Sieben Jahrzehnte Schilling. Vor 100 Jahren wurde der Schilling in Österreich erstmals eingeführt, 2002 vom Euro abgelöst. Eine Sonderausstellung der Nationalbank zum einstigen „Alpendollar“ startet heute.
Vor 100 Jahren wurde am 1. März 1925 der Schilling als offizielles Zahlungsmittel der Ersten Republik eingeführt, erinnert die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung. Bis zum Beginn der NS-Zeit 1938 und nach seiner Wiedereinführung 1945 wurde der Schilling zum Inbegriff einer harten und stabilen Währung. Er prägte den wirtschaftlichen Aufschwung Österreichs und ermöglichte den Beitritt in die Europäische Währungsunion. Die OeNB widmet dem Schilling nun eine Sonderausstellung in ihrem Geldmuseum.
Die verschollenen Milliarden
Mit der Einführung des Euro 1999 als Buchgeld und 2002 als Bargeld wurde der Schilling in Österreich als Währung abgelöst. Verschwunden ist er aber bis heute nicht. Laut OeNB sind noch immer rund 6,8 Mrd ATS (knapp 495 Mio. Euro) der letzten Schilling-Serie im Umlauf, obwohl seit 2002 nicht mehr mit dem Schilling bezahlt werden kann. Banknoten der letzten Serie können unbefristet bei der OeNB in Euro getauscht werden.
Das Geldmuseum bringt den Schilling zurück
Als Währung ist der Schilling Geschichte, im Geldmuseum der OeNB wird er in einer Sonderausstellung nun wieder zurückgeholt. In neun Kapiteln erzählt die Ausstellung von Höhen und Tiefen der Schilling-Währung. Ausgewählte Stücke aus den Sammlungen des Geldmuseums erinnern an den „Alpendollar“, wie der Schilling von den Österreicherinnen und Österreichern nach seiner Einführung und den Erfahrungen der Hyperinflation zu Beginn der 1920er-Jahre gerne genannt wurde.
Historische Banknoten und Münzen, Zeitungsartikel, aber auch Kuriositäten wie etwa vergoldete Schilling-Manschettenknöpfe machen die insgesamt gut 70 Jahre, in denen der Schilling unser tägliches Leben in Österreich begleitete, anschaulich und wecken bei den Besucher:innen bestimmt die eine oder andere persönliche Erinnerung, hofft die OeNB. Zudem sind auch Schilling-Fälschungen aus der Ersten und Zweiten Republik sowie nie realisierte Entwürfe für Schilling-Banknoten zu sehen.
Die Ausstellung
Die Sonderausstellung „Es war einmal … der Schilling“ im Geldmuseum der OeNB ist ab 19. August 2025 zugänglich (Dienstag bis Freitag). Das Geldmuseum befindet sich im OeNB-Hauptgebäude am Otto-Wagner-Platz in Wien.
Jetzt den Newsletter von Extrajournal.Net abonnieren
Täglich aktuell in Ihrer Mailbox.