Open menu
Tech, Tools

Neue Tools: Notrufsysteme werden überprüft, Kapsch Trafficcom baut in der Schweiz, Studie zum Risikomanagement

Notruf auf Bahnsteig (© Commend International)
Notruf auf Bahnsteig (© Commend International)
Dieser Extra+ Beitrag war 14 Tage lang exklusiv für unsere Mitglieder verfügbar und wurde nun freigeschaltet.

Salzburg. Commend International und Salzburg Research checken Notrufkommunikation auf Übertragungsqualität. Kapsch TrafficCom baut das Mautsystem in der Schweiz aus. Und Marktrisiken sind für Firmen die größte Herausforderung.

Notrufanlagen werden auf Zuverlässigkeit überprüft

Notrufsysteme müssen im Ernstfall funktionieren – in Salzburg wurde nun ein neues System zur Überwachung dieser Kommunikation entwickelt. Konkret haben das Unternehmen Commend International und die Salzburg Research Forschungsgesellschaft gemeinsam ein neues Messsystem zur Überwachung der Übertragungsqualität in sicherheitskritischen Kommunikationssystemen entwickelt. Denn diese Notrufkommunikation, etwa SOS-Sprechstellen, Gebäudekommunikation oder Notrufanlagen, ist stets auf eine stabile Verbindung angewiesen. Doch traditionelle, kabelgebundene Lösungen werden immer häufiger durch hybride oder rein drahtlose Netze – etwa auf Basis von 5G – ersetzt. Eine lückenlose Qualitätskontrolle gestaltet sich jedoch gerade in diesen dynamischen  Netzwerken als besondere Herausforderung.

Überwachung sicherheitsrelevanter Einrichtungen

Daher haben Commend, ein Anbieter von Intercom-Systemen, und die auf angewandte Netzforschung spezialisierte Salzburg Research ein System entwickelt, das die Performanz der Sprach- und Videokommunikation im Echtbetrieb misst. Kernpunkte der Lösung sind die Erfassung von Parametern wie Latenz (Zeitverzögerung bei der Datenübertragung) oder Jitter (Schwankungen in dieser Latenz) direkt aus den Datenströmen, erläutert Salzburg Research in einer Aussendung. Dadurch kommt das Messsystem ohne zusätzlichen Testdatenverkehr aus und beeinträchtigt selbst verschlüsselte Übertragungen nicht. Die Echtzeit-Analyse erleichtert die Inbetriebnahme und laufende Überwachung sicherheitsrelevanter Einrichtungen.

Ein weiterer praxisrelevanter Aspekt ist die Nutzung der Technologie in 5G-Umgebungen. In eigens eingerichteten Testversuchen prüft Salzburg Research die Auswirkungen wechselnder Netzbedingungen auf die Kommunikationsqualität – zum Beispiel bei erhöhter Netzlast oder verringerter Bandbreite. Ziel ist es, zuverlässige Messgrößen auch unter realistischen Mobilfunkbedingungen bereitstellen zu können. Das Vorhaben ist Teil des Forschungsprogramms ASBIS, das von der FFG unterstützt wird. Die hier gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung und Serienfertigung von Intercom-Systemen ein, etwa für den Einsatz in Gebäuden, Spitälern und öffentlichen Infrastrukturen.

Kapsch TrafficCom baut Mautsystem in der Schweiz

Kapsch TrafficCom errichtet für die Schweiz ein neues System zur Mautkontrolle und hat mit der Umsetzung des „Erfassungssystems Straße“ (ESTR) begonnen. Das Unternehmen liefert dafür sowohl physische als auch digitale Infrastruktur sowie Videosensoren. Ziel ist es, die in der Schweiz geltende leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für Lkw effizient und landesweit zu erheben. Der Vertrag umfasst eine zweijährige Design- und Bauphase mit einem ersten Pilotbetrieb bis Ende 2025. Für die Betriebs- und Wartungsphase sind acht Jahre bis Ende 2033 vorgesehen, mit einer Verlängerungsoption um weitere zwei Jahre. Das Auftragsvolumen beträgt 74,5 Millionen Euro. Damit werde die Möglichkeit geschaffen, an rund 80 Grenzübergängen sowie auf zahlreichen Haupt- und Nebenstraßen die Erfassung abzuwickeln, heißt es in einer Aussendung.

Insgesamt werden 169 Standorte mit stationären Videosensoren bestückt, die Kennzeichen, Zeit, Ort und Fahrzeugart dokumentieren. An 83 dieser Standorte wird neue Tragwerksinfrastruktur für die Kameratechnik errichtet. Parallel dazu kommen 34 mobile Erfassungsfahrzeuge zum Einsatz, die flexibel innerhalb der Schweiz positioniert werden können. Die erhobenen Daten werden zur sicheren Verarbeitung an ein neu eingerichtetes Rechenzentrum beim Bundesamt für Informatik (BIT) übermittelt.

Studie zu Risikomanagement

Laut der aktuellen Risikomanagement-Studie 2025 von EY Österreich, CRIF und Business Circle bleiben Marktrisiken für rund 69 Prozent der österreichischen Unternehmen die größte Herausforderung. Technologie- und Cyberrisiken werden von knapp 46 Prozent der Befragten als bedeutend eingestuft, während knapp 44 Prozent Finanzrisiken (etwa durch verspätete Zahlungseingänge oder Engpässe in der Wertschöpfungskette) als kritisch betrachten. Fast jedes zweite Unternehmen rechnet in den kommenden Jahren mit einem Anstieg geopolitischer Risiken; ebenso erwarten rund die Hälfte der Unternehmen eine Zunahme personalbezogener Risiken.

Marktrisiken wirken sich direkt auf die Planungssicherheit und die finanzielle Situation der Firmen aus. Der gezielte Einsatz von Markt-, Branchen- und Wirtschaftsdaten helfe, Trends zu identifizieren und notwendige Maßnahmen zeitgerecht einzuleiten, heißt es in einer Aussendung der Kreditauskunft CRIF. Externe Risiken wie Zahlungsausfälle oder globale Unsicherheiten könnten auf diese Weise gezielter überwacht und minimiert werden. Weitere Zahlen der Risikomanagement-Studie:

  • 69 Prozent der Unternehmen sehen Marktrisiken als größte Herausforderung.
  • rund 46 Prozent beurteilen Technologie- und Cyberrisiken als relevant.
  • rund 44 Prozent stufen Finanzrisiken als kritisch ein.
  • in den nächsten Jahren erwarten rund 47 Prozent einen Anstieg geopolitischer Risiken.
  • knapp 46 Prozent rechnen mit zunehmenden personalbezogenen Risiken.
  • knapp 15 Prozent der Unternehmen haben vollständigen Zugriff auf Echtzeitdaten für ihr Risikomanagement.

 

Jetzt den Newsletter von Extrajournal.Net abonnieren

Täglich aktuell in Ihrer Mailbox.

Weitere Meldungen:

  1. Apollo verkauft Kelvion um 4,1 Mrd. Dollar mit Kanzlei Sidley
  2. Austrotherm kauft in vier Ländern dazu mit CMS-Hilfe
  3. Industrie & Forschung: TU Graz eröffnet neues Prüflabor für Eisenbahnen
  4. RHI Magnesita macht Gustavo Franco zum nächsten CEO