Wuppertal. Ein Forschungsprojekt unter Leitung der Bergischen Universität Wuppertal untersucht, ob Nahversorgung und kurze Wege in Städten logistisch machbar sind.
Innerhalb von 15 Minuten mit dem Rad oder zu Fuß ist die wichtigste Infrastruktur des täglichen Lebens – unter anderem Supermarkt, Schulen, Kindergärten und Freizeitangebote – erreichbar. Das ist die Idee einer „15-Minuten-Stadt“. Damit soll das Leben in einer solchen Stadt der kurzen Wege nicht nur angenehmer, sondern vor allem klimafreundlicher sein.
Aber ist das überhaupt machbar? Ein neues Forschungsprojekt unter Leitung der Bergischen Universität Wuppertal untersucht derzeit, wie dieses Konzept die Stadtentwicklung beeinflusst. Das Hauptproblem: Mit einer besseren Nahversorgung steigt auch die Anzahl der Lieferungen an Geschäfte und Haushalte im jeweiligen Quartier. Bisher gibt es allerdings wenig Wissen darüber, wie stark die Nachfrage nach innerstädtischem Güterverkehr in solchen Stadtteilen tatsächlich zunimmt und wie sie sich zusammensetzt. Das Projekt POTUS, koordiniert vom Lehr- und Forschungsgebiet Güterverkehrsplanung und Transportlogistik, widmet sich genau dieser Fragestellung.
Steigt der Güterverkehr?
Ein zentrales Ziel ist es, herauszufinden, in welchen Stadtteilen und unter welchen Bedingungen der Güterverkehr besonders steigt. Das Forschungsteam analysiert, welche Quartiersmerkmale – etwa eine hohe Zahl junger Bewohnerinnen und Bewohner – die Nachfrage nach Lieferungen beeinflussen. Daraus sollen Empfehlungen entstehen, wie Städte den Güterverkehr besser steuern und nachhaltiger gestalten können. Bisher fehlen oft belastbare Daten zum innerstädtischen Güterverkehr. Projektmitarbeiter Marian Schlott betont in einer Aussendung der Universität, dass es erhebliche Datenlücken gäbe, die eine gezielte Verkehrsplanung erschweren würden. Für die Entwicklung neuer Konzepte müssen daher regelmäßig aufwendige Erhebungen durchgeführt werden, da offizielle Statistiken meist nicht ausreichen.
Universitäten und Städte machen mit
Das Projekt prüft außerdem, wie sich Daten aus verschiedenen europäischen Ländern vergleichen und nutzen lassen. Es wird untersucht, ob beispielsweise regelmäßig erhobene Daten aus Frankreich auch für deutsche Städte relevant sind. Die Forschung wird mit rund 1,4 Millionen Euro aus dem europäischen „Driving Urban Transitions“-Programm und nationalen Mitteln gefördert. Zum internationalen Forschungsteam gehören Partner aus Österreich (TU Wien), Schweden (Chalmers University), Frankreich und Italien; weiters sind Städte wie Düsseldorf und Wiesbaden sind beteiligt.
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