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Business, Recht

Das Gewicht der EU-Ver­packungs­ver­ord­nung PPWR wird unterschätzt

Sujet 70 Prozent ©ejn

Dortmund. Knapp die Hälfte der Unternehmen überschätzt den eigenen Umsetzungsgrad der EU-Verpackungsverordnung (PPWR), so Forschungsriese Fraunhofer.

Knapp die Hälfte der Unternehmen überschätzt den eigenen Umsetzungsgrad der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Umfrage des Fraunhofer‑Instituts für Materialfluss und Logistik IML, des Softwareentwicklers Logistikbude und der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM).

Die Studienpartner betonen in einer Aussendung aber auch, dass die PPWR Chancen in sich berge: Wer jetzt früh handelt, sei nicht nur zukunftssicher aufgestellt, sondern könne sich auch einen Marktvorteil verschaffen.

Was die PPWR den Unternehmen vorschreibt

Mit der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) richtet Europa die Regeln für Verpackungen neu aus. Ab 2030 gilt sie verbindlich – mit spürbaren Auswirkungen auf Transparenz, Wiederverwendung und Nachverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette, warnen die Studienautoren.

„Sie betrifft nicht nur Hersteller und Handel, sondern hat auch direkten Einfluss auf die Logistik. Nachweise, Datenqualität und klare Zuständigkeiten werden unverzichtbar“, so Lukas Lehmann, Mitherausgeber der Umfrage und Teamleiter Verpackungslogistik am Fraunhofer IML.

Die Erkenntnisse

  • Die Bestandsaufnahme zeige deutliche Lücken: Nur jedes zehnte Unternehmen erfüllt grundlegende Voraussetzungen.
  • Zugleich wünschen sich über 70 Prozent konkrete Orientierung, vor allem in Form von verständlichen Leitfäden, persönlicher Beratung und Schulungen.
  • Der größte Hebel ist Wissen: Unternehmen mit hohem Kenntnisstand erreichen im Mittel einen Umsetzungsgrad von 59 Prozent, bei geringem Wissen sind es 36 Prozent.

Als größte Hürden nennen die Befragten den Zeitaufwand, die Unsicherheit bezüglich der Umsetzbarkeit und die erwarteten Kosten. Operativ bremsen die Einbindung von Geschäftspartnern und eine unzureichende Datenqualität – dies sind zugleich Ansatzpunkte für mehr Effizienz und Innovation, etwa durch digitale Mehrwegstrategien, robuste Datenflüsse und modernisierte Packmittelprozesse.

Unternehmen sollten jetzt die Grundlagen schaffen, lautet die Empfehlung – das sind konkret „saubere Datengrundlagen, klare Verantwortlichkeiten und Transparenz im Verpackungsportfolio. Wer das frühzeitig angeht, kann die PPWR nicht nur erfüllen – sondern daraus echte Vorteile ziehen“, so Lehmann. Thematisiert wird die PPWR auf der Fachmesse für Verpackung, Technik und Prozesse „Fachpack“ ab 23.9.2025.

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