Wien. Ein österreichisches Konsortium mit Partnern aus Forschung und Industrie will die Nutzung von KI auf dezentralen Geräten erleichtern – profitieren sollen davon auch KMU.
Der Hype um KI kennt kein Ende – doch wie können KI-Anwendungen tatsächlich in der Industrie eingesetzt werden? Nun soll mit dem Forschungsprojekt „Domino“ unter Leitung der TU Wien die nächste Generation industrieller KI-Anwendungen entwickelt werden. Das Ziel ist es, KI direkt auf dezentralen Geräten – sogenannte EdgeAI (dazu unten mehr) – sicher und energieeffizient zu nutzen.
Das Leitprojekt will demnach Unternehmen beim praktischen KI-Einsatz im Alltag unterstützen, etwa die Zertifizierung in sicherheitskritischen Bereichen oder die Überwachung der KI-Performance im Betrieb. Auch die Integration von Feedback von Nutzern zur Verbesserung von KI-Entscheidungen spielt eine Rolle.
Was ist EdgeAI?
EdgeAI bezeichnet die Ausführung von KI-Anwendungen direkt an der Maschine oder dem Gerät, ohne ständige Verbindung zur Cloud. Die Vorteile von Edge Computing liegen unter anderem in kürzeren Reaktionszeiten, höheren Datenschutzstandards und Energieeinsparungen. Die Umsetzung ist technisch anspruchsvoll, da KI-Modelle auf Geräten mit begrenzter Rechenleistung und Speicherressourcen laufen müssen.
Das Forschungsprojekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der den kompletten Lebenszyklus der Systeme umfasst – von Entwicklung über Betrieb bis zur laufenden Verbesserung. Die drei Hauptziele sind die Entwicklung KI-optimierter Modelle für Branchen wie Energie und Holzindustrie, die Überwachung der KI-Leistung unter realen Bedingungen sowie die Verbesserung durch Betriebsdaten und Nutzerfeedback. Ein besonderer Fokus liegt auf der Reduktion des Entwicklungsaufwands insbesondere KMU; auch die Anforderungen des EU AI Act sollen erfüllt werden. Zudem entsteht ein Leitfaden als Orientierungshilfe für künftige Edge-AI-Projekte.
Partner aus Forschung und Industrie
Das Konsortium unter der Leitung der TU Wien vereint Partner aus Forschung und Industrie: Mit dabei sind unter anderem Siemens, Fill (Holzverarbeitung) und Reisenbauer Solutions (Photovoltaik), Forschungspartner ist die TU Graz. Die Ergebnisse werden in drei konkreten Anwendungsfällen praxisnah demonstriert. Die Plattform Industrie 4.0 übernimmt die Kommunikations- und Verbreitungsaufgaben. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Austausch mit externen Fachleuten, die über ein „External Expert Board“ und Workshops in die Projektentwicklung eingebunden werden sollen, heißt es in einer Aussendung der TU Wien.
Jetzt den Newsletter von Extrajournal.Net abonnieren
Täglich aktuell in Ihrer Mailbox.





