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Business, Recht, Steuer

Wenn Informationsfreiheit böse Lieferanten lockt: EY will Wächter sein

Elisabeth Sardy-Rauter ©EY / Christina Häusler

Öffentlichkeit & Transparenz. Das Informationsfreiheitsgesetz verpflichtet Gemeinden, Informationen offenzulegen. Das bringt aber auch neue Betrugsrisiken, warnt EY.

Mit 1. September 2025 ist in Österreich das neue Informationsfreiheitsgesetz (IFG) in Kraft getreten. Es verpflichtet Gemeinden und Städte, Informationen künftig proaktiv offenzulegen und Bürger:innen einfachen Zugang zu Daten zu ermöglichen, erinnert EY in einer Aussendung.

Während das Gesetz Transparenz und demokratische Teilhabe stärkt, steige aber auch das Betrugsrisiko für die öffentliche Verwaltung – insbesondere im Bauwesen. Security by Obscurity (Schutz durch Verborgenheit) fällt sozusagen schwerer.

Vorsicht mit sensiblen Informationen

„Mit den neuen Offenlegungspflichten werden es Betrüger:innen deutlich leichter haben, an sensible Informationen zu gelangen und diese für gefälschte Rechnungen oder fingierte Kommunikation zu missbrauchen“, so Andreas Frohner, Partner Forensic & Integrity Services bei EY Österreich: „Gerade kleinere Gemeinden, die selten Großprojekte umsetzen und weniger Routine in komplexen Abwicklungen haben, sind dadurch besonders gefährdet.“

Ein besonders sensibles Feld sei das Bauwesen: Hohe Summen, komplexe Strukturen und viele Beteiligte machen Bauprojekte zu bevorzugten Zielen für Betrüger:innen. Ohne wirksame Kontrollmechanismen drohen nicht nur finanzielle Verluste, sondern auch Reputationsschäden für Bürgermeister:innen und Gemeindeverantwortliche, so EY.

„Das IFG sollte als Anlass gesehen werden, Antibetrugsmaßnahmen gezielt auszubauen“, meint Elisabeth Sardy-Rauter, Director bei EY Österreich und Diplomingenieurin für Bauwesen und Architektur: „Durch ein konsequentes Vier-Augen-Prinzip, angepasste Antibetrugsmaßnahmen und den Einsatz forensischer Baubegleitung können Städte und Gemeinden ihre Budgets absichern und Vertrauen in der Bevölkerung bewahren. Transparenz und Sicherheit müssen Hand in Hand gehen.“

Wenn Forensiker den Bau begleiten

Die forensische Baubegleitung verstehe sich als unabhängige, spezialisierte Überwachung von Bauprojekten. Sie umfasst unter anderem die Analyse von Prozessen und Verträgen, Stichprobenprüfungen bei Abrechnungen, Baustellenbegehungen und die Sensibilisierung von Projektbeteiligten für aktuelle Betrugsmuster.

Ziel sei es, Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen und präventiv zu wirken. Eine unabhängige Prüfinstanz wirke nicht nur entlastend für Gemeinden, sondern auch abschreckend auf potenzielle Täter:innen und sei idealerweise schon ab der Planungsphase dabei. Gemeinden tun jetzt jedenfalls gut daran, über ihre Schutzmechanismen nachzudenken, so EY.

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