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100 Jahre Linde Verlag: Von der Steuer- und Wirtschaftskartei zur KI

Paul Linde im Jahr 1925 ©Linde Verlag

Fachverlage. Im Jahr 1925 wurde der Linde Verlag in Wien gegründet. Damals wie heute sind die Themen Steuer, Wirtschaft und Recht, so Chef und Eigentümer Benjamin Jentzsch.

1925 in Wien gegründet, stehe der Linde Verlag seit jeher für hochwertige Inhalte aus den Bereichen Steuer, Wirtschaft und Recht, so eine Aussendung des Fachverlags aus Anlass des Jubiläums. Geschäftsführer und Eigentümer Benjamin Jentzsch hebt bei der Gelegenheit auch die Entwicklung digitaler Tools, Plattformen und Applikationen hervor, die diesen Herbst im Start des Recherche-Assistenten „LinDa KI“ kulminieren sollen.

Der Industrieverlag und seine SWK

Die Geschichte des Linde Verlags beginnt 1925 in Wien, als Paul Linde und Hans Jentzsch (als Prokurist) den Industrieverlag „Spaeth & Linde“ ins Leben rufen, der sich im Bereich Steuer-, Wirtschafts- und Rechtsliteratur etabliert. Neben ersten Fachbüchern wie „Das Schillingsgesetz“ und „Die Goldbilanz“ bringt der Verlag auch die erste österreichische Steuer- und Wirtschaftszeitung heraus, die 1935 in „Steuer- und WirtschaftsKartei“ (SWK) umbenannt wird und unter diesem Namen bis heute erscheint. Seit 1979 firmiert das Unternehmen als Linde Verlag, seit 2009 bietet es einen Großteil seiner Fachzeitschriften auch online an.

„100 Jahre Erfahrung und Expertise sind ein starkes Fundament, aber sicherlich kein Ruhekissen“, so Benjamin Jentzsch: „Wir haben daher – vor allem im Vergleich zu anderen Fachverlagen – schon sehr früh in die Digitalisierung investiert und schließlich im Jahr 2022 die Linde Digital GmbH gegründet, um diesen Weg konsequent weiterzugehen.“

Das Buch als haptisches Erlebnis

Das Buch bleibe relevant, das haptische Erlebnis wichtig, meint Jentzsch, doch seien zunehmend neue Wege der Wissensvermittlung gefragt, von intelligenten Tools über interaktive Plattformen bis hin zu modernen Lernformaten: „Durch vorausschauende Investitionen und strategische Partnerschaften im Legal-Tech-Sektor können wir viele solcher Lösungen nicht nur anbieten, sondern auch aktiv mitgestalten. Andere entwickeln wir inzwischen selbst, wie etwa unsere Steuerspar-App ‚Mei Marie‘.“

Die Digitalisierung sei zugleich herausfordernde Notwendigkeit und große Chance. Auch die (potenzielle) Leserschaft wandelt sich: Gerade in den Kerndisziplinen des Verlags – Steuer, Wirtschaft und Recht – tummeln sich neben Allroundern auch immer häufiger Spezialisten. Auf diese zahlreichen neuen Zielgruppen lassen sich digitale Produkte deutlich einfacher zuschneiden als Printpublikationen, da Inhalte mithilfe von Nutzer- und Marktdaten gezielt segmentiert und passgenau ausgespielt werden können, heißt es. Zudem habe man mit digitale Produkten die Möglichkeit, schnell und flexibel auf Änderungen im Regulativ oder marktbestimmende Trends zu reagieren.

Die Fach-Community als Qualitätsgarant

„Größte Priorität hat dabei immer, die Zuverlässigkeit und Expertise, für die der Linde Verlag steht, auch auf digitaler Ebene zu gewährleisten. Den Grundstein dafür legt nach wie vor unsere Nähe zur Fach-Community beziehungsweise die enge Zusammenarbeit mit unseren Autor:innen und Vortragenden“, so Jentzsch.

Benjamin Jentzsch ©Caro Strasnik

Das zeige sich auch am nächsten digitalen Großprojekt des Linde Verlags, das bereits in den Startlöchern schart. Im Herbst 2025 soll die Beta-Version der LinDa KI verfügbar sein, eine Rechercheassistenz für alle Fachfragen zu Steuern, Wirtschaft und Recht. Der gewohnte Qualitätsanspruch bleibe dabei aufrecht: „Unsere KI liefert ausschließlich Ergebnisse auf Basis geprüfter Inhalte. Keine generative Halluzination, sondern vertrauenswürdige Fachinformationen für das digitale Zeitalter“, verspricht Jentzsch.

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