Wien. Die TU Wien baut einen Waffelbackofen, der mit sauberer Energie arbeitet. dataMatters errichtet Frühwarnsysteme für Hochwasser. Weiters in Arbeit sind AI-Assistenten für den Maschinenbau und die Renaissance von Computer-Pionier Commodore.
So werden Eiswaffeln CO2-neutral
Die TU Wien hat gemeinsam mit der Bühler Wafer Solutions GesmbH eine neue Temperaturregelung für industrielle Waffelbacköfen mit Induktionsheizung entwickelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen gasbeheizten Öfen nutzt der neue Ofen ausschließlich elektrische Energie; wird der Strom aus erneuerbaren Quellen bezogen, kann der Backprozess daher praktisch CO₂-neutral ablaufen. Die Erhitzung erfolgt direkt in den metallischen Backplatten, wodurch Verluste bei der Wärmeübertragung vermieden werden. Die Temperatur lässt sich dadurch schnell und präzise steuern, heißt es in einer Aussendung der TU.
Im Vergleich zu traditionellen Systemen lässt sich der Energieverbrauch um bis zu 50 Prozent senken. Ein zentraler Bestandteil der Regelung ist ein digitaler Zwilling, der die Temperaturverteilung in den Backplatten in Echtzeit berechnet – auf diese Weise können individuelle Einstellungen für jede Platte vorgenommen und flexibel an wechselnde Produktionsbedingungen angepasst werden. Diese Technik sorgt für eine konstant hohe Qualität der Waffeln; die Flexibilität des Systems ermöglicht außerdem kurzfristige Umstellungen bei Rezepturen oder nach Produktionspausen. Der neue Induktionsofen habe bereits die Marktreife erreicht.
Neues Frühwarnsystem für Hochwasser
Hochwasser können Menschenleben gefährden und enorme wirtschaftliche Schäden anrichten – denken wir nur an die Überschwemmungen in Europa im September 2024. Das Kölner Unternehmen dataMatters hat nun ein dreistufiges Frühwarnsystem entwickelt, das vor Starkregen und Überschwemmungen schützen soll. Laut Unternehmensangaben hätte dieses System vermutlich die Zugkatastrophe im deutschen Landkreis Biberach, die durch einen verstopften Abwasserschacht ausgelöst wurde, verhindern können. Das Schutzkonzept umfasst eine Wetterstation mit Regenmesser, Wasserstandssensoren an Flüssen und Brücken sowie spezielle Sensoren an Gullydeckeln und in der Kanalisation. Diese Sensoren registrieren potenzielle Verstopfungen frühzeitig und tragen dazu bei, Hochwasser-Risiken schneller zu erkennen.
Das System kann nicht nur in Kommunen, sondern auch entlang von Bahnstrecken und Straßen installiert werden. So lassen sich Schutzmaßnahmen rechtzeitig einleiten, heißt es. Unter dem Namen urbanOS hat dataMatters vor kurzem ein umfassendes Smart-City-Betriebssystem auf den Markt gebracht, das in mehr als 20 Städten eingesetzt wird – wir haben darüber berichtet. dataMatters ist darauf spezialisiert, KI zur Analyse von Sensordaten in verschiedenen Branchen einzusetzen – von der Industrie bis hin zur Gebäudetechnik und Agrarwirtschaft. Neben Hochwasserprävention zählen auch Anwendungen wie Abfallmanagement, Energieeffizienz und Parkraummanagement zum Portfolio von dataMatters.
Forschungsprojekt zur Entwicklung von Assistenzsystemen
Am August-Wilhelm Scheer Institut (AWSi) in Saarbrücken wurde das Forschungsprojekt ALINA zur Entwicklung intelligenter Assistenzsysteme für den Maschinen- und Anlagenbau gestartet. Ziel ist es, Fachkräfte mit modularen KI-Lösungen bei repetitiven Aufgaben zu entlasten. Entwickelt werden praxisnahe Werkzeuge, die beispielsweise das Sortieren technischer Dokumente oder die automatisierte Bereitstellung von Informationen unterstützen; auch die Generierung von Routinen für Entscheidungen im Engineering soll durch die neuen Lösungen optimiert werden, teilt das Institut in einer Presseaussendung mit.
Das AWSi übernimmt die nutzerzentrierte Gestaltung, Umsetzung und Evaluation der Assistenzfunktionen, Industriepartner werden in die Entwicklung eingebunden, um die Anwendung unter realen Bedingungen zu testen und den konkreten Nutzen sicherzustellen. Gefördert wird ALINA vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Maßnahme „Zukunft der Wertschöpfung“; das Projekt wird voraussichtlich bis Ende 2027 laufen. Neben dem AWSi sind Partner aus Wissenschaft, Industrie und IT an der Entwicklung beteiligt. Die Ergebnisse sollen dann branchenweit nutzbar gemacht werden.
Computer-Pionier Commodore von Fans übernommen
Das Unternehmen Commodore Corporation BV, bekannt als Hersteller von Heimcomputern der 1970er bis 1990er Jahre, wurde von einem Konsortium aus Fans und ehemaligen Mitarbeitern übernommen. Initiator der Übernahme war der britische Schauspieler und YouTuber Christian Simpson, der auf seinem Kanal „Retro Recipes“ über die Akquisition berichtet hat. Der Kaufvertrag wurde bereits vor dem ursprünglich geplanten Termin unterzeichnet und der Kaufpreis vollständig bezahlt. Damit befinden sich nun alle 47 Markenrechte, deren älteste Bezeichnung aus dem Jahr 1983 stammt, im Besitz des neuen Konsortiums.
Zu den Beteiligten zählen neben Simpson auch frühere Führungskräfte wie David Pleasence, Leo Nigro und Colin Prudhoeff. Die neue Eigentümergruppe betont, Commodore als „Digital Detox Brand“ zu positionieren und will eine „retro-futuristische Produktstrategie“ umsetzen. Geplant ist, an Erfolgsklassiker wie den erwähnten C64 anzuknüpfen und moderne Neuauflagen nostalgischer Geräte zu veröffentlichen. Erst kürzlich wurde mit dem „C64 Ultimate“ ein Nachbau des bekannten Modells vorgestellt – das Original war in den 1980ern vor allem als Spielcomputer, aber auch zum Programmieren äußerst beliebt. Außerdem gibt es laut US-Medien Gespräche über eine mögliche Wiedervereinigung mit der Marke Amiga – diese wurde nach dem Ende von Commodore von unterschiedlichen Firmen weitergeführt.
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