Künstliche Intelligenz würden oft als Treiber von Desinformation und Polarisierung angesehen, meint Projektkoordinator Arno Scharl, Managing Partner von webLyzard technology und Direktor des Forschungszentrums für Neue Medientechnologie an der Modul University Vienna. Man wolle nun zeigen, wie dieselben Technologien eine treibende Kraft für politische Gerechtigkeit und Partizipation sein können. „Das Projekt wird die Inklusion stärken und den Dialog fördern, insbesondere um sprachliche Minderheiten und unterrepräsentierte Gruppen zu unterstützen.“
Neue Startup-Messe Gitex in Berlin
Die internationale Tech- und Startup-Messe Gitex Europe findet erstmals vom 21. bis 23. Mai 2025 in Berlin statt. Erwartet werden rund 1.400 Unternehmen, rund 1.000 Start-ups und 600 internationale Investoren aus circa 100 Ländern. Zu den Ausstellern zählen Technologiekonzerne wie IBM, Cisco, Dell, Nvidia und SAP sowie zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen KI, Quantenforschung und nachhaltige Technologien.
Im Fokus der neuen Messe stehen Themen wie digitale Souveränität, verantwortungsvoller Einsatz von KI und Strategien gegen Cyberangriffe. KI-Forscher Geoffrey Hinton wird über Risiken agentischer KI sprechen. Der Hintergrund: Europa investiert mehr als 200 Milliarden Euro in KI und Quantentechnologien, um die globale Rolle als Innovationstreiber auszubauen.
Cybersecurity: Vorstandsebene unterschätzt die Gefahren
Es gbit eine deutliche Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen und der tatsächlichen Cyberresilienz von Unternehmen – das ist das Ergebnis einer Studie des IT-Dienstleisters Kyndryl und Amazon Web Services (AWS). Diese basiert auf einer Befragung von rund 600 IT-Entscheidungsträgern aus zwölf Ländern und sieben Branchen. Obwohl 94 Prozent der befragten Unternehmen angeben, auf Cyberangriffe vorbereitet zu sein, erwarten 71 Prozent innerhalb eines Jahres einen Vorfall mit negativen finanziellen Folgen. Im vergangenen Jahr waren 54 Prozent der Großunternehmen von mindestens einem Cyberangriff betroffen, 61 Prozent davon sogar von vier oder mehr Angriffen.
Ein Problem ist dabei die mangelnde Unterstützung durch das Management: 69 Prozent berichten von fehlender Priorisierung durch die Unternehmensleitung, 73 Prozent sehen sogar ausgeprägtes Desinteresse auf Vorstandsebene. Zudem haben 77 Prozent Schwierigkeiten bei der Abstimmung zwischen Sicherheits- und Risikoteams, und 72 Prozent verfügen über keine klaren Pläne für die Geschäftskontinuität. Budgetbeschränkungen und Fachkräftemangel verschärfen die Situation zusätzlich. Besonders betroffen sind laut der Studie Unternehmen aus Einzelhandel, Industrie, Chemie, Öl und Gas sowie Regierungsorganisationen.
Schon 36 Prozent verwenden Passwortmanager
123456 – ein Passwort, das keines ist. Und doch bleibt diese Abfolge von Ziffern das meistgenutzte Passwort weltweit. Dabei wurden allein im Vorjahr eine Milliarde Anmeldedaten durch Malware gestohlen – und 80 Prozent aller Datenpannen starten mit gestohlenen Login-Daten, heißt es in einer Aussendung des IT-Unternehmens Panda Security. Viele Nutzerinnen und Nutzer setzen aber lieber auf Bequemlichkeit und verwenden Passwörter mehrfach oder in leicht abgewandelter Form – 34 Prozent geben das offen zu. Besonders riskant: 4 Prozent nutzen ein einziges Passwort für elf oder mehr Konten. Fehler im Passwort-Management sind an der Tagesordnung, sei es durch Aufschreiben, Speichern auf Geräten oder reines Verlassen aufs Gedächtnis.
Branchen wie Bau und Gesundheitswesen sind besonders betroffen, kleine Unternehmen haben prozentual die meisten kompromittierten Passwörter. Doch es gibt einen Lichtblick: 2025 nutzen laut den Angaben bereits 36 Prozent der User Passwort-Manager, was das Risiko für Identitätsdiebstahl deutlich senkt. Hauptgrund für den Umstieg: Viele wollen sich das ständige Vergessen von Passwörtern ersparen.
Garten-App Fryd startet Crowdfunding-Kampagne
Die Gartenplanungs-App Fryd hat eine Crowdinvesting-Kampagne gestartet. Die Kampagne richtet sich laut Aussendung speziell an Investoren mit Fokus auf Nachhaltigkeit und digitale Geschäftsmodelle. Mit den eingeworbenen Mitteln plane Fryd die Weiterentwicklung der App, insbesondere im Hinblick auf Funktionen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verbesserung der Nutzererfahrung.
Fryd hat derzeit laut den Angaben rund 350.000 Nutzerinnen und Nutzer, die beim ökologischen Anbau von Nutzpflanzen unterstützt werden; die Plattform bietet digitale Lösungen für Beetplanung, Pflege und Wissensaustausch. Fryd sieht sich nach eigenen Angaben als Vorreiter im Bereich „Digitales Gärtnern“; der Markt für nachhaltige und technologiegestützte Lösungen im Gartenbau wachse. Seit der Gründung im Jahr 2019 wurden rund 130.000 Gartenpläne erstellt und mehr als 11.500 Tonnen Ernte durch die Community eingebracht.
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