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Neue E-Mobilität: Electra senkt die Preise, Mercedes eröffnet Ladeparks, AT&S lädt schneller

Ladestation von Electra in Österreich
Schnellladestation (© Electra)
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Wien. Das Laden von Elektroautos wird einfacher und günstiger: Electra und Mercedes-Benz bauen ihre Ladenetze in Österreich aus. Und Mikroelektronik-Hersteller AT&S bringt neue Regeltechnik-Lösungen für rasches Laden.

Ladestationen-Betreiber Electra senkt Preise in Österreich

Electra, Betreiber von Schnellladestation, geht in Österreich in die Offensive – vor allem in die Preisoffensive: Per Monatsbeginn wurde der Preis für das Schnellladen auf 0,49 Euro pro Kilowattstunde gesenkt. Ziel sei es, den Zugang zum raschen Laden von E-Autos zu erleichtern, da hohe Energiepreise als Hürde für den Umstieg auf E-Autos gelten, betont das Unternehmen in einer Aussendung.

Electra ist Gründungsmitglied der Spark Alliance, einem Zusammenschluss europäischer Schnellladeanbieter. Als erster Partner habe Electra alle Stationen des Netzwerks in seine App integriert, sodass Nutzerinnen und Nutzer rund 1.700 Standorte in 25 Ländern mit rund 11.000 ultraschnellen Ladepunkten nutzen können. Die App ermögliche das Laden an allen Partnerstationen zu den jeweiligen Preisen ohne zusätzliche Marge.

Für die Sommermonate Juli und August 2025 gilt in Italien ein Sondertarif von 0,39 Euro pro Kilowattstunde, in Deutschland liegt der Preis wie in Österreich bei 0,49 Euro pro Kilowattstunde. Die Preisaktionen sind ohne zusätzliches Abo für alle App-Nutzenden verfügbar. Entlang wichtiger Reiserouten, etwa von München über Linz bis an die Adria, betreibt Electra bereits ein Netz an Schnelllade-Hubs. Die Ladepunkte seien strategisch an Einkaufszentren, Hotels und Verkehrsknotenpunkten platziert. Geboten werden Ladeleistungen bis zu 400 kW. Electra ist in neun Ländern aktiv und betreibt derzeit rund 1.000 Ladepunkte, bis 2030 soll das Netz auf 15.000 anwachsen.

Mercedes-Benz betreibt eigenen Ladepark in Parndorf

Mercedes-Benz hat in Parndorf seinen ersten eigenen Ladepark in Österreich eröffnet: Der Standort befindet sich an der A4 beim Parndorf Fashion Outlet und bietet 10 Schnellladepunkte mit einer Leistung von jeweils bis zu 400 kW. Intelligentes Lademanagement ermöglicht es, jedes Fahrzeug mit der maximal verfügbaren Energie zu laden, sagt der Autohersteller in einer Pressemitteilung. Die Ladeinfrastruktur steht allen Fahrzeugmarken offen.

Für Aufbau und Betrieb des Schnellladenetzes in Europa kooperiert Mercedes-Benz mit dem Energie- und Mobilitätsunternehmen E.ON; bis Ende des Jahrzehnts sollen weltweit mehr als 10.000 Schnellladepunkte errichtet werden. In Österreich sind innerhalb eines Jahres mindestens fünf weitere Ladeparks vorgesehen, unter anderem in Allhaming und Völkermarkt.

Die Ladeparks sind in das digitale Ladenetz MB.CHARGE Public integriert, das Zugang zu rund 2,3 Millionen Ladepunkten weltweit bietet. Mercedes-Benz-Fahrerinnen und -Fahrer können über das Navigationssystem die Verfügbarkeit von Ladepunkten abrufen und damit ihre Route inklusive Ladestopps planen. Eine Reservierungsfunktion ermöglicht es, Ladepunkte im Voraus zu buchen, sofern ein entsprechender Ladevertrag besteht. Die Authentifizierung an den Ladesäulen erfolgt unter anderem über das MBUX Multimediasystem, die Mercedes-Benz App oder per Plug & Charge. Für MB.CHARGE Public-Kundinnen und -Kunden gilt bis Ende August 2025 noch ein Eröffnungsangebot mit kostenlosem Laden in Parndorf. Der Standardtarif im M & L-Tarif beträgt sonst 0,39 Euro pro Kilowattstunde.

AT&S will mit neuen Regeltechnik-Lösungen das Laden beschleunigen

Der österreichische Mikroelektronikhersteller AT&S will mit neuen Power-Embedding-Technologien Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometern und Ladezeiten von 10 Minuten für E-Autos erreichen. Denn konventionelle Regeltechnik stößt bei den steigenden Anforderungen für größere Reichweiten und schnellere Ladenvorgänge für elektrisch betriebene Fahrzeuge an Grenzen. Moderne Umrichter wandeln Wechselstrom aus dem Netz in Gleichstrom für die Akkus um und müssen dabei immer höhere Leistungen verarbeiten. Herkömmliche Umrichter nutzen Drahtbonding-Technologie, deren Lebensdauer bei steigenden Anforderungen sinkt.

In 10 Minuten Strom für 1.000 km Reichweite laden

AT&S kombiniert nun laut einer Aussendung alternative Halbleitermaterialien wie Galliumnitrid und Siliziumkarbid mit Power-Embedding, um kompakte und effiziente Schalter für Umrichter zu fertigen. Die eingebetteten Halbleiterchips von AT&S sind für bis zu 1500 Volt und 200 Ampere ausgelegt. Die Module würden weniger Platz benötigen, außerdem leichter sein und flexible Designmöglichkeiten bieten. Erste Anwendungen entstehen in Zusammenarbeit mit europäischen Automobilherstellern und Forschungspartnern in Projekten wie „HiEfficient“ und „HiPower 5.0“. Eine Verbindungstechnologie sowie Sinterlaminierung ermöglichen es, mehrere Halbleiterchips parallel  einzubetten und somit Effizienz und Zuverlässigkeit zu steigern. AT&S betreibt derzeit Produktionsstandorte in Österreich, Indien, China und Malaysia und beschäftigt weltweit rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

 

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