CO2-Steuern. Eine Analyse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung zeigt Szenarien internationaler Bündnisse bei Abgaben auf fossile Brennstoffe. Zu den Projekt-Financiers gehört die Gates-Stiftung.
In den nächsten zehn Jahren sollen jährlich 300 Milliarden US-Dollar für die internationale Klimafinanzierung zur Verfügung stehen – das wurde bei der UN-Klimakonferenz COP29 vorigen November in Baku beschlossen. Aber woher nehmen? Dazu gibt es verschiedene Ansätze, doch konkrete Mechanismen wurden – wenig überraschend – bisher nicht fixiert.
Nun zeigt eine vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung durchgeführte Analyse, welches Potenzial Abgabenmodelle auf fossile Brennstoffe hätten, die von kleineren Staatenbündnissen kooperativ eingeführt werden könnten. Diese Modelle könnten jährlich 66 Milliarden US-Dollar für den Klimaschutz in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen aufbringen, heißt es in einer Aussendung des Instituts. Durch die Einbeziehung von Emissionen aus internationalem Luft- und Schiffsverkehr könnten die Beiträge sogar auf bis zu 200 Milliarden US-Dollar jährlich steigen.
Erlöse werden weitergegeben
Die Studie, die in Kürze veröffentlicht wird, betrachtet Szenarien eigeninitiierter Kooperationen, bei denen Staaten Abgaben auf fossile Energieträger erheben und die Erlöse gezielt an ärmere Länder weiterreichen. Besonders wirkungsvoll ist laut dieser Analyse ein Ansatz, bei dem die Höhe der Abgaben von der Beteiligung weiterer Länder, etwa Chinas, abhängt. Dadurch entstehen für Importländer wie China gezielte Anreize zur Beteiligung. In einem Szenario gemeinsamer Abgaben von EU und China könnte das Finanzierungsvolumen für Klimaschutzmaßnahmen im Vergleich zum Alleingang um das Vierfache steigen.
Keine zusätzlichen Kosten
PIK-Direktor Ottmar Edenhofer, einer der Autoren des Reports, ist sicher, dass kleinere Bündnisse von Staaten, die bei verschiedenen Abgabenmodellen zusammenarbeiten, einen entscheidenden Beitrag leisten könnten. Außerdem sei das möglich, ohne dass Verbraucherinnen und Verbrauchern dadurch zusätzliche Kosten entstehen würden. Denn Investitionen aus den Abgaben in die Energiewende der Empfängerländer senken die globale Nachfrage nach fossilen Brennstoffen, was preisdämpfend wirkt – und das wiederum kann mögliche Mehrkosten für Verbraucher ausgleichen.
Aktuelle Vorbilder
Je nach Szenario könnten jährlich über eine Milliarde Tonnen CO₂ vermieden werden. Vorbilder für solche Kooperationen sind die angekündigten Abgaben auf Privatflüge durch eine Staatengruppe sowie internationale Taskforces zur Erforschung globaler Solidaritätsabgaben. Die vorgeschlagenen Maßnahmen haben sowohl finanzielle als auch ökologische Zielsetzungen und verfolgen einen ökonomisch effizienten Verteilungsmechanismus.
Die Studie liefere wichtige Impulse für die Diskussion um innovative Instrumente zur Mobilisierung von Klimafinanzierung, heißt es. Durch die Konzentration der Finanzflüsse auf globale öffentliche Güter wie Klimaschutz könnten die Vorteile breit verteilt werden. Das zugrundeliegende Projekt wird von der Gates-Stiftung gefördert und vom Kiel Institut für Weltwirtschaft koordiniert.
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