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Bildung & Uni

Studie mehrerer Unis analysiert Wunsch und Wirklichkeit bei Klimazielen

Universität Wien ©ejn

Wien. Forscher österreichischer und deutscher Universitäten haben analysiert, weshalb Staaten ihre ambitionieren Ziele beim Klimaschutz nicht erreichen.

Forschende rund um Ulrich Brand vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien widmen sich in einer Analyse der Rolle des Staates im Klimaschutz. Im Zentrum steht die Frage, weshalb Regierungen – darunter jene der OECD-Staaten – ihre eigenen Klimaziele nur unzureichend erreichen.

Neben Brand zählen Alina Brad (Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien), Etienne Schneider (Institut für Internationale Entwicklung, Universität Wien), Melanie Pichler und Danyal Maneka (Universität für Bodenkultur Wien), Daniel Hausknost (Wirtschaftsuniversität Wien) sowie Mathias Krams (Goethe-Universität Frankfurt/Main) zum Autorenteam. Die Studie hebt hervor, dass westliche Staaten strukturell auf Wirtschaftswachstum und Einnahmen aus fossilen Branchen ausgerichtet sind. Diese Abhängigkeit beschränkt ihre Möglichkeiten, ambitionierte Klimapolitik effektiv umzusetzen.

Nach Ansicht der Forschenden brauche es neue staatliche Strukturen – etwa einen sogenannten Transformationsstaat, der weniger auf fossile Einnahmen und Wirtschaftswachstum setzt. Sie betonen, dass aktuelle Dekarbonisierungsstrategien über technologische Ansätze hinausgehen und tiefgehende Eingriffe in Produktion und Konsum erforderlich machen; Initiativen wie der Green Deal der EU zeigen diese Entwicklung. Dennoch führen Veränderungen und Eingriffe häufig zu politischem und gesellschaftlichem Widerstand, weil Menschen Einschränkungen erleben und klimafreundliche Alternativen oft teuer oder schwer zugänglich sind.

Nicht nur der politische Wille fehlt

Daniel Hausknost von der Wirtschaftsuniversität Wien merkt in einer Aussendung an, dass die Legitimität staatlichen Handelns in der Klimapolitik leidet, wenn Maßnahmen als einschränkend empfunden werden. Zudem gewinnen klimaskeptische Kräfte an Gewicht, was eine Verwässerung von Klimazielen begünstigt. Die Argumentation der Wiener Forschenden stellt klar, dass es nicht allein am politischen Willen scheitert; vielmehr sind strukturelle Bedingungen und Interessenlagen entscheidend, warum Fortschritte langsam erfolgen.

Die weiteren Pläne

Die Analysen basieren auf wissenschaftlicher Literatur, aktuellen Entwicklungen und einer eigenständigen Interpretation der Forschungsgruppe. Der Beitrag zielt darauf ab, weiterführende Debatten und empirische Forschung zu einem der zentralen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit zu fördern. Beteiligt waren auch Mitglieder des interdisziplinären Forschungsverbunds Umwelt und Klima der Universität Wien; dieser Zusammenschluss soll wissenschaftliche Expertise zur Lösung von Umweltproblemen bündeln.

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