Wien. Künstliche Intelligenz beschäftigt Unternehmen in allen Bereichen – von der Automotive-Industrie z.B. bei Audi bis zum Finanzsektor. Österreichische Firmen sehnen sich nach europäischen Lösungen.
Audi weitet KI-Einsatz aus
Audi setzt verstärkt auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Produktion und weitet entsprechende Anwendungen in der Fertigung nun sukzessive aus. Der Automobilhersteller sieht in KI einen wesentlichen Hebel zur Steigerung von Effizienz und Qualität, insbesondere in den Bereichen Produktion und Logistik. Aktuell sind bei Audi laut einer Pressemitteilung bereits rund 100 KI-Ansätze in unterschiedlichen Entwicklungsstufen im Einsatz, die nun nach und nach in die Serienproduktion integriert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei KI-gestützte Qualitätsüberwachung sowie generative KI-Anwendungen.
Die Fertigung bei Audi generiert täglich mehrere tausend Gigabyte an Daten, was eine gezielte Nutzung durch KI-Anwendungen möglich mache. Ein Beispiel ist das Projekt „Tender Toucan“, das bei Angebotsanalysen bis zu 30 Prozent Zeitersparnis für Mitarbeitende bringe und künftig konzernweit ausgerollt werden soll. In der Qualitätskontrolle wiederum kommen Tools zum Einsatz, die Prozesse automatisieren und die Ergonomie sowie den Arbeitsschutz verbessern sollen. Audi arbeitet mit dem Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn zusammen, um ein Expertennetzwerk im Bereich KI aufzubauen. Auf dem Standort werden digitale Produktionstechnologien in der Praxis ausprobiert. Ziel sei es, eine vernetzte und nachhaltige Fertigung im Sinne der Audi-Strategie „360factory“ zu schaffen.
Umfrage: Firmen wollen europäische KI-Lösungen
Der aktuelle „GenAI Impact Report“ des IT-Dienstleisters Adesso untersucht, wie österreichische Unternehmen die Vorbereitung auf generative KI (GenAI) einschätzen und welchen Bedarf sie dabei sehen. Die dafür befragten Führungskräfte bewerten laut einer Aussendung von Adesso die Vorbereitung der heimischen Wirtschaft auf diese Art der KI besser als im Vorjahr, sehen aber weiterhin deutlichen Handlungsbedarf. 66 Prozent der Unternehmen halten es für wichtig, dass entsprechende Anwendungen aus der EU stammen, um die digitale Souveränität zu stärken. Die Mehrheit spricht sich außerdem für eine stärkere Regulierung von KI-Anwendungen aus, um Risiken besser kontrollieren zu können.
Nur 5 Prozent der Unternehmen bewerten den aktuellen Stand der Vorbereitung auf generative KI als sehr gut, 21 Prozent als gut, während 35 Prozent die Vorbereitung als mangelhaft einstufen. Der Anteil der Unternehmen, die sich selbst als gut oder sehr gut vorbereitet sehen, ist auf 39 Prozent gestiegen. Dennoch verfügen laut Adesso-Untersuchung lediglich 48 Prozent über eine eigene KI-Strategie, wobei viele davon nur klassische KI berücksichtigen. Trotz wachsender Nachfrage nach europäischen GenAI-Lösungen setzen Unternehmen derzeit überwiegend auf US-amerikanische Anbieter.
Austriacard vertraut auf KI im Kampf gegen Geldwäsche
Austriacard Holdings, spezialisiert auf Herstellung und Verkauf von Bankkarten, hat auf der Fachkonferenz Money 20/20 Europe in Amsterdam eine neue KI-gestützte Lösung zur Bekämpfung von Geldwäsche vorgestellt: „Digital Taskforce for Anti-Money Laundering (AML)“ basiert auf der firmeneigenen generativen KI-Plattform „GaiaB“. Autonome KI-Agenten erkennen und analysieren dabei verdächtige Transaktionen und erstellen Berichte, wodurch der Prüfungsprozess effizienter und weniger arbeitsintensiv werde, heißt es in einer Pressemeldung des Unternehmens.
Die Lösung reagiere damit auf steigende regulatorische Anforderungen und die zunehmende Komplexität krimineller Netzwerke. Die Plattform ermögliche es, die KI-Agenten mittels natürlicher Sprache zu steuern, was die Integration und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine erleichtern soll; die neue Lösung kann auch in Netzwerkumgebungen ohne Internetzugang verwendet werden. AML ermögliche „sichere, automatisierte Zusammenarbeit von Menschen und Künstlicher Intelligenz“ wird dazu Spyros Sakellariou, Director für Group AI und Data Analytics bei Austriacard, zitiert.
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