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Bildung & Uni

Science Talk: Kinderbuch vom Physiker, Freude an Uni Wien und Montanuni, neue Preise

Professor Michael Bonitz mit seinem Kinderbuch (© Christina Anders, Uni Kiel)
Professor Michael Bonitz mit seinem Kinderbuch (© Christina Anders, Uni Kiel)
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Köpfe in der Forschung. Ein deutscher Wissenschaftler macht Physik per Kinderbuch verständlich. Forschungserfolge gibt es an Uni Wien und Montanuni. Und eine Arbeit zur Lösungsmittelselektion erhält einen Studienpreis.

Weshalb ein deutscher Physiker Kinderbücher schreibt

Michael Bonitz ist Professor für Theoretische Physik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; er hat mehr als 400 Fachartikel veröffentlicht und wurde mehrfach für seine Forschungsarbeiten ausgezeichnet. Nun startet er mit dem Kinderbuch „Der Grüne Planet“ eine Science-Fiction-Reihe für Kinder. Mit dem ersten Band der Reihe „Abenteuer im All“ möchte Bonitz wissenschaftliche Neugier mit fantasievollen Abenteuern im Weltall verbinden; das Buch richtet sich an Kinder ab einem Alter von 10 Jahren. In der Geschichte reisen die Geschwister Lisa und Oskar im Jahr 2065 mit einem schnellen Raumschiff zu einem fernen, geheimnisvollen Planeten. Dort treffen sie auf zwei intelligente Spezies, die in einen Machtkonflikt verwickelt sind. Die Kinder geraten in das Zentrum des Geschehens und suchen nach einer friedlichen Lösung.

Bonitz will laut Aussendung seiner Uni mit der Buchreihe junge Menschen für Wissenschaft und Physik zu begeistern und sie zum Nachdenken anzuregen – es liegt nahe, dass auch Erwachsene da etwas lernen können. Der Pyhsiker legt besonderen Wert darauf, dass seine Geschichten den Gesetzen der Physik treu bleiben. Im ersten Band nimmt die Relativitätstheorie eine zentrale Rolle ein. Die Geschichten entstanden ursprünglich als Gute-Nacht-Geschichten für seine Enkelkinder und wurden zunächst im Selbstverlag veröffentlicht. Am 30. Juli 2025 erschien der erste Band offiziell beim Verlag „In Farbe und Bunt“.

Forscher der Uni Wien finden Auslöser der Mitophagie

Sascha Martens und Elias Adriaenssens (© Max Perutz Labs)
Sascha Martens und Elias Adriaenssens (© Max Perutz Labs)

Postdoktorand Elias Adriaenssens und Professor Sascha Martens von den Max Perutz Labs der Universität Wien haben in einer aktuellen Studie neue Auslöser für die Mitophagie identifiziert – das ist ein essenzieller Selbstreinigungsprozess der Zelle, bei dem gezielt Mitochondrien abgebaut werden. Fehler im Ablauf dieser Prozesse stehen unter anderem mit der Entwicklung von Parkinson in Zusammenhang.

Die Gruppe um Adriaenssens und Martens konnte zeigen, dass die bisher als zentral geltende Rolle des Proteins FIP200 nicht für alle Mitophagie-Signalwege gilt. Im Fokus standen dabei die Mitophagie-Rezeptoren NIX und BNIP3, die Autophagie offenbar ohne Bindung an FIP200 initiieren können. Die Forschenden fanden heraus, dass stattdessen WIPI-Proteine eine Schlüsselrolle einnehmen und an diese Rezeptoren binden. Die neu entdeckte Funktion dieser Proteine widerspricht bisherigen Annahmen und liefert einen alternativen Mechanismus für die Einleitung der Autophagie.

Die Erkenntnisse weisen darauf hin, dass nicht ein einheitlicher, sondern mehrere parallele Signalwege existieren könnten, abhängig vom eingesetzten Mitophagie-Rezeptor. Das Team nutzte biochemische Rekonstitutionen und Massenspektrometrie, um die Mechanismen genau zu untersuchen. Die Studie hebt hervor, dass die Unterscheidung zwischen den Signalwegen therapeutische Ansatzpunkte bietet. Es könnte künftig möglich sein, gezielt bestimmte Signalwege zu aktivieren, um Defekte im Mitophagie-Prozess auszugleichen, heißt es in einer Aussendung. Die Forschergruppe ist überzeugt, dass diese Ergebnisse den Weg für neue Therapieoptionen bei Parkinson ebnen könnten.

Montanuni: Mitterer und Team entwickeln neue Schnelltestsystem

Christian Mitterer (© MUL)
Christian Mitterer (© MUL)

Christian Mitterer, Leiter des Lehrstuhls für Funktionale Werkstoffe und Werkstoffsysteme an der Montanuniversität Leoben, hat mit seinem Team ein neues Schnelltestsystem entwickelt, das ähnlich wie ein Alkoholtester funktioniert. Bei diesem Test bläst man in ein Röhrchen und erhält wenige Minuten später ein Ergebnis. Der Tester kann Viren, Bakterien und Pilzsporen mit hoher Sensitivität nachweisen. Mitterer erklärt, dass der Test auf einem Filter mit Nanopartikeln aus Edelmetallen basiert, die die Wechselwirkung von Laserlicht mit Proteinen verstärken. Für die Identifikation der Mikroorganismen wird die Surface Enhanced Raman Spectroscopy (SERS) verwendet. Die Nanopartikel auf dem Filter verstärken den Raman-Effekt um bis zu elf Größenordnungen.

Mitterer betont, dass Machine-Learning-Algorithmen helfen, spezifische Proteinfingerabdrücke von Mikroorganismen zu erkennen. Das System wurde bereits als Proof of Concept entwickelt und im Fachjournal JVST A veröffentlicht. Christian Mitterer sieht das Potenzial des Tests auch in der Krebsfrüherkennung und der Identifikation von Umweltrisiken. Derzeit sucht sein Team nach Industriepartnern, um den Test zur Marktreife zu bringen. Der neue Schnelltest verspricht eine komfortablere und schnellere Diagnostik als bisherige Systeme; Mitterers Ansatz könnte künftig in vielen Bereichen der Medizin und Umweltüberwachung Anwendung finden.

Studienpreis für Laura König-Mattern

Laura König-Mattern (© Max-Planck-Institut Magdeburg)
Laura König-Mattern (© Max-Planck-Institut Magdeburg)

Laura König-Mattern wird für ihre Forschung mit dem Deutschen Studienpreis 2025 der Körber-Stiftung ausgezeichnet. Die Alumna der Abteilung Prozesstechnik am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg erhält den zweiten Preis für ihre Promotion zum Thema Lösungsmittelselektion und -design für die Fraktionierung von Biomasse. Ihre Arbeit, abgeschlossen an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, befasst sich mit der Entwicklung rechnergestützter Methoden zur Auswahl optimaler Lösungsmittel für Trennprozesse in Bioraffinerien. Die prämierte Dissertation wurde mit dem Prädikat „summa cum laude“ abgeschlossen.

Mithilfe von Quantenchemie und Maschinellem Lernen konnte sie neue Verfahren entwickeln, um Biomasse wie Mikroalgen und Holz effizient in Grundbausteine für die Chemikalienproduktion zu zerlegen. Ziel ihres Ansatzes ist die Umstellung der chemischen Industrie auf nachhaltige Prozesse und der Einsatz erneuerbarer Ressourcen statt fossiler Rohstoffe. Der Preis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, wird im Dezember 2025 von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner in Berlin verliehen. Laura König-Mattern leitet seit Januar 2025 eine Forschungsgruppe am Center for the Transformation of Chemistry (CTC) in Leuna.

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