Open menu
Business, Tech

Post baut Kooperation mit Temu aus

Ausbau der Kooperation (© Temu / Österreichische Post)
Ausbau der Kooperation (© Temu / Österreichische Post)

Wien. Während der Handel strengere Regeln für die chinesische Online-Plattform fordert, baut die Österreichische Post mit Temu einen gemeinsamen Abhol- und Zustelldienst auf. 

Die chinesische Online-Plattform Temu und die Österreichische Post werden im laufenden Jahr gemeinsam einen Abhol- und Zustelldienst einführen. Ziel des neuen Angebots, das unter der Bezeichung „Pudo“ vermarktet wird, sei eine Erweiterung der Serviceoptionen für Kundinnen und Kunden auf dem österreichischen Markt, heißt es in einer Aussendung der Post.

Das chinesische Unternehmen hat vor kurzem begonnen, lokale Händler aus Österreich und anderen europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Spanien sowie Italien und Großbritannien auf seine Plattform zu holen. Zur Abwicklung kommen regionale Lagerhäuser zum Einsatz, was den Liefervorgang beschleunigen und die Auswahl an Produkten vergrößern soll. Europäische Verkäufer wiederum würden über Temu Zugang zu internationalen Märkten erhalten, heißt es.

Temu und andere Plattformen immer beliebter

Laut einer Studie kaufen bereits 42 Prozent der Wienerinnen und Wiener bei chinesischen Plattformen – neben Temu etwa Shein oder AliExpress; Temu kommt auf einen Nutzeranteil von 31 Prozent, heißt es bei der Wirtschaftskammer Wien. Diese warnt angesichts dieser Zahlen, dass rund 65 Prozent der heimischen Online-Ausgaben an ausländische Anbieter gehen würden, und kritisiert problematische Folgen wie Verlust von Arbeitsplätzen sowie Steuereinnahmen, schwierige Rückgabeprozesse und mangelnde Produktsicherheit. Vor kurzem hat Handelsobfrau Gumprecht daher strengere Kontrollen, einheitliche Sicherheitsstandards sowie die Abschaffung der EU-Zollfreigrenze von 150 Euro verlangt.

Aufregung gab es zuletzt auch um die Ankündigung von Temu, in Europa Lebensmittel verkaufen zu wollen. Laut WKO würden bereits bei Textilien europäische Sicherheits- und Kennzeichnungsregeln oft nicht eingehalten, daher brauche es dringend Regulierungen zum Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten.

Vorläufige Feststellung der Europäischen Kommission

Davon abgesehen hat die Europäische Kommission vor kurzem vorläufig festgestellt, dass Temu gegen den Digital Services Act (DSA) verstößt, insbesondere durch unzureichende Maßnahmen zur Verhinderung des Verkaufs illegaler und potenziell gefährlicher Produkte für Kinder. Dem Unternehmen droht eine Geldstrafe von bis zu 6  Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, sollte der Verstoß endgültig bestätigt werden. Der österreichische Handelsverband bewertete diese Entscheidung in einer Aussendung als „wichtigen Schritt für mehr Produktsicherheit und fairen Wettbewerb“; es wird eine gezielte Plattform-Haftung gefordert, damit Online-Marktplätze für die Einhaltung von Sicherheitsstandards genauso verantwortlich gemacht werden wie europäische Händler. Das Verfahren gegen Temu läuft seit Oktober 2024 und legt einen Fokus auf die Einhaltung der Produktsicherheitsvorschriften im europäischen Binnenmarkt.

Zurück zur Österreichischen Post: Diese arbeitet seit 2023 mit Temu zusammen; nun ist die Ausweitung der Zusammenarbeit auf weitere Märkte, darunter Ungarn und Bulgarien geplant. Die 2022 gegründete Online-Plattform ist derzeit in rund  90 Ländern aktiv.

Eins fehlt noch: Der Newsletter von Extrajournal.Net

Einfach E-Mail eintragen und die weitere Entwicklung verfolgen.

Weitere Meldungen:

  1. Inflationslinderungsgesetz und Shrinkflation-Gesetz gehen an den Start
  2. Nach VKI-Klage: Höchstgericht kassiert 6 von 8 Klauseln von Amazon Prime
  3. MediaMarkt Österreich macht Fotios Gialouris zum neuen Finanzchef
  4. Einkaufen über Soziale Medien wird beliebter

Schreiben Sie einen Kommentar