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Business, Steuer

Wiens Ortstaxe steigt von 3,2 auf 8,5 Prozent: WKW reagiert ungewohnt heftig

Walter Ruck ©Florian Wieser

Tourismus-Steuern. Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck im Clinch mit dem Rathaus: Die Erhöhung der Ortstaxe von 3,2 auf 8,5 Prozent schlage aus dem Rahmen.

Das Verhältnis zwischen der SPÖ-geführten Wiener Stadtregierung und der Wirtschaftskammer Wien (WKW) gilt gewöhnlich als ausgesprochen harmonisch. Das hat man erst vor wenigen Wochen wieder unter Beweis gestellt, als man sich gemeinsam für die Austragung des Eurovision Song Contest 2026 in der Hauptstadt stark machte. Heute hat sich WKW-Präsident Walter Ruck jedoch in einer Aussendung in (relativ) scharfen Worten gegen die aktuellen Steuermaßnahmen Wiens gewandt.

Der Hintergrund sind die aktuellen Wiener Gebührenerhöhungen. Die Wiener Stadtregierung sorgt derzeit angesichts von Budgetnöten allenthalben für steigende Einnahmen, u.a. durch die Anhebung der Preise für Öffis, Kurzparktickets und mehr. Besonders kräftig fällt dabei die Erhöhung der Ortstaxe aus, die für Übernachtungen in den Tourismusbetrieben eingehoben wird. Allerdings ist die Ortstaxe im Gegensatz etwa zu einem Wiener U-Bahn-Ticket kein Absolutbetrag, sondern ein Prozentwert. Und daher ist die Inflationsanpassung sozusagen eingebaut, von einer überfälligen Anhebung könne keine Rede sein, zürnen die Touristiker.

„Ich sehe keinen Grund“

„Für die Erhöhung der Ortstaxe sehe ich keinen Grund“, so Ruck konkret: Die Ortstaxe ist über das Wiener Tourismusförderungsgesetz geregelt und dient zur Finanzierung des Wiener Tourismusverbandes, kurz „Wien Tourismus“. Ruck: „Wien Tourismus verfügt für 2025 über ein Budget von 33,4 Millionen Euro. Die Einnahmen der Stadt Wien aus der Ortstaxe lagen letztes Jahr bei 42 Millionen Euro. Für den Tourismus werden die geplanten Mehreinnahmen also offenbar nicht verwendet.“

Anders als in anderen Metropolen und auch in Tourismusgemeinden Österreichs, werde die Ortstaxe in Wien nicht in absoluten Werten, sondern in Prozent der Übernachtungskosten berechnet. Aktuell beträgt sie 3,2 Prozent und soll per 1. Dezember auf 8,5 Prozent steigen. „Durch die prozentuelle Berechnung der Ortstaxe wird die Inflationsentwicklung eingepreist. Steigen die Zimmerpreise, steigen auch die Einnahmen aus der Ortstaxe. Die Inflationsanpassung erfolgt also automatisch und permanent und ist nicht extra notwendig“, so Ruck. Die Funktion einer Gebühr sei es, „die anfallenden Kosten zu decken, und nicht die Budgetlücken“.

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