Events & Geschichte. Das Archiv des Forums Alpbach wurde der Uni Innsbruck übergeben, nun wird der Bestand wissenschaftlich aufgearbeitet – von W.H. Auden bis Erwin Schrödinger.
Das European Forum Alpbach findet jährlich im besagten Ort in Tirol statt. Es wurde 1945 gegründet, heuer finden die Diskussionen über die Zukunft Europas von 16. bis 29. August statt. Nun wurde das Archiv des Forums dem Forschungsinstitut Brenner-Archiv der Universität Innsbruck als Schenkung übergeben. Der Bestand umfasst Schriftstücke, Fotos sowie zahlreiche Ton- und Videoaufnahmen und wird jetzt wissenschaftlich erschlossen und digitalisiert.
Die Archivmaterialien spiegeln die 80-jährige Geschichte des Forums wider und enthalten beispielsweise ein Gästebuch, Programmhefte, Pressesammlungen und verschiedene Dokumentationen. Die Literaturwissenschaftlerin Irene Zanol übernimmt derzeit die Sicherung und Erschließung der Bestände, um diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Forum war Gastgeber zahlreicher Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst, Musik, Literatur und Politik – darunter Erwin Schrödinger (siehe Bild oben: sein Eintrag im Gästebuch), Paul Feyerabend, Karl Popper, Ilse Aichinger und W. H. Auden. Die im Archiv enthaltenen Unterlagen seien für Forschende von großem Interesse, denn die in Alpbach geführten Debatten haben laut Aussendung der Universität Impulse für Wissenschaft, Politik und Kultur gesetzt.
Spirit of Alpbach
Besonders prägend sind die seit Jahrzehnten stattfindenden Arbeitskreise für Studierende aus aller Welt, die den „Spirit of Alpbach“ weitertragen. Viele ehemalige Teilnehmerinnen und Teilneherm spielen heute eine wichtige Rolle in ihren Fachbereichen. Das Brenner-Archiv biete mit seinen Sammlungen aus Literatur, Philosophie, Kunst, Musik und Naturwissenschaften optimale Bedingungen für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Materialien des Forums, heißt es. In den Nachlässen etwa der Physiker Erwin Schrödinger und Arthur March sowie des Philosophen Wolfgang Stegmüller ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte zu Alpbach; auch Bestände zur katholischen Szene der Zwischenkriegszeit und zu deutschen Widerstandsbewegungen finden sich im Archiv und ergänzen die historischen Quellen.
Mit seiner Expertise in Langzeitarchivierung will das Brenner-Archiv für die fachgerechte Sicherung und Zugänglichkeit unterschiedlichster Formate aus acht Jahrzehnten Forumsgeschichte sorgen. Aus Anlass der Schenkung wurde eine Ausstellung eröffnet, die ausgewählte Materialien aus 80 Jahren European Forum Alpbach präsentiert. Die Ausstellung kann nach Anmeldung noch bis Ende Oktober im Brenner-Archiv Innsbruck besichtigt werden.
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