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Telekommunikation: Mehr Datenverbrauch, weniger Telefonate

Klaus Steinmaurer ©RTR / David Bohmann

Wien. Telefonate und SMS sind in Österreich weiter rückläufig, zeigt der Jahresbericht der RTR. Hingegen steigt der Datenverbrauch weiterhin stark.

Die Trends am Telekommunikationsmarkt setzen sich in Österreich fort, wie die Telekom-Regulierungsbehörde RTR in ihrem Jahresbericht für 2024 zeigt, dessen Details nun veröffentlicht wurden. Während klassische Telefonate und der Versand von SMS weiter abgenommen haben, zeigte sich demnach beim Datenverbrauch erneut ein deutliches Wachstum. Auch im Jahr 2024 habe der Trend angehalten, die Gesprächsminuten gingen im Vergleich zum Jahr davor zurück, meint RTR-Geschäftsführer Klaus M. Steinmaurer.

Festnetztelefonie verliert weiter

Im Durchschnitt verbrachten Nutzerinnen und Nutzer rund 2.676 Minuten pro Jahr im Gespräch – diese Zahl bemisst sich über Festnetz- und Mobilfunktelefonie hinweg. Die Gesamtsumme der Gesprächsminuten belief sich auf rund 24,1 Milliarden; das war ein Minus von 3,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Besonders stark war der Rückgang bei Festnetzgesprächen, die um 12,2 Prozent abnahmen, im Mobilfunksegment wurde ein Minus von 3,1 Prozent verzeichnet.

Auch die Anzahl der versendeten SMS ist weiterhin gesunken und hat per Jahresende 2024 rund 920 Millionen Nachrichten erreicht – ein Rückgang von 14,4 Prozent im Jahresvergleich. Dennoch bleibe SMS als Technologie für bestimmte Einsatzzwecke wie Zwei-Faktor-Authentifizierung und Notfallinformationen weiterhin von Bedeutung, heißt es bei der RTR.

Entgegengesetzt entwickelte sich der Datenverbrauch: Das Volumen wuchs im Vergleich zu 2023 um weitere zehn Prozent und erreichte insgesamt 11.654 Petabyte. Ein Großteil davon wurde über stationäre Breitbandanschlüsse abgewickelt, in Summe waren das  6.707 Petabyte; der restliche Verkehr entfiel mit 4.947 Petabyte auf mobile Netze. Zur Einordnung: Ein Petabyte entspricht dem Speicherbedarf von etwa 333 Millionen digitalen Fotos durchschnittlicher Größe.

Mobilfunkmarkt bleibt stabil

Im Segment der österreichischen Mobilfunkanbieter blieb das Bild stabil: A1 verzeichnete laut RTR-Aussendung einen Marktanteil von 36,3 Prozent, Magenta 25 Prozent und Drei 20,7 Prozent. Die kleineren Provider konnten ihre Position am Markt kräftigen und steuerten ihren gemeinsamen Anteil von 15,9 auf 18 Prozent nach oben; Beispiele dafür sind Hot mit 9,6 Prozent Marktanteil und spusu mit 5,2 Prozent.

Weitere Zahlen aus dem RTR-Jahresbericht

  • Die Endkundenumsätze aus Telekommunikationsdiensten lagen 2024 bei 4.273 Millionen Euro; rund 68 Prozent des Umsatzes entfiel auf den Mobilfunk, das waren etwa 2.901 Millionen Euro. Breitbandprodukte trugen etwa 1.053 Millionen Euro zum Gesamtumsatz bei.
  • Ende 2024 gab es 501.000 klassische Festnetzanschlüsse, das waren um 22 Prozent weniger als im Jahr davor.
  • Die Zahl der Voice-over-Broadband-Anschlüsse stieg auf 1.473.000.
  • Insgesamt wurden 2.604.000 feste Breitbandanschlüsse gezählt; das waren 0,5 Prozent weniger als 2023.
  • 13,751 Millionen SIM-Karten (ohne M2M) wurden Ende 2024 genutzt; die Zahl der eSIM-Karten lag bei rund 3,8 Millionen, jener der 5G-SIM-Karten bei 3,3 Millionen.
  • Die Investitionen im Telekomsektor erreichten 816 Millionen Euro, die Zahl der Beschäftigten lag bei rund 11.000, sagt die RTR.

 

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