Berlin. Am Hightech-Standort Adlershof wollen die TU Berlin und ihre Partner testen, wie klimaresistent ein Technologiepark werden kann.
Die Technische Universität Berlin startet gemeinsam mit der Wista Management GmbH und der Hochschule Neubrandenburg ein Forschungsprojekt zur Anpassung des Technologieparks Adlershof an den Klimawandel. Ziel ist es, das Hightech-Quartier klimaresilient und krisensicher zu gestalten. Das Projekt „TransformResQ“ wird mit 1,8 Millionen Euro vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert, etwa die Hälfte der Mittel entfällt auf die TU Berlin.
Im Zentrum steht ein Masterplan „Resilientes Quartier“, der zeigt, wie dicht bebaute und technologieintensive Stadtteile an Hitzewellen, Starkregen und Trockenphasen angepasst werden können. Dabei werden Energieversorgung, Gebäudestrukturen, blau-grüne Infrastruktur und Aufenthaltsqualität ganzheitlich betrachtet, heißt es dazu.
Modell für urbane Räume
Das Projekt verbindet fachliches Know-how aus Klimatologie, Stadtplanung und Ingenieurwesen und will ein Modell für andere urbane Räume schaffen, schreibt die TU Berlin in einer Aussendung. Im Technologiequartier entsteht demnach ein Monitoringnetzwerk mit einem 10 Meter hohen Messmast und einer speziellen Messstation, die den Austausch von CO₂ und Wasserdampf in Echtzeit misst. Ergänzt wird das Netzwerk durch Sensoren zur Erfassung von Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wind, Strahlung, Bodenfeuchte und dem Saftfluss von Bäumen. Das beteiligten Unternehmen Wista liefert außerdem Energieverbrauchsdaten der Gebäude, die zusammen mit den Klimadaten in einen digitalen Zwilling des Quartiers einfließen; Simulationen auf dieser Basis sollen klären, welche Maßnahmen zur Anpassung besonders effizient sind, auch unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten.
Parallel erarbeitet das Fachgebiet Stadtplanung und Bestandsentwicklung einen integrierten Masterplan für Klimaanpassung und Nachverdichtung. Dabei werden technische Messdaten mit planerischem Wissen und dem Dialog mit Akteuren aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft verbunden. Das Projekt simuliert Wechselwirkungen zwischen Stadtentwicklung und Klimafolgen und suche auch gleich nach konkreten Lösungen, etwa für Begrünung, Verschattung oder Bewässerung von Stadtbäumen. Auch rechtliche Rahmenbedingungen werden betrachtet und gegebenenfalls angepasst.
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